Warum er seine Tochter nicht besucht
(Echo der Frau, 14.09.05) |
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Seine Jüngste Lea-Marie ist für ein
Jahr in Schweden
Anruf bei Walter Sittler: "Ich habe eben Holz gehackt, jetzt wollte
ich den Rasenmäher anwerfen", erzählt der Schauspieler,
der die drehfreie Zeit daheim in Stuttgart genießt. [Anm.d.W.
Das Gespräch muss irgendwann im August stattgefunden haben, denn
zur Zeit dreht Walter in Berlin] "Moment, ich wandere mit dem
Telefon mal kurz wieder in den Garten", bittet der 52-jährige
um ein wenig Geduld.
Jetzt laufen die neuen - und letzten - Folgen der beliebten RTL-Serie
"Nikola" an. Ein letztes Mal wird Walter Sittler alias Dr. Schmidt
mit Mariele Millowitsch streiten und flirten was das Zeug hält. Ist
ihm beim Abschied nach über neun Jahren wehmütig zumute? "Ja
klar. Das war die Comedy-Rolle meines Lebens. Aber ich weiß auch:
Wir haben zur richtigen Zeit was Schönes beeendet."
Dass er einmal einer der beliebtesten Schauspieler Deutschlands sein würde
- damit hat Sittler nicht gerechnet. Früher hat er als Pfleger in
der Neurochirurgie und als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Uni München
gearbeitet [Anm.d.W.: so schnell macht man dort als Gaststudent Karriere
*g*], als Taxifahrer und Kinovorführer seine Brötchen verdient.
"Ein bisschen hab ich immer die beneidet, die genau wussten, wo sie
im Leben hinwollten."
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Schmieden seine Kinder Jennifer (20), Benedikt (18) und Lea-Marie (16)
schon berufliche Pläne? "Sie wurschteln noch vor sich hin. Aber
ich bin nicht der Meinung, dass sie sofort nach dem Abitur anfangen müssen,
Geld zu verdienen, oder genau wissen müssen, was sie werden wollen."
Seine Jüngste ist für ein Jahr in Schweden. "Sie geht dort
auf eine Musikschule." Hat Walter Sittler sie schon besucht? "Nein,
sie ist erst seit Anfang August weg. Vielleicht werde ich Lea-Marie auch
gar nicht besuchen", so seine überraschende Auskunft. Warum
denn nicht?
"Das Jahr gehört ihr", erklärt Sittler seinen Standpunkt.
"Sie braucht uns da nicht vor Ort. Meine Frau hat ihre Gastfamilie
kennen gelernt und das Gefühl gehabt, dass unsere Tochter dort in
besten Händen ist. Und schließlich weiß Lea-Marie, dass
sie jederzeit zurück nach Hause kommen kann."
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Benedikt, Jennifer, Walter & Lea-Marie (DFP, 2003)
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Auch wenn Walter Sittler sein Nesthäkchen natürlich
sehr vermisst: Er weiß, dass diese Zeit ohne Familie eine wertvolle
Erfahrung für Lea-Marie sein wird. "Kinder erleben sich selbst
anders, wenn sie ma in einer fremden Umgebung leben, ohne die vertrauten
Gewohnheiten."
Im Mai hat Sittler mit seiner Sigrid 20. Hochzeitstag gefeiert - Respekt!
"Das ist erst ein Drittel der Zeit, die ich mir vorstelle", lacht
er. "Ich bin nicht der Meinung, dass eine auf Dauer angelegte Ehe die
einzige mögliche Lebensform ist. Aber für mich und unsere Familie
ist es auf jeden Fall die beste.
© 2005 Echo der Frau; U. Jansen |