Am 07.04. dürfen wir uns auf "Die unlösbaren
Fälle des Herrn Sand" freuen - machen Sie uns mal ein wenig neugierig?
Das ist ein ganz ungewöhnlicher Kriminalfall, weil hier ein Polizeipsychologe
dabei ist, der durch äußerst tragische Umstände in seiner
Familie, Fähigkeiten entwickelt hat, Menschen zu durchschauen und Beweisstücke
oder Sachen, die mit dem Fall - in diesem Fall den Morden - zu tun haben,
auf eine Weise in Zusammenhang zu bringen, an der die Polizei scheitert.
Und dadurch kann er am Ende den Fall lösen.
Ist diese Art von Crime-Comedy eine neue Art der Comedy?
Ich glaube Crime-Comedy wäre in diesem Fall falsch, weil es um einen
Mörder geht, bzw. darum, wer den Mörder dazu bringt, das zu
tun, was er tut. Und das ist keine Comedy. Es ist kein Kriminalfilm im
herkömmlichen Sinne, weil ja nicht die Polizei im Mittelpunkt steht,
sondern dieser Polizeipsychologe, der mit seinen wunderbaren Mitteln der
Polizei hilft, das Ganze aufzuklären.
Herr Sand mag keinen Schmutz, er hat einen extremen Sinn für
Ordnung - wer ist dieser Herr Sand eigentlich?
Ja, der Herr Sand hat eben durch diese tragischen Ereignisse in seiner
Vergangenheit Angst bekommen, dass er wieder etwas kaputt macht. Und um
dieser Angst zu überwinden, macht er alles ganz ordentlich um sich
herum. Also in seiner Wohnung, und mit sich selber. Wenn er aber dann
in einen Fall hineingezogen wird - was die Kommissarin, die ihn von früher
kennt, dann tut - dann vergisst er das alles und geht so weit in den Fall
hinein, dass es schon fast wieder gefährlich für ihn wird. Rücksichtslos
geht er in den Fall rein, um das zu lösen, was da ist. Zwischendurch
kommen dann seine Ängste vor Schmutz und so weiter, aber das hindert
ihn nicht dran, selbst in den Abwässern der Stadt herrumzustaksen,
um das aufzulösen.
Sind Sie im Privatleben ähnlich?
(Walter lacht) Nein. Also, ich meine jeder von uns hat extreme Seiten
in sich, ob er die jetzt auslebt oder nicht ist eine andere Sache. Aber
ich bin im normalen Leben in meinem Privatleben ich bin ein ganz normaler
Mensch. Ich arbeite gerne, ich fahr gerne nach Hause, ich geh gerne ins
Kino. Also ich habe diese [Anm.d.W.: solche extremen??] Sachen
natürlich alle. Aber wenn man, sagen wir mal in einem normalen Zustand
ist, dann hat man die einfach im Griff..
Was hat Sie an dieser Rolle gereizt? Ist es dieses Extreme?
Es ist dieser Zustand, in den ein Mensch kommen kann, wenn ihm das passiert,
was eben diesem Sand zugestossen ist. Und dass er dann die Welt mit anderen
Augen sieht. Er sieht alles mit andern Augen und sieht die Zusammenhänge
viel klarer, wo andere überhaupt keine Zusammenhänge sehen.
Und das ist irrsinnig spannend. Denn aus der der Erfahrung, wenn man viel
spielt und auch Theater gespielt hat, dann weiß man auch, dass die
Dinge nicht immer das sind, was sie scheinen. Und er ist einer, der das
alles ganz anders als die anderen.
Was spielt Leonie (Elke Wilkens) für eine Rolle in dem Leben
des Herrn Sand?
Die Leonie ist die Schwester von Sands Ex-Frau, also seine Ex-Schwägerin.
Die ist lebenslustig, gerade und nicht von irgendwelchen Schatten belastet.
Sie ist ein Sonnenschein eigentlich. Aber nicht naiv. Und sie bringt ihn
einfach im Leben vorwärts. Denn er versucht sein Leben wieder irgendwie
normal hinzukriegen und sie hilft ihm dabei. Einfach bedingungslos, weil
sie es nicht beurteilt, wie er ist, sondern ihn einfach mag und ihm hilft.
In dem Movie spielt außerdem ein Teddybär eine entscheidende
Rolle, richtig?
In diesem Fall spielt ein Teddybär, ja mehrere Teddybären mit.
Also der Teddybär als Archetyp spielt eine sehr große Rolle.
Welche Rolle ist das?
Da darf man natürlich nicht zu viel verraten. Also es ist so, dass
der Mörder sehr viel mit Teddybären zu tun hat und die eine
wichtige Rolle in seinem Leben und auch im Leben von jemand anderem spielen.
Das verrate ich aber jetzt nicht.
© 2005 RTL
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