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Millionen Frauen schwärmen für ihn. Doch da ist nichts zu
machen. Er ist nur seiner eigenen treu.
Da stand er in der Halle eines Münchener Nobelhotels und telefonierte.
Als sich unsere Augen begegneten, lächelte er. Da war mir klar, warum
Millionen Frauen von Walter Sittler schwärmen: Dieser Mann ist einfach
ein Traum. Gutaussehend, schlank und groß. Doch was mich noch mehr
gefangen nimmt, ist seine Herzenswärme, die sogleich eine Atmosphäre
der Freundschaft zaubert, wie sie heute selten ist.
Als was für einen Menschen würden Sie sich beschreiben?
Karl Valentin hat gesagt: Ein Optimist ist ein Mensch, der alles optimistischer
sieht, als es wirklich ist. Das würde ich von mir sagen. Es liegt
mir nicht, darüber zu jammern, dass alles so schwierig ist. Das habe
ich von meiner Mutter gelernt. Die hat auch nicht gejammert, als sie nach
dem Krieg mit vier kleinen Kindern dastand, sondern das Leben angepackt.
Aus vier Kindern wurden acht. Inzwischen besteht der engsten Familienkreis
aus 38 Personen. Wird man da zum Familien - Mensch?
Ja. Mir bedeutet die Familie alles. Sie ist mein Ruhepol. Für
sie würde ich auf Rollen verzichten.
Sie haben selbst aber nur drei Kinder, warum?
Ich habe meine Frau erst spät kennengelernt. Sie wollte gern
in ihrem Beruf als Choreografin weiterarbeiten, und mit drei Kindern geht
das gerade noch.
In "Die Wüstenrose" spielen Sie mit ihrer Ältesten
zusammen. Wie war das?
Toll. Wir waren in der namibischen Wüste, lebten dort in einer Zeltstadt.
Wir haben das beide sehr genossen. Wobei ich natürlich beim Spielen
immer darauf geachtet habe, dass es ihr gut geht.
Sie sehen gut aus, ist das ein Problem für sie?
Am Theater habe ich oft gedacht: Was für ein Mist. Aber jetzt beim
Fernsehen bin ich froh darüber, denn es ist hilfreich. Außerdem
habe ich gelernt damit umzugehen. Früher habe ich jede Bewunderung
abgewehrt. Heute freue ich mich darüber, denn ich habe begriffen,
dass es ja nicht darum geht, wie ich mich sehe, sondern wie diese Menschen
mich sehen.
Leben Sie in Ihren Rollen dunkle Seiten von sich aus?
Ich weiß, dass es Kollegen gibt, die im Knast wären, hätten
sie nicht die Möglichkeit, sich auszuspielen. Natürlich habe
ich auch dunkle Seiten. Nur so finstern, dass ich sie in Rollen ausleben
muss, sind sie nicht.
Haben Sie eine Lieblingspartnerin?
Nö, eigentlich nicht. Aber es sollte natürlich zwischen
uns stimmen, damit es gut wird. Klar kann ich auch so Liebesszenen drehen,
das habe ich ja gelernt, aber das letzte Stücken fehlt dann doch.
Hat es schon mal geknistert?
Als ich am Theater war, einmal. Seit ich meine Frau kenne, habe ich alles,
was ich brauche. Ihre Liebe hat mich befreit. Ich kann mich ganz auf mein
Spiel konzentrieren. Seitdem bin ich besser geworden.
Lockt Sie Amerika nicht?
Nein. Es gibt dort so viele hervorragende Schauspieler und so wenig
Arbeit.
Und wenn ein gutes Angebot kommt?
Würde ich das gut abwägen.
Und was ist Ihr Traum?
Einmal mit Clint Eastwood einen Western drehen. Aber Western werden ja
nicht mehr gedreht.
Gibt es für Sie ein Lebensmotto?
Alles ruhig auf einen zukommen lassen. Denn immer, wenn ich es mit Gewalt
versucht habe, ging es schief. Bei allen wichtigen Entscheidungen gab
es für mich keine Alternative.
Und nie Zweifel?
Doch, sie kamen und kamen immer wieder. Wie damals, als ich meinen soeben
ergatterten Studienplatz für Medizin für die Schauspielerei
aufgab. Wenn es nicht gut lief, dachte ich schon mal: Hätte ich bloß
auf meine Mutter gehört.
© 1999 die zwei; P.v.P.
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