"Zu Hause bestimme ich, wo's langgeht"
(Neue Welt, 09.01.02)
 
Am 16. Januar beginnt die neue Staffel der Erfolgserie "girl friends". Neue Welt traf die beiden Hauptdarsteller. Bei den Dreharbeiten gaben sie Einblicke in ihr Privatleben.

Einige Zeit pausierte Ronaldo Schäfer in der Serie. Mussten Sie neu in diese Figur einsteigen?

Es dauerte nicht lang, bis ich ihn wieder total verkörpern konnte. Wir Schauspieler haben die Figuren wieder zum Leben erweckt.

Können Sie gut mit der Popularität umgehen, die mit der Rolle verbunden ist?
Es passiert mir schon mal, dass mich Leute als Ronaldo ansprechen. Wenn nicht gut aufgelegt bin, nervt es. Wenn ich aber gut drauf bin, bin ich auch freundlich zu den Leuten. Ich gebe auch gerne Autogramme.

Sie nehmen sich auch Auszeiten für Ihr Privatleben. Wie lange darf eine Pause sein?
Bis das nächste Projekt kommt. Es war nie länger als zwei Monate. Ich war Gott sei Dank noch nicht in der Situation, dass ich dringend auf einen Anruf gewartet habe. Ich bin mir meines Glücks bewusst. Es gibt viele Kollegen, die alles annehmen müssen, was sie kriegen, weil sie das Geld zum Leben benötigen.

Es heißt, Sie hätten Ihre Frau vor 16 Jahren auf einer Lehrerkonferenz Ihrer Mutter kennengelernt. Stimmt das?
Nicht ganz. Das Internat, das ich vor vielen Jahren besuchte, machte eine Lehrerfortbildung und es gab eine Feier zum 65. Geburtstag meines früheren Internatsleiters. Als Überraschung waren ehemalige Schüler eingeladen. Wir sollten Döntjes erzählen. Ich war dabei, weil meine Mutter, die da als Lehrerin arbeitete, mich gebeten hatte mitzukommen.
Ich komme in den Saal rein und habe die Sigrid sofort gesehen. Sie war dort Kunst- und Gymnastiklehrerin. Ich lernte Sigrid im Oktober kennen. Im Februar hat sie gekündigt und war in Mannheim bei mir.

Sie arbeitet heute als Choreografin?
Ja, sie hat viel mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, Musicals und Stücke geschrieben. Im Moment arbeitet sie für die "Junge Oper" in Stuttgart an einem Stück. Sie ist jetzt freiberuflich tätig, nachdem sie zehn Jahre an der Kunstschule in Ludwigsburg war.

Kann Ihre Frau Sie zu einem Walzer auf einem Ball überreden?

Sie tanzt wunderbar. Ich tanze gerne mit ihr, weil sie Klasse ist.

Ihre älteste Tochter Jennifer, die heute 16 ist, hat mal mit Ihnen vor der Kamera gestanden. War das in Ordnung für Sie?
Da war sie zwölf, und ich hab sie sogar vorgeschlagen. Sie hatten schon ein Mädchen für die Rolle. Ich hab mit Videoaufnahmen, die wir auf unserem Balkon gedreht haben, die Produktion überzeugen können. Wenn sie Schauspielerin werden will, werde ich sie nicht daran hindern.

Was für ein Vater sind Sie?
Mal sehr streng und gar nicht kumpelhaft und dann wieder der Kumpel, wo wir nur Mist machen. Ich sage schon, wie ich möchte, dass es zu Hause zugeht. Da bestimme ich wo's langgeht.

Sie werden dieses Jahr 50 Jahre alt...
Ich feiere alle meine Geburtstage. Ich möchte keinen Tag jünger sein, ehrlich. Das, was dazu kommt, ist positiv.

© 2001, Neue Welt; Marion Schröder