"Erst beim dritten Kind wird man lockerer"
(das neue, 05.03.05)
 
Als Chef ist er eine Nervensäge. Finden zumindest die Kollegen von TV-Schwester "Nikola". Als Ehemann und Vater ist Walter Sittler (52) offenbar eher einer von der geduldigen Sorte. Zumindest hatte es den Anschein, als "das neue" ihn zum Interview traf.

Sie sind seit über 20 Jahren mit Ihrer Frau Sigrid zusammen? Wie schafft man das?

Es gibt Leute, die sich nach 20 Jahren nichts mehr zu sagen haben. Die haben Pech gehabt oder den falschen Partner. Aber ich hatte Glück. Ich habe eine tolle Frau, auf die ich immer noch Lust habe!

Ihr Partnerschafts-Tipp?
Immer sagen, was man will, und zwar rücksichtslos in jeder Hinsicht. Das muss man üben, das ist nicht einfach. Nicht beleidigt sein, weil man etwas nicht von alleine bekommt. Diese Sätze: "Er muss doch wissen, dass ich..." - das ist dämlich. Viele Menschen behalten ihre Wünsche für sich und gehen fremd. Selber schuld, kann ich nur sagen.

Sie sind dreifacher Familienvater. Welche Erfahrungen haben Sie gemacht?

Die Kinder führen einen vom ersten Tag an ein wenig vor. Man glaubt, man weiß, wie es geht, und dabei hat man keine Ahnung. Man fühlt sich am Anfang wie ein Depp. Das Kind macht "Bäh!", und man ist nervlich am Ende. Erst beim dritten Kind wird man langsam lockerer.
   

Was raten Sie anderen Eltern?
Zwei Jahre nach dem ersten Kind ein zweites bekommen. Der Abstand zwischen den Kindern sollte wirklich nicht größer als drei Jahre sein, dann können sie toll miteinander spielen. Wir haben drei Kinder kurz nacheinander bekommen, die sind heute 19, 17 und 15.

Sind Sie ein konsequenter Vater?
Jedes Kind ist anders. Wenn man alle Kinder gleich behandelt, weil man konsequent sein weil, macht man einen Fehler. Natürlich sollte man nicht umkippen, wenn man einmal die Tüte Bonbons verboten hat. Wenn Sie dann doch Ja sagen, das merken sich Kinder. Wir haben mit unseren Kids Regeln vereinbart. Bei uns gab's Süßes nur Montag und Donnerstag.

© 2005 das neue; M. Schuster