"Meine drei Kinder bekomme ich immer satt"
(Heim & Welt / Neue Welt 11.02.04) |
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| Die Rolle des arroganten, selbstverliebten Chefarztes Dr.
Robert Schmidt aus der Serie "Nikola" ist Walter Sittler (51)
zum Glück ganz und gar nicht auf den Leib geschrieben. Doch dem Schauspieler
geht es auch gar nicht um Ähnlichkeiten mit seiner Rolle. "Ich
liebe gute Filme, egal ob Komödie oder tragödie" erklärt
der Vollblutschauspieler, für den jede Rolle eine Herausforderung ist.
So auch die Figur des überforderten Kindergarten-Gründers Stefan
Herrlich in "Der Mustervater", der kürzlich im TV lief. Heim
& Welt wollte von dem dreifachen Vater wissen, ob er denn im wirklichen
Leben ein "Mustervater" ist. |
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Könnten Sie ohne ein weiteres die Pflichten eines
Hausmanns übernehmen?
Hausmann sein ist kein Problem. Ob ich es allerdings schaffen würde,
einen ganzen Kindergarten unter Kontrolle zu halten, da wäre ich vorsichtig.
Können Sie denn kochen?
Also ich bekomme meine Kinder immer satt (lacht). Nach einer Weile wiederholen
sich zwar meine Gerichte, aber ich komme ganz gut klar.
Welche Gerichte beherrschen Sie aus dem Effeff?
Aus dem Kopf kann ich acht Gerichte, den Rest schaue ich nach.
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Was servieren Sie, wenn Ihre Frau mal nicht da ist?
Lothringer Auflauf, den kennt kein Mensch, das ist mit Nudeln und Hackfleisch,
ganz typisch für große Familien.
Wie steht's mit Putzen und Bügeln?
Ich putze nicht gern, aber ich kann es ganz gut. Und wenn ich alleine
bin und ein Hemd oder eine Hose muss gebügelt werden, dann mache
ich es halt. Schaff ich sogar faltenfrei.
Meinen Sie, Frauen können den Haushalt besser führen als
Männer?
Angeboren is es nicht. Es hat eher was mit mangelnder Übung zu tun,
mit der Erziehung und noch immer mit der Wertschätzung. Hausfrau,
das zählt bei uns nichts. Und Jungs wollen nur Dinge tun, die Eindruck
machen.
Sie sind jetzt 51 - wie denken Sie über Ihr Alter?
Ich genieße die Erfahrungen, die ich gemacht habe. Sie helfen mir,
die Dinge heiterer zu sehen. Ich möchte nicht jünger sein -
keinen Tag.
Wie steht es mit der Gesundheit?
Da habe ich Glück gehabt. Ich merke nur, dass meine Kondition nicht
mehr so gut ist. Mir laufen mehr Leute davon. Aber was soll's? DIe können
zwar schneller laufen, aber kommen auch nicht woanders an.
Wie würden Sie bei einer schlechten Nachricht reagieren?
Wenn beispielsweise bei einer Vorsorgeuntersuchung etwas Schlimmes herauskäme,
würde ich es annehmen und überlegen: "Was mache ich jetzt
damit?"
Müssen denn Ihre Kinder Jennifer (18) Benedikt (17) und Lea-Marie
(15) im Haushalt helfen?
Ja, und zwar gleich von Anfang an. Wir verlangen nicht viel, aber von
jedem etwas und alle werden da gleich behandelt.
Ihre Mutter hatte acht Kinder. Hat Ihr Vater mit angeholfen im Haushalt?
War er ein Vorbild für Sie?
Mein Vater hat kaum mit angepackt. Wenn meine Mutter ihn bat, einmal Wasser
heiß zu machen, fragte er ironisch zurück "Wo ist die
Küche?" Er hat viel mit uns gemacht, uns Musik und Literatur
nahe gebracht. Aber im Haushalt war er nicht zu gebrauchen.
Kristallisieren sich bei Ihren Kindern schon Berufswünsche heraus?
Nein, außer bei Lea. Sie wir in irgendeiner Form Musik betreiben.
Garantiert. Und das weiß sie auch.
© 2004 Heim & Welt / Neue Welt
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