| Mein Morgen (RTL, 17.12.99) |
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Neben dem Interview zum Beginn der Sendung, durfte Walter auch Oma Medy beim Kochen assistieren und war ausserdem Teilnehmer beim Talk zum Thema "Wenn Männer zu sehr schweigen". (oder so ähnlich). Das alles lässt sich allerdings nur schwer "zu Papier" bzw, "auf den Bildschirm" bringen, deswegen gibt's an dieser Stelle nur die Mitschrift des eigentlichen Interviews. Moderiert wurde die Sendung von Tanja Paidar und Anne Gesthuysen. |
| Tanja: Bei "Nikola" spielt er den mehr oder
weniger sympathischen Dr. Robert Schmidt und auch im wahren Leben wollte
er eigentlich mal Arzt werden, bis es ihn dann zur Schauspielerei verschlagen
hat. Hier ist er. Herzlich Willkommen: Walter Sittler! Guten Morgen! Walter: Hallo! Anne: Hier ist er jetzt bei uns und bevor wir miteinander reden, gucken wir noch mal, wie der in der Serie ist. Walter: Ja wunderbar, das ist gut. Gezeigt werden einige Ausschnitte aus der aktuellen Staffel, darunter mit Baby Max aus "Die Babyfalle" und das Ende von "Katz und Maus" (Schmidt unter der "Farbdusche") |
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| Walter: (lachend) Sehr schön! Sehr schön,
ja! Tanja: Wenn man selber aus eine Großfamilie kommt und selber auch noch drei Kinder hat ... fällt es einem dann schwer sich so ungelenk anzustellen? Walter: (lacht) Nein, das ist ja der Beruf, das ist ja was ganz anderes. Im Gegenteil, es macht Spaß. Anne: Wollte ich gerade sagen: Es muss einen Mordsspaß machen, das zu drehen. Walter: Ja. |
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| Anne: Obwohl auf der anderen Seite, wenn so Farbe
ins Auge läuft... ? Passiert so was schon mal? Walter: Nein. Anne: Nie? Walter: Nö. Anne: Das geht alles ohne Schaden ab? Walter: Das geht ohne Schaden ab, ja. Das bereiten wir gut vor und dann ist das ja auch keine Farbe, die wirklich weh tut, selbst wenn sie ins Auge kommt. Und damit ist das kein Problem. Anne: Ach so. Tanja: Das klingt jetzt so, als gäbe es ÜBERHAUPT keine Probleme beim Dreh. (Walter bricht erst mal in Lachen aus) Es ist ja immer ein Genuss, sich den Abspann anzuschauen, gerade bei "Nikola". Weil dann immer so die ganzen Pannen kommen... Walter: Ja. Tanja: Da laufen Sie dann durch den Gang und reden und reden und reden und irgendwann drehen Sie um und sagen "wir machen das Ganze noch mal" Walter: Ja, das ist einfach weil ... "Nikola" hat eine unglaubliche Geschwindigkeit insgesamt. Und dann verheddert man sich manchmal im Text und dann kommt man einfach nicht mehr raus und das passiert immer mal wieder. Und dadurch entstehen dann solche Sachen, wie wir hier gesehen. Nee, wir haben's noch gar nicht gesehen, oder? Tanja: Nee, das haben wir nicht, aber ich glaube, das haben mit Sicherheit einige Zuschauer schon gesehen... Anne: Ist das nicht so ein bisschen peinlich, wenn man immer wieder gezeigt wird, als derjenige, der sich ständig verspricht oder sonst irgendwas oder ist das eher lustig? Walter: Das ist eher lustig. Das ist sehr gut, weil die Situationen, die da entstehen ... das sieht man auch an den Zuschauerreaktionen, die sehen das sehr gerne, wenn solche Sachen schiefgehen. Nöö, ist nicht peinlich, überhaupt nicht! Anne: Das sind die Zuschauer. Und wie reagieren Freunde und Verwandte? Oder die großfamilie, wie reagieren die auf solche Versprecher? Walter: Ja es gibt welche, die sagen, dieser Abspann ist das Schönste. Das ist natürlich sehr schade, wenn sie das sagen, aber... (alle lachen) Es ist auch sehr schön, es ist wirklich so. Weil ... wenn dann Sachen schief gehen, das ist wie am Theater auch. Ich war ja sehr lange am Theater und wenn dann auf der Bühne was schiefgeht während der Vorstellung ... die Zuschauer finden das gar nicht peinlich, sondern da gibt es meistens Applaus für. Anne: Jetzt haben wir eben schon die Übereinstimmung "Babies im Film und Großfamilie" gehört. Auf der anderen Seite haben Sie ja auch ein Medizin-Studium. Haben Sie's beendet? Walter: Ich hab's gar nicht angefangen. Anne: Sie haben's gar nicht angefangen? Sie wollten es nur anfangen? Walter: Ich hab viele Jahre gewartet, damals bei der ZVS und dann ist es mir abhanden gekommen mehr oder weniger. Ich dachte, also gut, wenn das nicht sein soll, dann lasse ich es halt. Und dann kriegte ich den ersten Zulassungsbescheid in Berlin und hab's zurückgeschickt. Hab gesagt: "Kinders, nicht mit mir! Ich mach was anderes." Da wusste ich noch nicht, dass ich Schauspieler werde. Und da bin ich dann Taxi gefahren und war Möbelpacker und hab studiert als Gast an der Uni: Philosophie und Geschichte. Hab gemerkt "Äh, das ist nicht das Richtige für mich hier, das ist falsch." Und dann bin ich Schauspieler geworden. Tanja: Sie sind ... in München sind Sie Taxi gefahren, ne? Walter: Ja. Tanja: So als Münchnerin muss ich dann schon die Frage stellen: "Wie kommt man jetzt z.B. vom Marienplatz noch zum alten Flughafen Riem, war das wahrscheinlich, oder?" Walter: Alter Flughafen Riem? Ja, da fährt man einfach die Prinzregenten-Straße raus. Das ist ganz einfach. Prinzregenten-Straße raus bis nach Riem und dann ist man schon da. Tanja: Das stimmt sogar. Walter: Jaa, das ist nun einfach... Anne: Hast du nicht noch was Komplizierteres? Tanja: Ja, wir haben ja vorher schon drüber gesprochen. Na, ich könnte jetzt über Talkirchen kommen und dann wird's richtig eng wahrscheinlich. Das ist aber auch 'ne gemeine Ecke. Walter: Talkirchen? Na, da würde man dann über die Brücke fahren zum 60er - Stadion (TSV 1860 München, Anm.d.W.), die mittleren Ring lang und dann wiederum die Verlängerung der Prinzregenten-Straße. Anne: Alle Münchner applaudieren jetzt (Walter lacht) und alle Kölner gucken verduzt ... Walter: War auch einfach... Anne: Haben Sie das jetzt noch im Kopf, weil Sie ein fotografisches Gedächtnis oder weil Sie diese Strecken einfach so oft gefahren sind? Sind das gängige Strecken? Walter: Nein, sie (Tanja) hat einfach ein wirklich schöne Frage gestellt, weil da ist das 60er - Stadion. Und da bin ich als 10jähriger für 50 Pfennige in der Kurve gestanden und deswegen kenne ich die Gegend ganz gut. Tanja: Richtig, immer noch 60er Fan? Walter: Nein, nicht mehr wirklich. Jetzt wohne ich seit vielen Jahren in Stuttgart und mein Sohn ist VfB - Fan und dann aus Solidarität bin ich VfB Fan. Tanja: Das haben jetzt die 60er nicht wirklich gerne gehört. |
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Walter: Nein, aber sie sind gut. Ich schaue mir die
Spiele gerne an. Da war Radenkovic noch dabei und Brunnmaier, diese Zeit
war das. Da war Bayern, also der FC Bayern war noch ein kleiner Vorortverein,
der war da gar nix. Tanja: Stimmt wohl. Anne: So alt sind Sie doch noch gar nicht. Walter: Wollen Sie's wissen? 47. |
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Anne: Aha. Gut gehalten.
Richtig gut gehalten. Da bin ich jetzt auch ein bisschen verblüfft.
Aber das Taxifahren und dieses Strassen - Lernen ... hat Ihnen das geholfen
jetzt beim Rollen-Lernen? Beim Drehbuch - Lernen? Walter: So hab ich das noch gar nicht gesehen. Kann sein, ja. Aber ich konnte immer schon schnell lernen, also warum weiß ich auch nicht. Ja, ich lern schnell. Anne: Dann wäre ja so ein Medizinstudium auch gar nicht so verkehrt gewesen. Da muss man ja auch viel lernen. Walter: Wahnsinnig viel. Aber als Arzt, also als Dr. Schmidt gefällt's mir ehrlich gesagt besser. |
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| Tanja: Aber wie schafft man eigentlich immer diesen
Drahtseilakt? Ich hab mich ja auch schon mal umgehört.. Es gibt ja
kaum ein so - ich sag's jetzt mal ganz deutlich - sympathisches Arschloch
wie Dr. Schmidt, weil man könnte ihn eigentlich alle 5 Minuten ein
Mal an die Wand klatschen (Walter muss wieder lachen) aber dann ist er auch
wieder richtig kuschelig. Das muss doch ein ewiger Drahtseilakt sein. Walter: Also für mich nicht. (alle drei lachen). Tanja: Also, das wollen wir jetzt doch gerne mal ein bisschen vertiefen. |
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| Walter: Nee, es ist so: Als ich das erste Buch las,
was die Mariele mir gab und ich dachte: "Oh, die Rolle gefällt
mir! Die ist gut!" Ich mag ihn ehrlich, weil er so ein ... er ist ein
kleiner Junge geblieben. Er ist ein kleiner Junge geblieben und er wird
so behandelt als sei er der Größte der Welt. Und das nimmt er
dann natürlich an. Jungs haben das so an sich, dass sie das dann nehmen
und über sich gibt es nur noch Gott vielleicht, aber sonst niemanden.
Anne: Er wird ja nicht so behandelt, sondern er will so behandelt werden. Walter: Ja, aber die anderen behandeln ihn ja auch so. Anne: Ja, gut stimmt. Walter: Und er ist wie alle anderen Männer auch, er will einfach ein bisschen Liebe haben irgendwo. Er kann es nur nicht sagen. Sondern er tut es auf 'ne andere Art ranholen. Er fordert es ein und tut so, als ob er der große Gigolo wäre, das stimmt aber alles gar nicht. Er ist ein ganz kleiner Kerl, der eigentlich nur, der nur in den Arm genommen werden will und dann wäre alles gut. Tanja: Ja, gucken wir mal. Großfamilie: Da wird wahrscheinlich auch Weihnachten gefeiert. Walter: Ja immer. Tanja: So richtig mit Baum? Walter: Also dieses Jahr feiern wir Weihnachten tatsächlich in der großfamilie, weil meine Geschwister und meine Mutter und ich ... wir treffen uns bei meinem Bruder in Mexiko. Der hat dort ein Haus und sind dann ... also wir sind 'ne kleine Runde: wir sind vielleicht 16 oder 17. Und danach ging es dann zum nächsten Programmpunkt der Sendung: Weihnachtsbaum - Schmücken. © 1999 RTL |
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