| Verträumte Motive für Love-Story (Haller Tagblatt und Kreiskurier, 05.05.04) |
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| Hall ist seit gestern Schauplatz einer ungewöhnlichen Liebesgeschichte. Ein Playboy und eine Pietistin spielen die Hauptrollen in der Familienkomödie "Himmlische Verführer", die bis 5. Juni in der Siedersstadt gedreht und in einem Jahr in der ARD gesendet wird. | |
| Schwäbisch Hall. Die erste Klappe fiel am Montag um
8.15 Uhr in der Gelbinger Gasse. Genauer: Vor dem Haus Nummer 72, das einen
Frauenheld aus Frankfurt und eine fromme Bibliothekarin aus "Rietzlingen"
- so der fiktive Name des romantischen Schwaben-Städtchens - unfreiwillig
zusammen-bringt. Es geht um eine Erbschaft, aber in erster Linie geht es
natürlich um die Liebe. Und weil der Film mit Gegensätzen spielt,
das verträumte Schwäbisch Hall so ganz anders ist als das hektische
Frankfurt und die Vorgaben des Drehbuchs im Kochertal am besten umgesetzt
werden konnten, entschied sich Regisseur Olaf Kreinsen nach langer Suche
für die Siedersstadt. Die Hauptrollen sind mit prominenten Schauspielern besetzt. Erfolgs-Komödiant Walter Sittler, bekannt durch die TV-Serien "girl friends" und "Nikola", spielt den Playboy "Johnny John". Susan Anbeh, die 2003 mit Götz George in "Verliebte Diebe" und 1995 mit Meg Ryan und Kevin Kline in "French Kiss" vor der Kamera stand, ist die Pietistin Susanna. |
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| 21 Drehtage sind vorgesehen, ein Stab von 40 Mitarbeitern
hat sich bis 5. Juni im "Adelshof" einquartiert. "Die Poesie
und Magie der Geschichte lebt durch Schwäbisch Hall", schwärmt
Stefan Jakob. Er und Julianne Thevissen von der Kölner Produktionsfirma
"Rhein Film" sind froh, doch noch den richtigen Drehort gefunden
zu haben. Regisseur Olaf Kreinsen und Produktionsleiterin Claudia Schurian fuhren durch ganz Baden-Württemberg - und hatten eines Morgens in Hall ihren Aha-Effekt. "Ja, das muss er sein, dieser Ort Rietzlingen, den Drehbuchautor Marcus Hertneck im Sinn hatte" - so könnte es den beiden durch den Kopf geschossen sein. Dabei wollten sie nur das alte Pfarrhaus im Braunsbacher Teilort Steinkirchen anschauen. Marcus Hertneck, dessen Großmutter das Gebäude einst gehörte, hatte ihnen den Tipp gegeben. Für die Innenaufnahmen bot sich das Pfarrhaus an. Also übernachteten Olaf Kreinsen und Claudia Schurian in Schwäbisch Hall - und hatten zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. |
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Doch sie stießen nicht nur auf pittoreske Gassen und blühende
Flusslandschaften, sondern auch auf "dieses selbstbewusste Württemberg
und die Tradition des Barock-Pietismus" (Marcus Hertneck) - beides
tragende Elemente der Geschichte um den hoch verschuldeten Playboy "Johnny
John", der das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter verkaufen
möchte. Aber das Erbe fällt nicht an ihn, sondern an die fürsorgliche
Susanna, die kurz vor der Hochzeit mit dem strengen Glaubensbruder Peter
Pfefferle steht. Das findet Sohnemann Tim gar nicht gut. Er schlägt
sich auf die Seite von "Johnny" und setzt Himmel und Hölle
in Bewegung, um aus den beiden ein Paar zu machen. Johnny wiederum liefert
sich mit Susanna und ihren "frommen Erbschleichern" amüsante
Duelle - die in einem Jahr ganz Deutschland zur besten Sendezeit genießen
kann. Neben dem Haus Nummer 72 in der Gelbinger Gasse (Außenaufnahmen) und dem Inneren des alten Pfarrhauses in Steinkirchen werden dann unter anderem die Henkersbrücke und die Katharinenkirche, der Steinerne Steg und der Keckenhof sowie der Unterwöhrd und die Polizeistation in der Salinenstraße zu sehen sein. Nur mit dem Marktplatz und der Großen Treppe gibt es noch Probleme. Dort laufen die Proben der Freilichtspiele, und das Zeitkorsett ist eng. Produzent Stefan Jakob: "Wir brauchen nur ein Tag. Es wäre doch zu schade, wenn das Herz der Stadt im Film nicht zu sehen wäre". © 2004 Haller Tagblatt und Kreiskurier; Ralf Reichert |
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