"Ich möchte kein peinlicher Vater sein"
(tina, 10. Mai 2006)
 
"Trau niemals deinem Schwiegersohn" - in seinem neuesten Fernsehfilm sieht man den Schauspieler ("Nikola", "Girl friends") einmal in einer ganz anderen Rolle: Als Vater, der alles versucht, den Freund seiner Tochter zu vergraulen (Sat.1, 16. Mai, 20.15 Uhr). tina-Redakteurin Anke Gappel sprach mit Walter Sittler über Vertrauen, peinliche Eltern und Ehe-Glücks-Rezepte.

Mal ehrlich: Waren Sie schon mal eifersüchtig auf den Freund Ihrer Tochter Jennifer (20)?
Nein, die Jenny hat da wirklich einen guten Geschmack.

Und was ist mit Ihrer jüngeren Tochter (16)?
Lea-Marie wohnt zurzeit bei einer Familie in Schweden. Sie besucht dort für ein Jahr eine spezielle Musikschule. Wen sie da alles kennt, weiß ich nicht. Aber ich vertraue ihr total.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen morgens in die Küche und da sitzt ein fremder junger Mann...
Das ist schon passiert.

Und wie haben Sie reagiert?
Ich habe mich vorgestellt und dann Frühstück mit Eiern gemacht. Das ließen wir uns schmecken.

Das klingt nach heiler Welt. Gibt es nichts, worüber Sie sich ärgern?
Eine Sache würde ich ganz schlecht finden: Wenn meine Kinder Mist bauen und mir nichts davon erzählen. So wenig Vertrauen fände ich verletzend.

Ist z.B. Musik ein Streitthema?
Bei uns hört jeder was anderes. Ich eher klassisch, meine Frau Sigrid lieber Blues, die Kinder Rock und Soul. Das nervt mich aber nicht.

Würden Sie auch mit in ein Rock-Konzert gehen?
Das kommt ganz darauf an. Klassiker wie z.B. Joe Cocker haben wir gemeinsam gesehen. Aber neulich waren Jenny und Lea in einem Konzert von Jack Johnson. Ohne mich.

Weil Sie die Musik nicht mögen?
Doch, doch, die mag ich. Aber ich wollte das Durchschnittsalter des Publikums nicht explosionsartig in die Höhe treiben (lacht). Wie peinlich!

Man muss also auch als Eltern sein Grenzen kennen?
Ja. Ich finde es total daneben, wenn sich Eltern wie Tennager aufführen.

Haben Sie sich schon mal Gedanken darüber gemacht, was ist, wenn die Kinder aus dem Haus sind?
Ich bin ein echter Familienmensch, aber auch ein sehr glücklicher Ehemann. Ich bin gern mit Sigrid zusammen.

Sie sind als Schauspieler im Moment sehr gefragt. Bleibt genug Zeit für Ihre Frau?
Ich hoffe. Aber Sigrid ist als Produzentin selbst sehr beschäftigt. Sie hat gerade eine Dokumentation über einen kranken Jungen in Russland gedreht.

Ihr Glücks-Rezept?
Wichtig ist, dass man als Paar im Gespräch bleibt. Dass man dem anderen immer wieder das Gefühl gibt: Du bist wichtig für mich!

21 Jahre verheiratet. Schon mal den Hochzeitstag vergessen?
Nein, noch nie!

© 2006 tina; Anke Gappel