Johannes B. Kerner Show
(ZDF, 21.04.05)
 
JBK: Und gleich zu Beginn begrüße ich einen der beliebtesten Schauspieler unseres Landes. Herzlich Willkommen, Walter Sittler. [Sie begrüßen sich und überlegen kurz, auf welchem Sessel Walter Platz nehmen soll.] Später bleibt nichts aus, dann kommt die Robbe ins Studio, dann wird's ...

Walter: Das ist für mich auch kein Problem.
   
JBK: Überhaupt kein Problem?

Walter: Nee, weil das erste Stofftier, das ich bekam, als ich zwei oder drei war, war eine Robbe. Die war damals für mich SO groß - in Wirklichkeit war sie wahrscheinlich nur so groß - die ist aber dann bei den vielen Umzügen verloren gegangen. Und sozusagen mein erstes Tier war eine Robbe.

JBK: Sie wissen aber schon, dass bei uns keine Stofftiere kommen, sondern echte Robben, also...?

Walter: Das hab ich so verstanden, ja. Wollen wir mal sehen.

JBK: Ich hab ein bisschen Hemmungen, um ehrlich zu sein. Denn mir ist gesagt worden, die küssen mich. Und ich weiß bis jetzt noch nicht wirklich, ob ich das...
Walter Sittler

Walter: Wir können da ja schon mal üben.

JBK: (lacht) ...den Robben-Kuss. Ob ich das wirklich will. Warten wir's ab. Haben Sie schon mal mit Tieren gedreht?

Walter: Ja, schon ein paar Mal. Also wir haben in Afrika mit Pferden gedreht. In der Wüste, das ist natürlich wunderbar, weil man da reiten kann, wohin man will, da gibt es keine Grenzen. Und mit Hunden.
 
Walter Sittler
JBK: Insofern also mit normalem Vieh was so eine Rolle spielt in Fernseh-Serien?

Walter: Ja. Und einmal mit einem Papagei. Der musste mich angreifen, was er dann auch getan hat. Es hat nicht weh getan, also es war ein trainierter Papagei. Aber sonst noch nicht, nee.

JBK: Man sagt mit Tieren ist es schwer vor der Kamera und mit Kindern. Was ist schwerer?

Walter: Sagen wir so: Auf der Bühne sagt man: "Wenn Tiere oder Kinder auf der Bühne sind: Geh einfach ab!" Denn du hast keine Chance. Weil die so eine gute Ausstrahlung haben. Aber das stimmt, ja: Kinder und Tiere sind schwierig.

JBK: Wir werden mit den Hauptdarstellern von Robbie genau darüber gleich sprechen. War bei Ihren dreien eigentlich mal die Gefahr oder die Lust - ich will es mal positiv formulieren - dass einer auch Schauspieler wird? Die sind mittlerweile 15, 17, 19...

Walter: 15, 18, 19. Die Lust ja. Meine älteste Tochter hat mit mir schon gespielt in dem Zweiteiler beim ZDF. Und die hat schon einen Film für die Akademie gemacht und die jüngste auch. Wer das jetzt tatsächlich im Endeffekt dann als Beruf machen wird, weiß ich nicht.

JBK: Also ist noch nicht so ausgereift bisher?

Walter: Nee.

JBK:
Ist ja auch nicht das Alter wo man das schon effektiv sagen muss...

Walter: Ich hab ja selber auch erst mit 24 überhaupt richtig angefangen.

JBK: Als Schauspieler? (Walter nickt) Spätentwickler.

Walter: Noch später. Mit 25 hab ich überhaupt die Prüfung erst gemacht.

JBK: Aber erfolgreich entwickelt.

Walter: Ja, aus der zweiten Reihe.

JBK: Gut Ding will Weile haben könnte man auch sagen. Welches Kind ist Benedikt von den dreien?

Walter: Der Mittlere.

JBK: Der Mittlere. Das ist ja nun ein Name, der große Popularität erlangt hat seit einigen Stunden.
 
Walter: Ja, wir haben ja nicht nur einen. Mein Schwiegervater heißt auch Benedikt, insofern ist der neue Papst in guter Gesellschaft und das ist auch ein sehr schöner Name. Und ich glaube auch, die ganzen Sachen, die man in der Zeitung liest, dass er so konservativ ist und so streng ist, das stimmt zum Teil auch. Aber ich bin immer sehr vorsichtig mit dem was in der Zeitung steht. Es könnte gut sein, dass er einer von denen ist, die mit dem Amt wachsen. Solche Beispiele gibt es immer wieder. Und er ist ja unbestreitbar mit großer Autorität gesegnet und viele mögen ihn auch sehr.

JBK: Es heißt ja, bei dem, was er bislang gemacht hat, musste er eben nach innen wirken, da war er der Strenge, der Prinzipien-Bewahrer. Und jetzt muss er mehr nach außen wirken, vielleicht stimmt das tatsächlich.

Walter: Ja, ich denke man mit ihm einfach wie mit allem anderen auch umgehen. Er hat jetzt ein neues Amt, jetzt lassen wir erst mal Zeit vergehen und schauen dann.
Walter Sittler

JBK: Haben Sie Ihren Sohn "Benedikt" genannt, einfach weil der Name gut klingt, oder weil er eine Tradition hat in der Familie oder weil "Benedikt" übersetzt "Der Gesegnete" Ihnen auch etwas bedeutet?

Walter: Wir haben ihn Benedikt genannt, weil mein Schwiegervater Benedikt heißt und er hat den zweiten Namen Edward, das ist der Name von meinem Vater. Daher kam das. Und dass es "der Gesegnete" heißt, war eine sehr schöne Beigabe.
 
Walter Sittler
JBK: Religion muss ja ein Thema gewesen sein bei Ihnen zuhause. Der Großvater Pfarrer, der Vater hat Theologie studiert. Welche Rolle hat denn Glaube oder Religion im Allgemeinen in Ihrem Elternhaus gespielt?

Walter: Ich glaube, dass Religion für uns alle ein ganz wichtiges Thema ist, weil die ganze Gesellschaft ja davon durchdrungen ist. Man hat Religionsunterricht, man hat Kreuze überall, man hat diese wunderbaren Kirchen. Und mein Vater und mein Onkel - der war auch Theologe - stammen aus einer Familie, die ist sind evangelisch-lutheranisch. Und da war die Sicht auf die Menschen so, dass man die Menschen fördern soll. Dass man das Potenzial der Menschen fördern soll. Das war bei uns immer wichtig, deswegen sind auch viele Lehrer aus der Familie hervorgegangen. Und wir haben jeden Sonntag Morgen in München - da war ich acht - jeden Sonntag die Bach-Kantate gesungen um halb neun und anschließend gab es eine Lesung von meinem Vater.

JBK: Eine Lesung des Vaters, also eine Ersatz-Predigt?

Walter: Ja, genau. Denn ich bin nicht mehr in der Kirche, mein Vater hat uns aus der Kirche herausgenommen, weil er sagte: "Ich halte diese Amtskirche - nicht die Religion, aber die Amtskirche nicht mehr aus!" Und deswegen bin ich in keiner Kirche im Moment.

JBK:
Aber Sie sind interessiert am Thema, das merke ich in diesem Gespräch.

Walter: Klar, weil ich das ganz wichtig finde.
 
JBK: Mussten Sie als Achtjähriger oder durften Sie als Achtjähriger? Wie haben Sie da empfunden? Bei der Formulierung "jeden Sonntag" sind die Mundwinkel so ein bisschen runter gegangen.

Walter: Ich glaube, wenn man 8-14jährige fragt, ob sie sonntags morgens um acht aufstehen wollen... das ist nicht so doll, oder? Aber wir haben's gemacht, klar.

JBK: Weil das einfach ein Ritual war...

Walter: Es war ein Ritual und es war auch schön, im Nachhinein war es sehr sehr schön, dass muss ich schon sagen.

JBK: Das wollte ich gerade sagen: im Rückblick verändert sich die Sicht und Sie sagen, es war sehr schön.
Walter Sittler

Walter: Nicht nur das. Ich glaube auch für Familie und Gemeinschaften sind Rituale sehr sehr wichtig. Auch Wanderungen, die wir dann machen mussten. Als wir losgingen war's blöd - kaum war man zwei Stunden weg, war's wunderbar.

JBK: Hat der Vater Sie herausgenommen aus der Kirche oder sind Sie irgendwann selbst ausgetreten?

Walter: Mein Vater. Ich konnte das damals gar nicht. Als er das gemacht hat, war ich, glaube ich zehn.

JBK: Noch nicht religionsmündig.

Walter: Ja. Aber merkwürdigerweise war ich zur gleichen Zeit bei den Münchener Chorbuben und wir haben immer in Kirchen gesungen. Und ich hab das ganze lateinische Zeug gelernt und gesungen, obwohl ich selber nicht mehr in der Kirche war.

JBK: Sie waren vorher evangelisch? (Walter nickt) Dann sind Sie ja sozusagen um die Konfirmations-Geschenke gebracht worden?

Walter: (gespielt traurig) Ja. Aber das können wir ja noch nachholen.

JBK: Alles zu seiner Zeit. Gibt es manchmal so einen Gedanken bei Ihnen wieder einzutreten? Oder ist das Thema nicht relevant?

Walter:
Ich habe darüber noch nie nachgedacht, Sie erwischen mich da auf dem linken Fuß. Also meine Frau und meine Kinder sind katholisch. Ich hab noch nicht drüber nachgedacht, nein.

JBK: Ist interessant, aber na gut. Das klären Sie mit sich selbst und...
 
Walter Sittler
Walter: Nein, ich glaube auch, der Umgang mit den Menschen und eine die Art wie man mit Menschen umgeht, die ist ja unabhängig von der Kirche.

JBK: Zumindest unabhängig von der Mitgliedschaft in einer Kirche. Egal welcher Konfession.

Walter: Ja. Aber die Kirche kann einem helfen und ich glaube - wenn wir schon von dem Papst sprechen - dass er das auch will. Dass man eine Regel findet, wie man leben kann, wie man leben soll und was richtig ist. Und das wird, glaube ich, ein wesentlicher Bestandteil werden.

JBK: Finde ich interessant. Katholische Ehefrau, drei katholische Kinder... ich wollte gar nicht so lange mit Ihnen darüber reden, aber jetzt muss ich ein paar Nachfragen stellen. Wie wichtig ist Ihnen denn die Vermittlung von christlichen Werten? Vom Glauben an sich?

Walter: Ich würde erst mal von Werten reden. Die sind manchmal identisch mit den christlichen Werten, viele wahrscheinlich, aber ich würde erst mal von grundsätzlichen Werten reden, weil die jenseits unserer Gesellschaft ebenfalls gelten.

JBK: Das heißt Solidarität, Nächstenliebe...
 
Walter: Ja, das man mit dem anderen so umgeht, wie man möchte, dass er mit einem selber umgeht. Und das klingt vielleicht jetzt ein bisschen pathetisch, aber ich finde dieses eine Gebot, dass man den Nächsten so lieben soll, wie sich selbst, ist eine sehr kluge Angelegenheit. Dazu muss man sich aber selbst erst mal lieben und das ist ein ganz schwieriges Unterfangen, finde ich.

JBK: Gemeinschaft: ist das ein wichtiger Gedanke, ist das Zusammenleben Ihnen wichtig?

Walter: Sehr!

JBK: Wie wichtig sind zum Beispiel Ihre Erinnerung an Ihre Internatszeit in Salem? An eine Schule, die von außen als Elite-Internat bezeichnet wird.
Walter Sittler

Walter: Das ist ein bisschen so ein Schlagwort, das würde ich nicht benutzen. Das ist einfach eine sehr gute Schule, die sehr gut ausgestattet ist und viele finanziell potente ehemalige Schüler hat, die der Schule helfen können.

JBK: Ja, Prinzen und Könige!

Walter: Prinzen und Könige, da macht aber gar nix, das ist völlig wurscht. Entweder sie können die Werte, die die Schule hat vermitteln und weitergeben oder nicht. Ganz egal wie reich sie sind. Und die Schule hat einen besonderen Stil, und ich glaube, das macht das aus, dass man denkt, es ist ein Elite-Internat. Ich selber wäre, glaube ich, lieber zuhause geblieben. Es gibt Kinder, für die ist Internat ganz wunderbar und ich hab insgesamt von der Schule her sehr gute Erinnerungen, aber ich hätte lieber die Eltern gehabt.

JBK: Und warum sind Sie ins Internat?

Walter: Das war aus familiären Gründen von meinen Eltern, die wollten das gerne und es hatte auch andere Gründe und ich kriegte auch ein Stipendium und dann ging das. Aber ich glaube, für die meisten Kinder, sag ich mal so pauschal, ist das Zuhause wichtiger mit der Zuneigung der Eltern, wenn sie die bekommen.

JBK: Hat Sie das Internat geprägt?

Walter: Ja.

JBK: Wie?
 
Walter Sittler
Walter: (überlegt lange) Ich war sehr viel auf mich allein gestellt im Internat, weil man eben kein Eltern hat und keine Geschwister.

JBK: Das klingt traurig.

Walter: Ein bisschen ist es das auch. Und man war auf sich allein gestellt und man hat irgendwie geschaut, wie komme ich durch? Ich war immer Schulsprecher und alles Mögliche und hab Ämter gehabt und viel Sport gemacht und so. Aber die emotionale Nähe, die man mit Geschwistern haben kann, wenn es funktioniert, oder eben mit den Eltern oder der Mutter haben kann, die hat man dort nicht. Und das hat mir gefehlt.

JBK: Wird man konservativ, wenn man auf eine konservative Schule geht?

Walter: Nein! Man kann konservativ werden, muss aber nicht.

JBK:
Es muss nicht passieren.

Walter: Nein.

JBK: Aber dass Ihre drei Kinder nicht auf dem Internat sind, ist ja eigentlich ein klares Bekenntnis. Eine klare Abrechnung mit der Vergangenheit.
 
Walter: Es war nie Thema bei uns.

JBK: Sind Sie ein konservativer Vater?

Walter: (überlegt kurz) Was ist ein konservativer Vater?

JBK: Ich hatte ja die Interpretation Ihnen überlassen...

Walter: Glaube ich eher nicht, nein.

JBK: ... ich hab es ja nur mal einfach so gefragt und Sie schnappen mich mit der Gegenfrage. Viele denken an streng, an wertkonservativ, an diszipliniert, an ritualisiert, an Sonntag morgens Frühstück, wobei das ja auch schön sein kann.
Walter Sittler

Walter: Nee, insofern bin ich sicher kein konservativer Vater. Es gibt ein paar Sachen, die mir wichtig sind und die bereden wir auch. Und ansonsten sind wir drum bemüht, dass die Kinder das werden, was sie eigentlich schon sind, wenn sie auf die Welt kommen. Also ich glaube, wenn man sie führt und so ein bisschen geleitet, mit Banden links und rechts, die man ständig erweitern muss, dann gehen die Kinder den Weg, der richtig ist. Und wir wissen das nicht von vorneherein. Und wenn einer sagt: "Ich weiß, was für die Kinder richtig ist!" frage ich mich, ob das stimmt.

JBK: Also Erziehen heißt: Freiheit beibringen?

Walter: Ja, Freiheit beibringen. Mit sich selbst umgehen können, die Potenziale, die man hat, entwickeln und vor allen Dingen, dass sie glücklich werden, wenn sie was machen, was sie können.

JBK: Bevor wir über einen bemerkenswerten Samstagabend-Krimi sprechen, der "Gegen jedes Risiko" heißt und wir auch einen wirklich bemerkenswerten Ausschnitt sehen, möchte ich noch eine private Frage noch stellen. Wobei so privat ist sie nicht, denn ich frage eher nach dem Rezept. Sie sind seit 20 Jahren verheiratet und anscheinend glücklich. Ist das mehr Glück gewesen oder viel Arbeit?

Walter: Also das "anscheinend" können Sie weglassen, das stimmt tatsächlich.

JBK: Ja, so wie wir wissen "glücklich", Sie müssen mir ja noch längst nicht alles erzählen.
 
Walter Sittler
Walter: Es ist zum Teil Glück, dass man den richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt trifft, dafür kann ich gar nicht besonders viel. Und ich kann's immer nur wiederholen: auch, dass man den anderen nicht in der Tasche hat. Dass derjenige, selbst wenn man mit ihm zusammenlebt, sich entwickelt. Ich selber entwickle mich und ich muss diese Entwicklung verfolgen egal in welche Richtung sie geht. Das heißt ja nicht dass sie mich nicht mag, wenn sie mal woanders arbeiten geht oder andere Ideen oder andere Gedanken hat als ich. Man muss nicht alles gleich haben. Aber ... Respekt. Einen ganz entspannten Respekt für den anderen.

JBK: War es für Sie wichtig, dass Sie nun nicht gerade mit 18, 19 geheiratet haben, sondern schon über 30 waren?

Walter: Ja, das war extrem wichtig.

JBK: Das Leben schon ein bisschen gesehen haben.

Walter: Ja, da hat man schon ein paar auf die Nase bekommen und weiß, das mit der Verliebtheit ist sehr schön, aber das ist nur ein ganz kleiner Teil des Ganzen. Und wenn man das weiß und sagt: da gibt's dann ein paar Täler, durch die geht man durch und dann kommt man zu Gegenden, von denen ahnt man nicht mal, dass es sie gibt. Und das wird immer mehr.

JBK: Wird immer schöner, je länger man verheiratet ist?

Walter: Wenn man auf dem richtigen Weg ist schon.

JBK: Sie sind auf dem richtigen?

Walter: Das müssen andere beurteilen. Ich fühle mich richtig, ja.

JBK: Ok, mehr will ich gar nicht wissen. Grüßen Sie Ihre Frau recht herzlich. Jetzt reden wir über "Gegen jedes Risiko", das läuft am Samstag Abend um 20.15 Uhr, also zur besten Sendezeit im ZDF. Und da spielen Sie einen Detektiv. Nur das wäre eine wirklich einfache Beschreibung. Was diesen Film anders macht als andere Krimis, das kann man erahnen, wenn man einen kurzen Ausschnitt sieht.

Der Ausschnitt endet mit "Ich hätte diesen Fall nicht übernehmen dürfen."

JBK: Warum nicht? Also warum hätten Sie ihn nicht übernehmen sollen, diesen Fall?

Walter: Das ist eine Frage, die kann ich nicht beantworten, denn sonst erzähle ich zu viel vom Film. Das muss man im Film erfahren.

JBK:
Aber es ist schon eine andere Geschichte, oder? Es ist irgendwie anders erzählt. Also nichts Gewalttätiges, aber es lässt einen nicht los, das spürt man ja schon nach diesen 30-40 Sekunden, die wir gesehen haben.

 
Walter: Es ist eine ganz andere Geschichte und die Hauptfigur, die ich spielen kann, das ist einer, der sieht den Riss in den Menschen und versucht dadurch heraus zu finden, warum sie solche Sachen machen, warum sie betrügen, warum sie lügen und er ist der Wahrheit auf der Spur. Das ist ein sehr psychologischer Film und ich finde ihn sehr spannend und wenn einer sagt "Naja, Versicherungsdetektiv, da kann doch nix sein!" Da kann ich nur sagen: "Der Film wird euch eines Besseren belehren, schaut ihn euch an!"

JBK: Es muss nicht immer ein Kriminalkommissar sein.

Walter: Nein und es ist ein astreiner Krimi, das ist gar keine Frage. Aber eben ohne Kommissar. Die Polizei spielt eine Rolle, aber nur am Rande.
Walter Sittler

JBK: Und ein Krimi-Mann am Samstag, das ist ja schon fast 'ne Meldung wert. Sonst sind das im ZDF ja meistens Frauen.

Walter: Ja, ich bin auch sehr froh, dass ich auf dem Samstag Abend gelandet, muss ich sagen.

JBK: Samstag, 20.15 Uhr "Gegen jedes Risiko. Haben Sie schon mal Stress gehabt mit der Polizei, Staatsanwalt, Versicherungen?
Walter: Nicht wirklich, nein.
 
Walter Sittler
JBK: Aber Sie haben doch mal eine Nacht irgendwo in einer Polizeizelle verbracht?

Walter: Ja, aber da hatten wir... (überlegt)

JBK: Ach das war freiwillig, so zu Besuch mehr?

Walter: Nee, nee, das war schon... wir waren von der Schule, als ich in Salem war, nach München gefahren für irgendeine Party. Und wir fuhren zurück und waren zu viert und alle ungefähr so groß wie ich und waren unterwegs in einem Fiat 500. Und der bliebt natürlich irgendwann bei Landshut stehen und fuhr nicht weiter und dann hat die Polizei uns aufgesammelt und wir durften bei denen übernachten, denn wir hatten nix. Wir hatten kein Geld mehr, wir hatten natürlich alles verjubelt und waren auf dem Weg nach Hause.

JBK: Und dann einfach da übernachtet? Eigentlich billiger als Jugendherberge und man braucht noch nicht mal einen Jugendherbergs-Ausweis.

Walter: Ja, man muss nur Glück haben, dass die Polizisten nett sind. Unsere waren sehr nett, muss ich sagen.

JBK: Na, dann wünsche ich Ihnen so viel Glück weiterhin im Leben. "Gegen jedes Risiko" heißt es Samstag Abend, 20.15 Uhr im ZDF. Das hier ist der Hauptdarsteller, bei dem ich mich sehr herzlich für das Gespräch bedanke. Walter Sittler!

Walter Sittler
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