"Der ist mit sich im Reinen"
(SAT.1, Februar 2005)
 
Sind Sie zufrieden mit der Fortsetzung von "Ein Fall für den Fuchs"?
Ja, wir hatten ein bisschen wenig Zeit, aber es ist sehr gut geworden. Mit Sigi Rothemund hatten wir einen sehr erfahrenen Regisseur, der weiß, was er tut.

Es sieht so aus, als hätten Ihnen die Dreharbeiten mächtig Spaß gemacht.

Das stimmt. Wir Darsteller, also die Gang in diesem Film, vertragen uns alle gut und hatten großes Vergnügen dabei. Das Team, die Firma in Frankfurt, alle haben an einem Strang gezogen, ein guter Kameramann, das sind alles sehr glückliche Umstände.

Hätten Sie anfangs gedacht, dass der "Göttergatte und Ganove" mal in Reihe gehen wird?

Ich hatte es, ehrlich gesagt, gehofft. Ich mag die Gang, ich mag die Figur, die ich spiele und es gefällt mir, dass wir etwas hinbekommen, das die Leute offenbar wiedersehen wollen.

Sind Sie an der Entwicklung der Figur Max beteiligt?

Natürlich redet man über die Figur. Aber im Wesentlichen machen das die Autoren selbst. Natürlich gucken die, wer da spielt, was der vorher gemacht hat und was man ihm zutrauen kann. Im besten Fall trauen sie mir mehr zu, als sie bis jetzt gesehen haben.

Im Laufe der Zeit entwickelt man doch sicher eine gewisse Affinität zu dieser Figur...

Ja, schon. Ich mag die Figuren immer, die ich spiele, sonst kann ich es nicht machen. Ich mag es, dass Max nach außen ein ganz normales Leben führt und heimlich dem folgt, was ihm wirklich Spaß macht, was er kann und außerdem irgendwie sinnvoll ist.

Ist Max eine Figur, die Ihnen eher fremd oder nah ist?

Eher nah. Schon durch die Art, wie er mit seiner Familie umgeht - diese Klarheit, mit der er sagt, das ist meine Frau, es gibt keine andere, und ich will auch keine andere. Nicht, weil er andere nicht sieht. Der ist mit sich im Reinen, er ist wach, nimmt sich nicht so wichtig usw.

Max begibt sich sehr oft recht selbstlos in große Gefahr - was genau motiviert ihn eigentlich?

Er kann Leute nicht leiden, die glauben, bloß weil sie viel Geld und Macht haben, können sie sich alles erlauben. Leute die meinen, sie sind unheimlich schlau, schlägt er mit den eigenen Waffen. Und weil er dabei nicht seinen eigenen Vorteil verfolgt, sondern Spaß an der Sache hat, ist er ihnen mit seiner Gang immer eine Nasenlänge voraus. Er pinkelt denen zwar mächtig ans Bein, aber ganz so selbstlos ist es auch wieder nicht. Einen Teil der Beute behalten sie immer um ihr Leben zu finanzieren, bzw. Geld für den nächsten Coup zu haben.

Eigentlich wollte Max Kerner sein diebisches Treiben an den Nagel hängen. Was stimmt ihn um?

Der Kitzel der Gefahr, die Lust am Spiel mit gefährlichen Situationen, die Aussicht, einem dieser schlipstragenden Gauner so richtig eins auszuwischen und der Spaß, einem der Opfer auf ungewöhnliche Weise zu seinem Recht zu verhelfen - das alles kann er einfach nicht lassen.

Seine Frau Andrea, gespielt von Simone Thomalla, kommt im ersten Teil dahinter und drängt ihren Mann aufzuhören - jetzt will sie auf einmal mit einsteigen, aber das wiederum will er anfangs nicht...

Ja, er will aufhören, weil sie fast erwischt worden sind, aber was soll er machen. Ein bisschen Robin Hood ist er ja auch und das findet sie sexy, aufregend - was ihm wiederum gefällt. Das Problem ist, dass sie mit ihrer Unwissenheit Teil seiner Tarnung war. Jetzt muss er halt umdenken, aber das ist ja die Stärke, weshalb die Gang nicht erwischt wird, weil sie ständig die Richtung ändern können, spontan sind. Seine Frau wird also jetzt mitmachen, allerdings so wie er will, nicht wie sie es gerne hätte - womit weitere Probleme sichergestellt sind.

Steckt Max eigentlich in einer Midlife Crisis - die hübsche Freundin seines Sohnes zumindest bringt ihn ein bisschen durcheinander...

Die unverhohlene, fast naive Anmache bringt ihn ins Schwimmen, stimmt, aber eher, weil er eine Vorstellung davon hatte, wann sein Sohn eine Freundin haben würde und wie sie dann ungefähr wäre. Diese ist nun das komplette Gegenteil: erstens älter als der Sohn, zweitens tritt sie als kleine Lolita auf, mit der alle Männer nur das Eine wollen können. Das klappt natürlich nicht, aber irritierend ist es schon für Max.

Haben Sie schon mal was geklaut?

Ja, früher schon. Das Schlimmste war, als ich meinen Eltern mal Geld geklaut habe. Da war ungefähr zehn. Wir haben damals in München gelebt, und ich wollte unbedingt so richtig aufs Oktoberfest. Ich habe auch versucht Geld zu verdienen, für 50 Pfennig die Stunde Tennisbälle aufsammeln, aber das hat nie gelangt. Das Ganze war keine gute Nummer und hat mir auch sehr leid getan, aber es musste wohl sein.

Wie würden Sie "Ein Fall für den Fuchs" beschreiben?

Eine sehr unterhaltsame, witzige, schnelle und intelligente Komödie.

Wie geht's bei Ihnen weiter?

Zurzeit drehe ich in Köln mit Mariele Millowitsch die neunte und letzte Staffel "Nikola" für RTL. Und dann hoffe ich natürlich, dass es mindestens eine weitere Folge von "Ein Fall für den Fuchs" geben wird.

© 2004 SAT.1; Christiane Beeck