"Walter Sittler hofft noch"
(Stuttgarter Nachrichten, 18.02.03)
 
Walter Sittler ist Schauspieler - und engagierter Bürger. Als el-Kaida-Terroristen am 11. September 2001 das World trade Center dem Erdboden gleichgemacht und tausende von Menschen in den Tod gestürzt hatten, gehörte der in Vaihingen wohnende Schauspieler zu denen, die vor den Patch Barracks Blumen niederlegten. Auch jetzt, da ein Irak- Krieg droht und die deutsch-amerikanischen Beziehungen zerrüttet erscheinen, hat Sittler eine Meinung.

Er erkennt in Deutschland keinen virulenten Antiamerikanismus, sehe man von extrem rechten Kreisen ab. "Es gibt eine Gegnerschaft zur jetzigen US- Regierung, aber die wird nicht übertragen auf die USA." Bushs Regierung repräsentiere nicht ganz Amerika, sagt Sittler, der zwar nur den deutschen Pass hat, aber in den USA geboren wurde. Egal, ob er mit Schwester und Bruder in Texas oder mit der Nichte in Boston spricht: "Meine Verwandten wissen, dass man die Regierung kritisieren und das Land dennoch mögen kann." Saddam Hussein sei kein Waisenknabe. Aber Präventivkriege sehe die Demokratie einfach nicht vor. Auch der Einwand, dass ein Präventivkrieg gegen das Dritte Reich der Welt viel Leid erspart hätte, ziehe nicht. "Der Irak ist in erbarmungswürdigem Zustand. Welche Gefahr geht von dort aus?"

Ob der Krieg noch zu verhindern ist? Da gibt es auch bei Sittler Zweifel. Denn im Weißen Haus säßen Falken, die schwarz-weiß denken. Und 150 000 US- Soldaten seien schon in der Region. "Aber ich gebe die Hoffnung erst auf, wenn der Krieg begonnen hat."

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