"Hochzeit? Wir schrecken vor gar nichts zurück..."
(Kölner Express, 12.08.05)

Das TV - Traumpaar über Freundschaft, Krankenhäuser und das Aus für "Nikola"

111 Folgen "Nikola", davor 77 Folgen "girl friends". Jetzt geht das beliebteste TV-Paar Deutschlands in "Rente". Mariele Millowitsch und Walter Sittler. Nach zehn Jahren gemeinsamer Arbeit läuft ab 16. September die letzte Staffel "Nikola" (RTL) an. Anlass genug, Bilanz zu ziehen. Das großes EXPRESS Doppelinterview.

Werden Sie denn noch heiraten?
Mariele: Das werden wir nicht verraten.
Walter: Bei "Nikola" geht das doch gar nicht. Das ist doch die Spannung, das sind zwei, die perfekt passen, aber nicht zueinander kommen.

Wäre das nicht schön, in einem Fernsehfilm noch einmal ein richtiges Liebespaar mit Hochzeit und allem Drum und Dran zu spielen?
Mariele: Wir schrecken vor nichts zurück, aber die Bücher müssen stimmen. Es kamen zuletzt Bücher, die nicht gut waren. So nach dem Motto, Sittler und Millowitsch reißen es raus.
Walter: Wenn das Buch gut ist, gerne, ja.

Warum hören Sie denn auf, wenn's am schönsten ist?
Mariele: Ich will nicht, dass die Leute sagen, wir können "Nikola" nicht mehr sehen. Wir haben alles erzählt, eine schöne neunte Staffel gemacht, dann muss es auch gut sein.

Wie gehen Sie mit dem vielen Lob und der anstehenden Trauer um?
Walter: Es ist schön, wenn die Leute mögen, was man macht. Die Branche guckt auch hin. Für den Marktwert ist das positiv. Aber das hält nur eine Weile, dauert nicht ewig.

Frau Millowitsch, waren Sie je sauer, dass Walter Sittler der Arzt war, wo Sie doch Ärztin sind?

Mariele: Nee, gar nicht, Dr. Schmidt hat ja von Nikola genug draufbekommen. Wir sind doch auf Augenhöhe, auch wenn ich zu ihm immer aufschauen muss... (Millowitsch misst 1,69 m, Sittler 1,94 m - d. Red.)
Walter: Der Ältere bin ich auch.

Herr Sittler, wollten Sie jetzt Doktor Schmidts Porsche haben?

Walter: Da sitze ich drin wie ein Giraffe in der Teedose.

Sie haben über 1000 Tage miteinander gedreht. Reden Sie Ihre Partner mit dem Vornamen der Filmpartner an?

Walter: Das ist mir noch nie passiert.
Mariele: Mir umgekehrt dauernd. Ich sage dauernd Walter zu Alex. Ich sage aber auch Hans-Günther (Millowitschs Hund - d. Red.) zu ihm. Alex lacht sich immer kaputt.

Vor der gemeinsamen Arbeit kannten Sie sich nicht. Wie haben Sie sich anfangs vertragen?

Walter: Als ich zu "girl friends" kam, hatte ich vorher kaum Fernsehen gemacht, habe erst mal fast nichts verstanden. Mariele und ich wussten dann sehr schnell, dass wir ähnlich ticken.

Woran merkt man das?
Mariele: Wir wussten beide, wie man Szenen spielt.
Walter: Was ich sofort mochte, war, dass sie nicht für sich alleine spielte, sich nicht so in den Vordergrund spielte.
Mariele: Das hat sicher damit zu tun, dass wir beide vom Theater Ensemblearbeit gewöhnt waren.
Walter: Es macht halt Spaß, wenn man sich so die Bälle zuspielt. Man ist ja abhängig voneinander.

Viele sagen, das Fernsehen wird immer schlechter. Sie auch?

Walter: Ich sage vielfältiger. Aber man kann halt nicht 24 Stunden gutes Programm machen.
Mariele: Bedenklich ist, dass alles, was erfolgreich ist, kopiert wird. Plötzlich finden Sie Quiz, Container oder sonst was auf allen Kanälen. Viele haben Angst, etwas Neues zu wagen.

Hatten Sie eigentlich Angst vor einer Arztserie?

Walter: Ach, dieses Bedenkenträgertum! Das ist doch doof. Außerdem: Wenn überhaupt, ist "Nikola" die einzig realistische Arztserie. Die Patienten haben nix zu melden und müssen zahlen, das ist das normale System.

Wie war das, wenn Sie privat mal ins Krankenhaus mussten?

Mariele: Wenn wir erkannt werden, werden wir hofiert von vorne bis hinten.

Normalsterblichen passiert das leider nicht...

Walter: Ich bin zwar Kassenpatient, aber werde auch meistens wie ein Privatpatient behandelt.

Hat schon einmal eine Schwester "Wir beide" zu Ihnen gesagt?

Walter: Das hat sich noch keine getraut. Das darf nur "Nikola".

Hatten Sie jemals Krach?

Walter: Nichts Ernsthaftes.
Mariele: Unstimmigkeiten...
Walter: Dann nehmen wir uns an die Hand, reden, dann ist es auch wieder gut. So, wie man das mit Freunden macht.

Wie eng ist Ihre Freundschaft? Hält das fürs Leben?

Mariele: Wenn wir nicht drehen, hören wir auch schon mal acht Wochen nichts voneinander. Aber es ist damit zu rechnen, dass es lange hält. Walter hat halt ein riesiges Plus. Er sieht gut aus, aber er hat nicht diese oberflächliche Eitelkeit. Er ist einfach Er. So viele Männer gibt's davon nicht.

Würden Sie zusammen in Urlaub fahren?

Mariele: Nein, eher nicht. Aber wenn Walter mit der ganzen Familie käme, würde ich einen Tisch organisieren, da hätte ich Spaß dran. Aber Ferien? Da bin ich Eigenbrötler. Da kann ich auch gut allein sein. Alex und ich lieben es, in der Toskana stundenlang in der Kirche zu sitzen und uns die Bilder anzuschauen.

Und "Nikola" kommt wirklich nie wieder?

Mariele: Es gibt da Überlegungen bei der Produktionsfirma, noch mal was zu machen. So nach dem Motto "Acht Jahre später..."

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