| DAS! (NDR, 02.09.99) |
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Sandra Maahn: Guten Abend und herzlich Willkommen
bei DAS! Mariele Millowitsch hatte unseren heutigen Gast gleich zwei Mal
als TV - Partner. Erst war er ihr Hoteldirektor in "girl friends",
dann wurde er zum Chefarzt in der Serie "Nikola" befördert.
Herzlich Willkommen: Walter Sittler. Walter: Guten Abend. Ich freue mich sehr. [....] |
| S. Maahn: Unser Gast hat schon ein ziemlich bewegtes Leben hinter sich. Geboren in Chicago. Gelebt in Lima. Gearbeitet als Krankenpfleger und Taxifahrer. Heute ist er ein erfolgreicher Schauspieler und z.B. an der Seite von Mariele Millowitsch ein echter Frauenschwarm. Walter Sittler. | |
| Eingespielt wird die "am Strand auf Mallorca"
Szene. S. Maahn: Nun wissen wir auch woher das kommt mit dem "Frauenschwarm", ne? Mariele Millowitsch ist so ein bißchen Ihre Dauer-Fernsehpartnerin, nicht? Walter: Ja, das hat sich ergeben durch "girl friends", wo wir einfach zusammenkamen in der Folge 9 und nie wieder auseinander gegangen sind, letztlich. S. Maahn: Und sie hat Sie auch mit zu "Nikola" genommen. Da war sie, glaube ich, relativ maßgeblich dran beteiligt, dass das so gekommen ist. |
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| Walter: Sogar sehr! Ohne die Mariele wäre ich
nicht in "Nikola" dabei. Sie hat gesagt: "Ich spiele euch
das, aber nur wenn ihr den Sittler engagiert als Dr. Schmidt" und da
haben die gesagt: "Sind Sie wahnsinnig? Wir wollen doch keinen Hoteldirektor
als Dr. Schmidt." Da hat sie gesagt: "Egal, den will ich!"
Ja und der Erfolg ... gibt ihr Recht. S. Maahn: Nun waren Sie für die Rolle ja irgendwie auch prädestiniert, als selber ehemaliger Krankenpfleger, oder? Walter: Sagen wir so: Meine Rolle als Dr. Schmidt ist die Rache an der ZVS. (S. Maahn schmunzelt) Ich hab damals fünf Jahre auf einen Studienplatz gewartet und als ich dann endlich einen hatte, dann wollte ich nicht mehr und ... das ist meine Rache. S.: Ok, das lassen wir so stehen. (Walter lacht) Filmbeitrag über amerikanische Touristen in Mecklenburg-Vorpommern. S. Maahn: Stichwort Amerika: Sie sind dort geboren. Nämlich in Chicago, glaube ich. Walter: In Chicago, ja. S. Maahn: Und haben dort die ersten Jahre auch gelebt. Walter: Also in Chicago nur kurz, aber dann im mittleren Westen 6 Jahre und dann ist die ganze Familie - ich als jüngstes von acht Kindern - mit nach Deutschland. 1959. Und seitdem bin ich Deutschland. Ich bin aber auch Deutscher, weil meine Mutter ja Deutsche ist. S. Maahn: Bis auf ein Jahr Lima. Was verschlägt einen denn nach Lima? Walter: Ich hatte ...habe sie noch, eine Schwester dort. Und ich wußte damals nicht, was ich anfangen soll mit meinem Leben nach dem Abitur und Wehrdienst. Und dachte, ich geh mal nach Lima und such mal, ob ich es rausfinde. Hab's aber nicht rausgefunden. S. Maahn: Ist das das übliche Problem der jüngsten Kindern. Zu gut behütet daheim? Walter: Ach, so gut behütet ist man gar nicht. Aber man hat so viele verschiedene Sachen, die stattfinden zu Hause, dass man nicht weiss, was man eigentlich machen soll. Und so viele Vorbilder, die schon so viel gemacht haben, dass man denkt: "Und was mach ich jetzt? Wer bin ich? Was mache ich?" Na gut, aber danach ist es ja so geworden, wie es jetzt ist. S. Maahn: Dann sind Sie kurz Krankenpfleger geworden, oder nicht kurz, sondern fünf Jahre beim Warten auf den Medizin-Studienplatz.... |
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Walter: ... also nicht ganz fünf Jahre. S. Maahn: ...und haben dann aber doch lieber "Schauspiel" studiert. Walter: Ja, ich war also zweieinhalb Jahre Krankenpfleger. Dann bin ich Taxifahrer geworden um mein Leben zu finanzieren. Dann bin ich auf die Schauspielschule gegangen und dann war ich 15 Jahre am Theater und jetzt bin ich frei. Sozusagen. |
| S. Maahn: Sie sind verheiratet. Haben Sie in einer
Hochzeitskutsche geheiratet? Walter: Nein, wir haben ganz einfach auf dem Standesamt geheiratet. Keine Kirche und auch keine Kutsche. S. Maahn: Auch schön, wenn auch nicht wirklich romantisch. Filmbeitrag über zwei Tüftler, die u.a. einen besondere Art von Pferde-Kutsche entwickelt haben. S. Maahn: Ist doch klasse, auf was für Ideen man mit Ende 50 / Anfang 60 so kommen kann. Walter: Toll, toll, wunderbar. Immer wach bleiben. S. Maahn: Machen Sie sich Gedanken über so was wie Alter und Zukunft? Walter: Nicht wirklich, weil ich hab zum Glück einen Beruf, wo man mit dem zunehmenden Alter immer neue Rollen bekommen kann. Man ist ja nie fertig. Und plötzlich spielt man die Rollen des Vaters, dann spielt man die Rollen des Großvaters, dann spielt man die Rollen des Greises - solange man noch fit ist - und das ist natürlich sehr schön. S. Maahn: Sie haben in unserem Fragebogen auf eine Frage - jedenfalls für mich überraschend - geantwortet, nämlich nach dem glücklichsten Moment in Ihrem Leben, sagen Sie, dass wäre 'ne unfaire Frage. Was ist denn daran unfair? Walter: Weil ... es gab 'ne ganze Reihe sehr glücklicher Momente und wenn ich jetzt sagen müsste: "Du bist der glücklichste Moment", dann ist der andere zwangsweise ein weniger glücklicher und das fände ich nicht fair. Ich find die Hierachie nicht gut. Ich hab ne ganze Reihe glücklicher Momente, ich kann auch welche sagen, wenn ... S. Maahn: Ich bitte darum. Walter: Ein sehr glücklicher Moment war, als meine Frau mir sagte, dass sie schwanger ist mit dem ersten Kind. Da waren wir noch gar nicht verheiratet. Und danach haben wir dann geheiratet. Ein anderer war als .... jedes der Kinder geboren wurde. Und so, also haufenweise gibt's da noch. (S. Maahn nicht zustimmend) |
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| S. Maahn: Nun spielen Sie .... oder sind Sie richtig
berühmt geworden durch die Serien. Walter: Ja. S. Maahn: Ist Serie etwas, was Sie festlegt? Walter: Mich persönlich nicht. Ich weiss, dass es Menschen gibt, die sagen: "Der ist jetzt - um es salopp zu sagen so ein 'Serien-Heini' geworden". Manche legen das so fest, ich nicht. Ich glaube auch nicht, dass es das tut. Hab auch keine Angst davor. |
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| Eingespielt wir die "FOX Wochenschau"
S. Maahn: Sie haben es gerade schon mal angesprochen: Sie haben drei Kinder. Das ist für heutige Verhältnisse schon 'ne richtig große Familie. Wie funktioniert denn das? Einerseits als Schauspieler viel unterwegs und dann drei Kinder. Walter: Ich bin ja seit vier Jahren erst frei und viel unterwegs, davor war ich 15 Jahre fest am Theater. Und da war ich viel zu Hause. Gut: morgens Probe, abends Vorstellung, aber sonst viel zu Hause. Und jetzt ist es ... funktioniert es, weil meine Frau zu Hause das beieinander hält. Und ich bin einfach so oft ich kann da. S. Maahn: Was heißt denn das? Wieviel ist denn das in etwa? So wie Sie arbeiten? Walter: Das ist ... z.B. jetzt war ich zwei Monate zu Hause. Davor war ich vier Wochen in England, da war die Familie aber zwei Wochen da. Und letztes Jahr z.B. haben wir einen Zweiteiler gemacht für's ZDF: "Die Wüstenrose", die um 2000 kommt. Da war die ganze Familie sieben Wochen mit mir in Afrika. Und das war toll! S. Maahn: Und das funktioniert auch mit Arbeiten? Da Sie sind auch nicht abgelenkt? Walter: Nein. S. Maahn: Also Sie können das ab, wenn dann alle drei Gören drumrum toben? Walter: Ja, weil ... ich mag meine Familie sehr. Und es ist nicht so, dass sie dauernd auf einem rumtoben, die sind ja auch nicht mehr so klein. Also die Jüngste ist 10. Und es gibt mir viel Kraft, ich mag das gerne. S. Maahn: Interessieren Sie sich für Technik? Waren Sie auf der IFA? Walter: Ich war diesmal nur kurz auf der IFA, aber ich interessiere mich dafür, ja. Filmbeitrag über die IFA 1999 und danach direkt ein Filmbeitrag über gefährliches Kinderspielzeug S. Maahn: Walter Sittler, "Nikola" läuft weiter. Was wird denn aus "girl friends"? Walter: Ich habe natürlich kein Mandat vom ZDF irgendwas zu sagen, aber ich bin gefragt worden, ob ich noch 'ne Staffel spiele oder zwei und habe nicht nein gesagt. Und ich weiss auch vom Autor, dass er viele, viele, viele Ideen hat, die er in die nächsten Staffeln einarbeiten wird, wenn die denn kommen. S. Maahn: Das heißt, die "girl friends" Fans können hoffen. Walter: Haben ... effektiven Grund zu hoffen, ja. S. Maahn: Spielen Sie immer noch auch Theater? Walter: Nein. S. Maahn: Kommen Sie dazu noch? |
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Walter: Nein, ich würde im Prinzip, wenn
es 'ne gute Anfrage gäbe, würde ich es ganz gerne, aber die
Zeit reicht nicht. Ich spiele nicht mehr, nein. S. Maahn: Wenn man 'ne Serienrolle spielt wie z.B. "Nikola", wo jetzt die nächsten Staffeln a) anlaufen und b) gedreht werden. Ist da nicht irgendwann die Gefahr, auf den Chefarzt festgelegt zu werden doch relativ groß? |
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Walter: Das ist wie die Frage vorhin. Also wenn man
dann mal Serie spielt, ob man immer Serie spielt. Es ist so, dass die Menschen,
die das sehen, vor allen Dingen meine zukünftigen Arbeitgeber ... dass
es da einige gibt, die das sicher denken. Aber andere sehen nur, was der
Schauspieler da treibt und entweder es gefällt ihnen oder nicht. Egal,
wie lange man das macht. S. Maahn: Fühlen Sie sich eigentlich wohl mit der Titulierung "Frauenschwarm"? Walter: Unangenehm ist es nicht. (er grinst) |
| S. Maahn: Ok. Es gibt einen Menschen, da ist man
sich nicht so ganz sicher, ob er ein Frauenschwarm ist, oder nicht: Dieter
Bohlen. Wie würden Sie das einschätzen? Frauenschwarm ja oder
nein? Walter: Dazu müsste ich 'ne Frau sein. S. Maahn: Das war sehr diplomatisch. Und zum Schluss musste Walter noch sein Können als "Krankenpfleger" unter Beweis stellen und bei einem bettlägrigen Patienten die Bettwäsche wechseln. Macht er - wie zu erwarten - sehr gekonnt :-))) © 1999 NDR |
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