| "Komödie ist ernst" (rtv, 04.04.00) |
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| Diese Woche sehen wir den Frauenschwarm Walter Sittler
als Priester. Was der TV-Star außerdem gerne mal drehen würde,
verriet er rtv-Redakteur Matthias Roth im Interview. Er bringt Frauenherzen zum Schmelzen als Ronaldo Schäfer in "girl friends" und ist umwerfend komisch als Dr. Schmidt in "Nikola." Im aktuellen ZDF - Zweiteiler "Das Herz des Priesters" spielt Walter Sittler einen katholischen Geistlichen, der sich verliebt. Da liegt die Frage nahe: |
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| Herr Sittler, soll die katholische Kirche das Zölibat
abschaffen? Unbedingt! Die Vorteile, die sich sich davon erhofft - bessere Versenkung, Konzentration - wiegen die Nachteile nicht auf. Alle sind ja Menschen mit Liebe und Libido. Und mit der Bibel lässt sich das Zölibat nicht begründen. Petrus war verheiratet... Ja, das ist auch gut. Die sollen heiraten und Kinder kriegen! Sind Sie ein religöser Mensch? Man kommt ja um die Kirche in unserer Zivilisation nicht rum, wenn man die Augen offen hat. Muss man auch nicht. Religion an sich ist ja nichts Schlechtes. Als TV-Thema ist die Kirche ja recht gefragt. Warum? Weil es ein anderer Ort ist und andere Menschen. Da gelten andere Gesetze. In unserem Film erzählen wir allerdings einfach eine Liebesgeschichte. Wir kritisieren nicht die Kirche. |
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| Sie spielen da eine dramatische Rolle. Genauso gut kriegen
Sie aber auch das Komische hin... Die Komödie und die tragödie sind ja sehr nah beieinander. Man muss Komödie ernsthaft spielen! Ist dann die Arbeit an ernsten und komischen Rollen auch sehr ähnlich? Dass unterscheidet sich schon sehr. Komische Figuren sind sehr kräftig gezeichnet. Bei "normalen" Filmen ist man sehr viel vorsichtiger mit extremen Sachen. Was ist schwerer: ernst oder heiter? Vom Handwerklichen ist die Komödie schwieriger, aber vom Emotionalen ist wiederum Drama das Schwierigere. Komödie ist für uns in Deutschland besonders schwer, weil wir nicht so viel Tradition haben. Weil wir nicht die Leichtigkeit haben, Sachen, die eigentlich dramatisch sind, hereinzulassen. Roberto Begninis "Das Leben ist schön" hätte also bei uns niemals gedreht werden können? Genau! Was ist im deutschen Fernsehen witzig? Ich finde die "Wochenshow" gut. Und dann gibt es eine Reihe hervorragender Kaberettisten. Und Stefan Raab? Ist nicht meine Welle. Aber er weiß genau, wie's geht. Ein richtiges Mediengewächs. Gab es schon Filme, bei denen Sie es im Nachhinein bereut haben, mitgemacht zu haben? Das hat's gegeben, aber das werde ich jetzt nicht sagen. Das merkt man schon beim Drehen: die Atmosphäre, wie tief man in die Materie eindringt ... Ich sag's den Leuten dann schon, aber nicht in der Öffentlichkeit. Was sagen Sie zu irreführenden Filmtiteln wie "Unschuldige Biester"? Will das Publikum betrogen sein? Manche Programmmacher denken: Wenn ich nicht reißerisch ankündige, guckt keiner mehr. Die kommerziellen Sender müssen einfach viel stärker um die Quote kämpfen und haben seit längerer Zeit den trend, mit einem reißerischen oder voyeuristischen Touch das Publikum zu binden. Ich glaube nicht, dass das funktioniert. Das Publikum ist nicht blöd. Ihre Biografie ist recht international. Wollen Sie gerne mal international arbeiten? Sehr gerne! Ich habe ja sehr spät mit dem Fernsehen angefangen, war lange beim Theater. Der Übergang dann vom Fernsehen zum Film ist nicht ganz so einfach. Und zu internationalen Produktionen auch nicht, weil es auch hier Kategorisierungen gibt. Und dann ist man halt der, der Serien spielt. Aber würde ich gerne machen! Spanisch habe ich zwar lange nicht mehr gesprochen, aber mein Englisch ist ziemlich gut... Das Ziel heißt also Kino? Gerne! Sofort! Welches Genre? Schöner Western in Süditalien. Mit Clint Eastwood? Geil! © 2000 rtv, Matthias Roth |
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