| "Kein "Nikola" ohne Dr. Schmidt" (Stippvisite, 01/2003) |
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| Er tut mächtig arrogant, trägt seine Nase ziemlich
hoch; 1,94 Meter; bringt Frauenherzen zum Flimmern und kann so hilflos schauen,
dass es einem das Herz bricht: Walter Sittler, alias Dr.Schmidt aus der
aktuellen Erfolgsserie "Nikola". Wer ihn in anderen Filmen gesehen
hat, weiß, dass auch seine ernsten Rollen tief unter die Haut gehen.
Birgit Russell hatte Gelegenheit, mit dem ausgezeichneten Schauspieler zu
sprechen. Herr Sittler, welche Ihrer Rollen spiegelt den Menschen Walter Sittler am ehesten wider? Keine ganz. Natürlich stelle ich mich für jede Rolle zur Verfügung, aber eben nur Teile von mir, mal mehr, mal weniger. Aber ich muss zugeben, dass ich alle meine Rollen mag - auch, aus vielen Gründen, Dr. Schmidt. Sie wirken liebenswert, bescheiden und selbstlos. Lernt man das, wenn man in einer Familie mit sieben Geschwistern aufwächst? Auch. Zum Teil gehört es einfach zu meiner Person und, wissen Sie, ganz so selbstlos bin ich dann auch wieder nicht, sonst ginge das mit dem Beruf nicht so gut. Warum mussten Sie eigentlich schon mit 13 Jahren ins Internat? Das hatte Ursachen in der besonderen familiären Situation damals, zudem war ich ja anfangs mit zwei meiner Geschwister im Interna der Merz-Schule in Stuttgart. Die meisten Menschen werden durch Zufall Schauspieler. Wie war es bei Ihnen? Zufall, Lust, Frustration über die fruchtlosen, jahrelangen Versuche an die Universität zu kommen. So etwa, und auch Glück, was man immer braucht, wenn es klappen soll. Sie sind seit 17 Jahren verheiratet, während Ihre Geschwister fast alle geschieden sind. Was bedeutet Ihnen Ehe und Familie? Dafür lohnt es sich zu leben, so wie für viele andere Dinge auch. Es ist sehr spannend, Kinder aufwachsen und sich verändern zu sehen, von Ihnen zu lernen. Und die Liebe in der Ehe und Familie macht mich glücklich, das ist es wohl. Man könnte vermuten, bei Ihrem Erfolg lebten Sie in einer Villa, hätten Ihren Butler, einen Chauffeur und Ihre drei Kinder würden in einem elitären Internat auf ein elitäres Leben vorbereitet. Aber weit gefehlt. Meine Frau und ich definieren uns nicht über Besitz, sondern haben viele Ideen, die nicht alle billig sind, reisen geren, wollen unseren Kindern auch die Welt zeigen und geben gerne Geld für unser soziales Umfeld aus. Die Kinder bereiten sich bei uns uf das Leben vor, in so vielen Facetten, wie es geht. Die dünne Luft des Reichtums hat mich nie gelockt, der Kontakt zum Boden, auch in mir selbst, ist für mich wichtiger. Die beste Voraussetzung für ein Leben in unserere Gesellschaft ist ein gesundes Selbstbewusstsein und eine Familie, in der man respektiert und geliebt wird, in der man sich zu der Person entwickeln kann, die man ist. Gibt es etwas, was Ihr Glück noch vollkommener machen könnte? Das ist die falsche Frage. Glück ist nichts, was man besitzt, und formen kann, wie ein Haus, bei dem man sagt, jetzt diese Türe noch so und eine Sauna, dann ist es perfekt. Es ist ein Geschenk, dass man immer wieder in veränderter Form erhält. Das Glück nimmt manchmal Formen an, die man sich nicht vorstellen kann. Glück kommt überraschend und hält sich nicht an das, was man glaubt, zum vollkommenen Glück zu brauchen. Das ist gut so. Gibt es etwas, womit Sie nie konfrontiert werden möchten? Sicher, aber ich versuche möglichst dem Leben nicht auszuweichen. Und wenn die Zukunft hässliche und unschöne Dingen und Erlebnisse für mich bereithält, dann werde ich mich dem stellen müssen. Motivieren Sie doch bitte noch unserer Leser, vorwiegend Menschen, die gesund werden möchten. Seien Sie gut und vor allem gnädig zu sich und auch zu Ihrem Körper. Die Freundlichkeit zu sich selbst und auch zu Ihrem möglicherweise kranken Körper weckt Kräfte, deren Wirkung man leicht unterschätzt, sowohl in körperlicher und seelischer Hinsicht, als auch im Hinblick auf die Menschen, mit denen Sie täglich umgehen. Herr Sittler, vielen Dank für das nette Gespräch und weiterhin viel Erfolg. © 2003 Stippvisite; Birgit Russel |