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Mit den Serien "Girl Friends"und "Nikola" ist Walter
Sittler zu einem der beliebtesten Fernsehdarsteller Deutschlands aufgestiegen.
Ende des Jahres zeigt sich der 54-Jährige von seiner ernsten Seite,
wenn im ZDF die beiden ersten Teile der Krimireihe "Der Kommissar
und das Meer" zu sehen sind.
Bis September stand Sittler für Teil drei und vier der Reihe auf
der schwedischen Ostseeinsel Gotland vor der Kamera. ddp-Korrespondentin
Nina Jerzy traf den Schauspieler während der Dreharbeiten.
Herr Sittler, was ist das Besondere an Ihrem Kommissar Robert Anders?
Dass er keine vorgefertigten Meinungen hat. Mit Urteilen landet man im
Abseits. Es gibt kein einziges System, in das alle Menschen reinpassen.
Das ist das Drama, das wir haben. Und wenn man das allen aufdrücken
will, dann hat man eine Diktatur, und das wollen wir nicht. Gesetze haben
immer, immer Fehler, weil sie von Menschen gemacht sind.
Sie haben mit vielen skandinavischen Kollegen gedreht, die größtenteils
kein Deutsch sprechen. Wie lief diese Zusammenarbeit?
Die Art, wie sie sich bewegen, der Ton innerhalb des Satzes, der macht
das Spiel aus. Und ob sie jetzt deutsch reden oder schwedisch oder norwegisch
ist eigentlich egal. Das ging von vornherein ganz leicht. Es ist ein bisschen
verrückt, geprobt wird auf Englisch, es ist ein ziemliches Chaos.
Gibt es auch Unterschiede bei der Arbeitsweise?
Sie spielen anders.
In welcher Hinsicht?
Nicht besser oder schlechter. Sie haben weniger Wand vor sich. Bei uns
ist man nicht so weich von vornherein, man ist eher abgegrenzt gegen die
anderen. Vielleicht kommt das daher, dass im Norden das Leben weniger
hektisch ist, es ist langsamer und einsamer. Die können mit Einsamkeit
besser leben als wir.
Hat das auch Ihr eigenes Spiel beeinflusst?
Ich versuche, so viel mitzunehmen wie möglich, weil es ein Gewinn
ist, Menschen und andere Kulturen kennenzulernen. Wenn man Fremdes kennenlernen
kann, ohne es zu beurteilen, das bereichert, man wird entspannter und
auch ein wenig bescheidener.
© ddp 2007
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