| "Schönheitskult? Nein Danke!" (Göppinger Kreisnachrichten, 25.05.01) |
|
| Er gilt als schönster deutscher Schauspieler
– und redet gar nicht gern darüber. Heute Abend bei „thema M“ (21.45 Uhr,
Südwestfernsehen) tut er’s doch: Walter Sittler, 49 Jahre, verheiratet.
Vor der Aufzeichnung hat NWZ-Redakteur Helge Thiele mit dem Frauenschwarm
aus der ZDF-Serie Girlfriends geplaudert. Von Mann zu Mann. Herr Sittler, leiden Sie auch unter dem Schönheitsterror, dem Männer zunehmend ausgesetzt sind? Dem Schönheitsterror begegnet man natürlich ständig – in Zeitungen und Zeitschriften, im Fernsehen. Da gibt es ein Schönheitsideal, dem die armen Menschen hinterherlaufen, ohne zu wissen warum. Und Männer, die auf Teufel komm raus einen Waschbrettbauch brauchen, die lassen sich eben einen implantieren. Ach, und das funktioniert? Ja natürlich, da wird etwas implantiert, mit Silikon, das sieht dann aus wie ein Waschbrettbauch. Nur, was soll das? Ja, richtig. Was soll das? Es ist völliger Quatsch. Bei Tänzern zum Beispiel sieht ein Waschbrettbauch schön aus, weil er ein Nebenprodukt ihres harten Trainings ist. Wenn aber Leute ihren Körper in eine bestimmte Form bringen wollen, die mit dem, was sie im Leben so machen, überhaupt nichts zu tun hat, dann hat das fatale Auswirkungen auf Geist und Herz. Man sollte sich lieber auf die Inhalte konzentrieren. Aber es gibt trotzdem so etwas wie ein Schönheitsideal... Ja, das kommt daher, dass die Menschen mit Sicherheit wissen möchten, was schön ist und was nicht. Aber das stimmt ja gar nicht. Ich weiß nicht, mögen Sie Frauen? Ja doch, schon... Gut. Also wenn wir zwei jetzt zehn Frauen da hinstellen, da finden Sie fünf schön, und ich finde fünf andere schön. Und wenn wir anfangen zu diskutieren, stellen wir fest: Wir haben einen anderen Geschmack. trotzdem sind alle zehn Frauen schön. Und das ist das Spannende. Den ganzen Quatsch mit Miss-Universum-Wahlen brauche ich nicht. Ideale sind Fesseln – sie machen die Leute klein und eng. Denken Sie manchmal über Ihre eigene Schönheit nach? Nein. Ich gucke einfach, wie es mir geht. Und wenn ich mich wohl fühle, dann ist es okay. Zweimal pro Woche mache ich verschiedene Übungen. Die mache ich aber, damit ich mich gut fühle und gut arbeiten kann. Fitness-Zeitschriften beim Arzt? Nein, niemals. Interessiert mich nicht. Schauen Sie sich doch die Models an: So lange die ihre Klappe halten, ist es gut. Aber wenn zum Beispiel ein bestimmtes deutsches Model den Mund aufmacht, denkst Du: Oh nee, bitte, bitte, mach ihn einfach wieder zu. Eine Schönheits-Diät käme damit für Sie auch nie in Frage... Nein. Lieber würde ich 40 Tage in die Wüste gehen, um rauszukriegen, was ich wirklich will. Aber wer unbedingt eine Diät machen möchte, sollte sich auch vorher mögen – und zwar so, wie er ist. © 2001 Südwest-Presse |