| Zimmer Frei (09.05.99, WDR) |
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| Ganz herzlichen Dank an Anke und Ellen fürs Tippen!
Götz Alsmann: Guten Abend, meine Damen und Herren! Herzlich willkommen zu einer abermaligen Ausgabe von unserer Lieblingsshow, von Ihrer Lieblingsshow, von der Nummer Eins der gesamten Erdscheibe, herzlich willkommen zu "Zimmer frei!", meine Damen und Herren! Und hier ist: Christine Westermann! Christine Westermann: Und hier ist: Götz Alsmann! |
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| Götz: Sag, wie kriegen die Leute das hin, sich jedes
mal so zu echauffieren, nur weil wir einfach ... noch gar nicht mit Leistung
überzeugt haben. Dabei ist das eine Sendung wie alle anderen "Zimmer frei!"-
Sendungen. Eine Sendung, in der ein prominenter Gast sich bemüht, in unser
leerstehendes Wohngemeinschafts-Zimmer Einlass zu finden. Christine: Genau. Und heute Abend versucht's ein Mann. Er ist ein Schauspieler. Eigentlich wollte er Arzt werden und er ist ja wirklich Arzt geworden, aber im Fernsehen: Chefarzt. Er hat unter anderem - ich will immer Nikita sagen - aber die Serie heißt "Nikola". Da ist er ganz bekannt geworden. Götz: Nikola Chruschtschow. |
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| Christine: Nikola Chruschtschow. Und dann hat er in
"girl friends" gespielt und immer mit Mariele Millowitsch. Die findet er
offensichtlich ganz klasse. Im richtigen Leben ist er verheiratet, glücklich
verheiratet mit drei Kindern und jetzt steht er da hinten ... (das Publikum
lacht) Christine: (lacht ebenfalls) Was gibt's denn da zu lachen? Götz: Ja, was gibt's denn da zu lachen? Christine: Was? Glücklich verheiratet mit drei Kindern, soll ich das gesagt haben? Okay, wir fangen noch mal an. Jetzt steht er da hinten, hat eiskalte Hände wie ich beim Abitur, ist schrecklich aufgeregt, obwohl er ein absoluter Profi ist. Aber wir nehmen ihm die Aufregung. |
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Götz: Wir nehmen ihm die Aufregung. Was wir ihm sonst
noch nehmen, meine Damen und Herren, können Sie in den nächsten 58 1/2 Minuten
sehen. Heute Abend zu Gast in Zimmer Frei!: Walter Sittler! Viel Beifall und Jubeln aus dem Publikum und "allgemeine" Begrüßung" mit "Hallo" und so. Christine: Guck mal, was wir für dich gemacht haben. |
| Walter: Ja, Wahnsinn. Christine: Jetzt hab ich DU gesagt. Können wir ... oh Gott, das fängt ja gut an. Walter: Bin ich schon so alt, dass man SIE sagen muss? Also? Nee. Christine: Nee. Sagen wir DU? Walter: Ja, lassen wir's dabei. Christine: Super. Das war jetzt raffiniert, oder? Walter: Ja, und gleich zu Beginn der Sendung. Christine: Hör mal, für dich Spinat. Walter: Wahnsinn, toll. Christine: ... weil du bist ein absoluter Spinat-Typ. Walter: Ja, ich mag Spinat sehr gern. Götz: Auch hier als Blattspinat, der schmeckt noch besser. Walter: Also das [gekochter Spinat] das erinnert mich immer so an früher, wo es dann immer so durchgemanscht war mit Spiegeleiern und diesen Kartoffeln. Das schmeckte scheußlich. Aber Blattspinat ist wunderbar. Christine: Das ist doch super, wenn man die Kartoffeln quetschen kann und dieses Gelbe vom Ei. Götz: (zu Christine) Magst du das gerne? Isst du den Spinat gleich mit so 'nem Fläschchen mit so 'nem Sauger dran? Christine: Nee, ich versuch's meistens ... ha, war das wieder einer auf meine Kosten? Götz: Nein, das war auf meine Kosten. Walter: Und dann gibt es noch Maultäschle, gell? Götz: Maultäschle. Walter: Ah ja, Maultäschle. Götz: Ich war mit einem Amerikaner mal schwäbisch Essen und da sagt der: "What is Maultäschle?" Ich sag: "Mouthpockets" und da hat der immer gesagt: "Ah, mouthpockets". Do you like some mouthpockets? Walter: Well, I have some here, man. I'm gonna take these. Götz: Ah, der spricht ja so ein … Christine: Wait a minute. He was born in Chicago? Walter: Ich bin in Chicago geboren, ja. Götz: Home of mouthpockets. Christine: Das heißt, du bist Amerikaner? |
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Walter: Nein, ich bin Deutscher, aber in Amerika geboren. Ich bin ein typischer Fall von ... Christine: .. doppelter Staatsbürgerschaft. Walter: Ja, die jetzt so ein bisschen problematisch ist im Moment. Götz: Aber es heißt doch jeder, der in Amerika geboren wurde, hat das Recht, amerikanischer Präsident zu werden. Wenn er gewählt wird natürlich. Walter: Ja, wenn man Schauspieler ist, hat man noch größere Chancen. Deswegen hab ich's versucht, aber es ist bis jetzt nichts geworden. |
| Christine: Aber ist man nicht auch automatisch,
wenn man da geboren ist, auch Amerikaner? Walter: Ja, wenn man sich dann drum bemüht schon. Christine: Ach so, nicht so gleich mit dem Pass in der Windel oder so? Walter: Das kommt darauf an, was die Eltern machen, was sie als erstes beantragen. Denn, wenn man so klein ist, kann man das noch nicht so. Aber ich einen deutschen Pass und alles. Christine: Hör mal, was wir für dich besorgt haben, ist Wein von der Saar. Findest du es ganz furchtbar? Walter: Nein, das ist wunderbar. Christine: Weil du bist an der Saar aufgewachsen oder? Walter: Das stimmt nicht ganz. Also als wir von Amerika rüber kamen, waren wir zuerst in .. Götz: Er muss von der Saar sein, hier ist ein Bild von Oskar Lafontaine. (Gelächter) |
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| Walter: Nee, wir waren in Bayern ein halbes Jahr und
dann sind nach Staad gezogen. Das ist in der Nähe von trier. Und da war
ich ein halbes Jahr. Die Erinnerung daran ist: ich musste ne halbe Stunde
den Berg rauf zur Schule gehen nach Kastell. Ich war ab und zu krank allerdings,
damit ich da nicht hoch musste. Christine: Ah ja. Das heißt, wir müssen den nicht trinken. Wir könnten auch was anderes trinken. Walter: Wir können den auch trinken. Christine: Ja? Dann trinken wir ihn. |
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| Götz: Wie macht man so was auf? Ich weiß nicht, wie
das geht. Christine: Ach das ist nicht wahr. Götz: Ein Mann braucht sich doch in technischen Dingen nicht auszukennen. (Walter nimmt ihm die Flasche ab) Christine: Ja guck mal, er macht das. Walter: Ja. Das ist doch wieder ein Spiel, oder? Götz: Nein. Christine: Das ist wie im Leben. |
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Götz: (gespielt ahnungslos) Ist das die Sendung, in
der Spiele gespielt werden? Christine: Denkst du, da käme jetzt irgendwas raus, so Flaschengeist oder? Walter: Nein, ich spiele ja eh sehr gern, also ... Christine: Du spielst mit deinen Kindern immer Karten? Walter: Gerne ja, gerne und viel. Christine: Und was spielt ihr? |
| Walter: Also erst mal die einfachen Sachen.
Das ist natürlich Mau Mau. Klar, wenn sie klein sind, können sie noch nicht
viel anderes. Sie sollen ja auch mal gewinnen. Christine: Lässt du gewinnen? Ist doch pädagogisch schlecht, oder? Walter: (überlegt kurz) Also ich hab schon mal gewinnen lassen, so ist das nicht. Aber eigentlich lass ich nicht gewinnen, nee. Christine: Können die gut verlieren? Ich kann wunderbar verlieren. Walter: Die Mädchen können gut verlieren. Der Benedikt konnte nicht so gut verlieren, der hat's aber inzwischen gelernt. Christine: Wieso können Mädchen generell immer besser verlieren als Männer? Walter: Ja, es ist so, aber warum? (er schaut hilfesuchend ins Publikum) Christine: Nein, die Antwort ist NEIN. Walter: Pass auf, ich tu mal ein bisschen hier rein und dann kriegst du den ersten Schluck. Götz: Der Sekt ist entkorkt. Christine: trinkst du mit, oder? Götz: Ich trink so'n Schluck Wein mit, ja. Walter: Und dann spielen wir... in den letzten Ferien haben wir Whist gespielt und Canasta gespielt. Christine: Whist, was ist das? |
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| Walter: Whist ist ein sehr altmodisches Spiel. Götz: Das kommt immer in Charles Dickens Romanen vor. Walter: Ja genau und in französischen alten Romanen des letzten Jahrhunderts kommt das immer vor. Da spielen die um sehr viel Geld und wir haben um sehr wenig Geld gespielt. Aber wir haben gespielt, das war schön. Götz: Mich hat immer so fasziniert in den Charles Dickens Romanen, wenn die gerade nicht Whist spielen, spielen sie ein Spiel, das heißt Puff. Das ist eine Art Backgammon, wie ich später gelernt hab. Ich dachte immer, das ist so eine Art Pfänderspiel oder so was. |
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| Christine: Zum Wohl. Schön, dass du kommen
konntest. Walter: Ich bedanke mich für die Einladung. Christine: Es ist uns ein Vergnügen. Götz: Wird sich noch rausstellen. (Allgemeines Gelächter) Christine: Spielst du eigentlich auch Doppelkopf, wenn man so in Schwaben wohnt? Walter: Nee, das kann ich nicht. Ich bin ja auch kein Schwabe. Christine: Das lehnst du auch ab, oder? Walter: Ach, Doppelkopf, wenn ich's könnte, würde ich es sicher spielen. Christine: Ich sag dir, wenn du es jemals lernst, die zweite Herz-Zehn sticht. Lass dich auf nix anderes ein. Oder? (ans Publikum) Spielt einer Doppelkopf? Ne, zweite Herz- Zehn? (Publikum bestätigt durch kurzes Klatschen) Walter: Die zweite Herz-Zehn ist es? Das muss ich mir merken. Christine: Und es spielen immer zwei Damen zusammen. Und das darf man nie vorher verraten. Walter: Die zweite Herz-Zehn? Aber wie viele Herz-Zehn ... Götz: Das ist wie beim Schach, da spielen die zwei Damen immer gegeneinander. Walter: Ja, aber wie viel Herz-Zehn gibt es denn? Christine: Wie viel gibt's? (sie bekommt Hilfe vom Publikum) Zwei. Danke. Es gibt zwei. Walter: Interessant. Götz: Meine Damen und Herren, wenn Sie der Meinung sind, das ist eine der spannendsten Folgen von "Zimmer Frei!", die es je gegeben hat ... (alle lachen) ... dann denk ich, irgendwas stimmt nicht bei Ihnen, aber ... Christine: Hast du eigentlich Wohngemeinschafts-Erfahrung, Walter? Irgendwie? Walter: Ich bin das jüngste von acht Kindern, also ich schätze mal, wir haben viel Erfahrung, ja. Christine: Wie war's zu Hause? Walter: Also als jüngster ist es natürlich ganz schön, weil man immer genug Leute zum Spielen hat. Das ist wirklich sehr schön, aber sonst? Viele Menschen, viel Essen, viel Zinnober, viele Leute. War toll, sehr schön. Christine: Du hast nur drei Kinder. Mit Absicht? (Gelächter im Publikum) Also ich meine ... Götz: (in die Kamera) Was meint sie? Was mag sie meinen? |
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Walter: Sagen wir so... (er lacht) Ja natürlich mit
Absicht, Himmel noch mal. Christine: Irgendwann aufgehört und beschlossen: Ich will keine sieben. Walter: Nach dem dritten haben wir gesagt: "So, jetzt ist Schluss", weil sonst werden ... Götz: Sonst werden's vier. (Gelächter) Walter: Ja, oder sieben oder acht oder so, ne. Christine: Hättest du denn gern mehr gehabt? Nee, drei ist okay, oder? |
| Walter: Nee, wir haben verhältnismäßig spät angefangen.
Also, ich war ... also ich meine, ich war ... (er merkt, wie missverständlich
der Satz war und gibt die Erklärung auf *g*) Ok, alles klar. Götz: Das ist die Sendung, in der man ganz offen sprechen kann. Walter: ... ganz offen sprechen kann. Und als dann das dritte geboren war, haben wir gesagt: "So, nu is gut", weil ich war dann 37 und dachte: "Jetzt reicht's", weil sonst ist man so alt, wenn die Kinder groß sind und das wollte ich auch nicht. Christine: Mein Vater war 60, als ich zur Welt kam und ich fand das okay. Walter: Ja? Vielleicht sollten wir das noch mal überdenken, das Ganze. Christine: Ja, du hast ja noch 30 Jahre Zeit. Nee, wie alt bist du, 37? Walter: Nein, nein, nein, als ich 37 war, war die Lea geboren. Ich bin jetzt 46. Christine: Doch, da hast du noch ein paar Jahre. Walter: Ich könnte noch, ne? Christine: Ihr könntet ... Walter: Nein, drei ist gut. Ich bin ganz froh, alles wunderbar. Christine: Wir machen jetzt mal die Homestory für Walter und gucken mal.... Götz: Endlich sind wir mit dem Thema durch. Christine: Das bring ich immer wieder hoch, keine Sorge. Die Homestory für Walter Sittler. |
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| Mannes Meckenstock: Ja Kuckuck, herzlich willkommen
bei Walter Sittler. Der frohgemute Frauenliebling unterhält hier ein kleines,
kuscheliges kölsches Nest und da gucken wir uns mal um. Bitte! Wir kommen
nun in das Boudoir unseres Serienstars. Alles sehr großzügig. Mir gefällt am besten hier diese verträumte Porzellanabteilung. Also ich meine, wer kann denn schon von sich behaupten, in solchen Situationen noch aus dem Fenster gucken zu können, auch wenn man sich dafür verkehrt rum auf die Brille setzen muss. Ja, das Ganze ist so großzügig gestaltet, dass wir den Ton-Assi Christoph ein bisschen in den Whirlpool stellen mussten. |
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Und Walter Sittler gilt ja als sehr gepflegter Mann. Das
kommt natürlich nicht von Ohne, also als Kosmetika benutzt er gern Nivea-Visage,
als Parfüm ist er jetzt dem "Egoisten" sehr zugeneigt, da wollen wir denn
mal hoffen, dass der Name dieses Parfüms nicht Programm ist. Ja aber auch
als Deutsch-Amerikaner versteht er 'ne ganze Menge von der Noppe an sich.
Das ist jetzt die Gästetoilette von Walter Sittler und hier muss man sich als Mann seinem Bedürfnis entsprechend schon entscheiden, in welcher Richtung man diese Nasszelle betritt, sonst verläuft man sich wahrscheinlich noch. |
| Er scheint ja auf sehr großem Fuße zu leben, wenn man sich
alleine mal diese Exemplare anguckt. Mein Gott, das muss doch mindestens
Schuhgröße 150 sein. Also über solche Exemplare würde sich ja die rheinische
Schifffahrt sehr freuen, weil das sieht ja so ein bisschen aus wie das "Mülheimer
Bötchen". Schauen wir doch mal in seinen Schlafzimmerschrank - Also er scheint ja doch mit wenig sehr zufrieden zu sein. Vielleicht hat er deswegen auch diese Tagesdecke in einem Prager Hotel gefunden. Ja und der Literatur ist er ja sehr zugewandt, sowohl der englischen als auch der deutschen. Das ist natürlich klasse. Ich mein', er war ja mal auf Salem, diesem wundervollen Internat nach dem lateinischen Motto "Onana et labora" |
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Statt einer Waage hat er sich dieses Küchenregal zugelegt
auf Parkettboden und wenn man hier jetzt ganz normal lang läuft, dann weiß
man, dass man einfach zu schwer ist. Außerdem scheint er ein sehr sparsamer Mensch zu sein. Also das Spülwasser, wenn ihr bitte mal schauen wollt, scheint er ja wohl gerne öfter zu benutzen. Dann werfen wir noch mal einen obligaten Blick in den Kühlschrank. Ja, und was wir da sehen, das ist weniger spektakulär. |
| Um so spektakulärer ist ja die Tatsache, dass er ein Musical
geschrieben hat: "Der überaus starke Willibald". Das liegt hier eben mal
so rum, damit wir darauf aufmerksam werden. Ja der Schreibtisch sehr schön,
wenn man diese Ablage als solche überhaupt bezeichnen möchte. Ja, und er
hat ein gutes Verhältnis zur Kunst. Und hier sehen wir ein wirklich überaus
gelungenes Porträt seiner lieben Freundin Mariele Millowitsch und damit
gebe ich dann zurück ins Studio. Götz: Das war natürlich - meine Damen und Herren, Sie haben ihn längst erkannt - unser vorzüglicher Investigativ-Außenreporter Mannes Meckenstock Christine: Das ist toll, dass du uns reingelassen hast. Bedauert man das dann, wenn man's hinterher sieht? Walter: Nee, überhaupt nicht. Nee, das ist ja meine Wohnung, die ich hier habe und ... Nee, überhaupt nicht. Man sieht das mal mit ganz anderen Augen. Christine: Sag mal, den Schrank hast du doch vorher leergeräumt, oder? Walter: Ja, ich hab ziemlich viel mit nach Hause genommen. Ich musste waschen und deswegen war es ziemlich leer, als ihr kamt. Christine: Ja, ja. Götz: So Gummimasken und so. Christine: Wie gehst du auf die Toilette - nach vorne oder nach hinten, wenn du reingehst? Walter: Ich setz mich einfach hin, also... Christine: Ach so ja. Du denkst nicht weiter ... Walter: Und auf die Gästetoilette geh ich nie, weil das ist so eng da. Christine: Aber dein Kühlschrank ist ja ein bisschen Armutszeugnis, oder? Walter: Ja, ich wusste, dass ich danach zwei Wochen nicht da sein würde und da hab ich gedacht, ich mach ein bisschen leer, so wie daheim auch und deswegen ist nix drin. Götz: Du gehörst auch nicht zu den Sau-, äh Schauspielern, die ... Walter: Ja, ganz genau, zu den Sau-Spielern. Christine: Zwei Schluck Wein und das Ding ist durch. |
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| Walter: Schmieranten aller Länder, vereinigt euch.
Hier sind wir. (Gelächter) Götz: Du gehörst zu den Darstellern, die da, wo sie für längere Zeit drehtechnisch tätig sind, eine Wohnung mieten. Bist du ein Feind von Hotels? Walter: Nee. Christine: Das war 'ne Super-Frage. Götz: Danke. |
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| Walter: Nein, ich finde Hotels ganz toll.
Aber hier in Köln zum Beispiel drehen wir fast drei Monate. Und dann geht
das einem im Hotel ein bisschen auf den Zeiger. Das ist erstens zu klein
- ich brauch ein bisschen mehr Platz - und für jeden Tee muss man dann runter
in die Bar gehen und alles. Das mag ich nicht so, das ist einfach privater.
Das ist ein bisschen intimer, so 'ne Wohnung. Also ich miete sie nicht selber,
sondern die Produktion mietet sie für uns. Christine: Frauenliebling hieß es da am Anfang. Bist du einer? Götz: Frage. (verhaltener Applaus vom Publikum) Walter: Also es gibt ein paar, die es mögen. Götz: Sie haben die Frage nicht verstanden, meine Damen. Ist unser lieber Gast Walter Sittler ein Frauenliebling? (Aus dem Publikum kommt zustimmender Beifall und Ja-Rufe.) Walter: (hebt den rechten Arm) Hier ist mein rechter Arm, ja! Das Publikum bricht in tosenden Applaus und großes Gelächter aus und auch Götz und Christine kriegen sich auch kaum ein. |
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Götz: (lachend) Meine sehr verehrten Damen und Herren
... Walter: Immer, wenn eine Pointe schief geht, ne? Christine: (lacht immer noch) Ja! Götz: Um das zu verstehen, müssen Sie einfach mal zu Gast im Studio sein. Das war sehr, sehr schön. Anm.d.W. BeimWarm-Up "drillt" Götz das Publikum auf Befehl in stürmischen Applaus auszubrechen und sein Befehl lautet eben "Hier ist mein rechter Arm!" |
| Christine: Walter, das war richtig schön.
Götz: Ja, da geht er hin, der Telestar. Walter: (lacht) Den gibt's ja ohnehin nicht mehr, der ist ja eh vorbei. Christine: Ja stimmt, aber Grimme-Preis hätten wir gern gehabt - einige von uns. Götz: Ja, na vielleicht in einem anderen Leben. So. Christine: Ja genau. - Wir machen ja immer so 'ne Art Zimmer Frei!-Fragebogen. Manche füllen den auch aus. Du warst so nett, den auszufüllen und da wird unter anderem gefragt, wenn du im 18. Jahrhundert - glaube ich - gelebt hättest, was wärst du gern gewesen? Und dann hat er geantwortet: "Ich wäre gern ein verarmter Baron, der in den Salons der Reichen..." was macht? Walter: ... erfundene Geschichten erzählt. Christine: Das wollten wir jetzt gerne mal ... Götz: Meine Damen und Herren, Sie ahnen schon, worauf wir hinaus wollen? Christine: (zu Walter, der leicht beunruhigt guckt) Ganz ruhig, wir bleiben alle hier. Götz: .... mach dich schon mal schön. Walter: Ich muss 'ne Geschichte erzählen? Um Gottes Willen! Okay, alles klar. |
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Götz: Erst mal ein schönes Beffchen für dich. Denn unser kleiner Lügenbaron der will ja richtig ausstaffiert sein, ne? Sag jetzt nix, das Mikrofon ist verhängt, aber hier kommt schon der aus spanischem Löffel-Biskuit angefertigte brokatene Geh-Rock. Hoffentlich passt der. Mein Gott, ist das ein Hüne. Walter: Das ist von meinem Vorfahren, der war kleiner als ich. Götz: Und jetzt die Gäste-Perücke. Hier kommt noch das passende Kopf-Kleid dazu: der Drei-Spitz. So, und jetzt muss ich mich auch ganz schnell ausstaffieren. Wir sind nämlich vornehme Damen des 18. Jahrhunderts und tragen deswegen Herren-Perücken. Christine: (zu Walter) Du kannst ja schon mal die Geschichte ein bisschen ... |
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| Götz: Ah, jetzt kommt das, was ich immer
am besten finde: wenn man sich einen Umhang umhängt, nämlich das hier. Passen
Sie auf. (er schmeißt sich schwungvoll den Umhang um) Walter: Bravo! Christine: Möchtest du's gern im Stehen machen oder im Sitzen? Walter: Ich weiß ja gar nicht, was ... Christine: Also wenn dir gar nix einfällt, machen wir es auch zusammen. Aber du sollst uns eine Geschichte ... wolltest du doch mal. Götz: Los, fang doch jetzt an, Mensch! Walter: Ja dann. Götz: Erzähl uns irgendwas. Walter: (in genialem Erzähl-Ton) Ja, hmmh. Es war vor nicht mehr als 19 Monden, da reiste ich in einer ganz geheimen Mission nach Venedig. Ich war schon sehr oft da gewesen: Venedig mit seinen Brücken, mit seinen verschwiegenen Plätzen, seinen Straßen ... Götz: Er kennt sich aus. Christine: Oh, ist der gut. |
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Walter: Und ich hatte einen geheimen Auftrag an den
Dogen zu erledigen. Aber man hatte mir nicht gesagt, wo er wohnt. Man hatte
mir ein Rätsel aufgegeben. Dieses Rätsel war nur zu lösen, wenn man mit einer Gondel unter der Seufzer-Brücke durchfährt, nach oben schaut auf die Wolken, dann eine schöne Frau trifft, sie einladen in das Boot und mit ihr zum Markus-Platz fährt. Daraufhin würde sich dieses Rätsel lösen. Ich mietete mir eine Gondel ... Christine: Wir haben nur noch 45 Minuten ... Walter: (wieder in normalem Tonfall) Ja, ihr wolltet .... Götz: Ja, sprechen Sie weiter. |
| Walter: (spricht immer schneller, so dass man am Ende
gar nichts mehr verstehen konnte) Ja, also ich mietete mir eine Gondel,
ich fuhr mit ihr zum Markus-Platz .... (Gelächter und Applaus) Götz: Unmöglich von dir Christine. So 'ne schöne Stimmung. (zu Walter) Beachte er sie gar nicht. Walter: Und auf dem Markus-Platz sagte sie mir "Dulcenea, wir steigen aus und gehen in diese Gasse. Ich gehe in diese Gasse, dann sagte sie: "Schau jetzt nach links." Dort war eine Pension, da stand über der Tür in goldenen Lettern "Zimmer frei". (Beifall aus dem Publikum und von Götz und Christine.) Christine: Super - total gut! Götz: Toll war das - großartig! Walter: Ja, das ist ein schönes Kostüm. Götz: Ich bedanke mich mit etwas Rokoko-Musik ... (spielt etwas auf einer Blockflöte) Christine: Oh ja, das war klasse. Möchtest du das Kostüm anbehalten? Walter: Nein, nein. Götz: So, du hast selber ein Flöte mitgebracht, wie ich grad zu meiner großen Freude festgestellt habe. Walter: Ja, das ist ein Zeichen meiner unerwiderten Liebe zur Musik. Ich hab die auch mal mitgebracht. Götz: Pack doch mal aus, Mensch! Nicht lange fackeln! Walter: Ok. Mal sehen, also das ist eine normale Querflöte. Ich hatte sie ziemlich lange nicht in der Hand, aber das macht ja nix. So hier, du wolltest sie haben. |
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| Götz: Ich hab 'ne Gradflöte, die ich auch lange nicht
mehr in der Hand hatte. Walter: So, und jetzt soll ich was spielen? Götz: Ja, was schönes. Walter: (spielt kurz was auf der Flöte) Kennst du das? Götz: Ja sicher! Welche Tonart ist das? Walter: Nee, das kann ich nicht weiter spielen. Das ist leider ... |
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| Walter und Götz wechseln zum Klavier und spielen
erst das "Auftrittslied des Papageno" aus Mozarts "Zauberflöte"
und dann noch zusammen "Hänschen klein" Am Ende gibt es einen Riesen-Beifall.
Götz: Ah, swinging Walter Sittler; rock'n'rollin' Walter Sittler, meine Damen und Herren! Das ist Rock! Lass uns zusammen ... vielleicht fällt uns noch was schönes ein. Walter: Ja, vielleicht fällt uns noch was ein. Hast du Noten? Noten hast du keine da? Götz: Ach Noten! Walter: Ja, das ist wie mit dem Text im Theater. Götz: "Wer übt, kann nix" sag ich immer. Walter: Genau. Götz: Wer übt, hat's nötig. Walter: Bei uns heißt es "Proben ist feige" Christine: Hast du das freiwillig gelernt? Walter: Ja, ganz freiwillig. Ich hab da auch ziemlich lange versucht und es war auch einigermaßen, aber dann ist es dem Beruf zum Opfer gefallen. Christine: Braucht man da was bestimmtes so an Lippe dazu? Walter: Zwei. Oben und unten. (Das Publikum lacht.) Christine: Ja, aber muss man da pressen, drücken - was muss man da machen? Walter: Nein, nein. Pressen, das machen die Frauen dann. |
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Götz: Oh, ein Witz. Walter: Nein, das geht nicht mit Pressen, sondern einfach ... blasen. Christine: (grinst) Ich hab geahnt, dass er sich drum rum drückt. Dachte, mal gucken, wie lang er braucht. Walter: Gewonnen. Eins zu Null. Christine: Nee, da wär ich nie drauf gekommen, dass man da blasen muss. |
| Götz: Ja, es gibt Holzblasinstrumente, Blechblasinstrumente
und Fleischblasinstrumente. Walter: Mal probieren? Christine: Nee, ich möchte nicht probieren. Walter: Also das ist ein Holzblasinstrument. Götz: Ja, witzigerweise heißen die Dinger Holzblasinstrumente, obwohl sie ... Und Saxophone auch im übrigen. Christine: Lernen deine Kinder auch irgendwas ... Musikinstrumente? Walter: Die beiden Mädchen spielen Klavier. Christine: Das ist toll. Walter: Ja, wunderbar. Ich hab's auch mal versucht, aber ich bin nicht sehr weit gekommen. Christine: Warum nicht? Walter: Zu wenig Zeit ... Götz: Wolltest du immer blasen? Walter: (grinst) Ja, genau, ich wollte immer blasen. Nee, es ging nicht. Christine: (zu Götz) Jetzt stellst du aber die nächste Frage. Jetzt fällt mir nichts mehr ein. Götz: Ich bin nur für die Antworten zuständig. Christine: Sag mal Walter, was hätte aus dir eigentlich mal werden sollen? Also ursprünglich? |
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| Walter: Also, was man mir gesagt hat, was ich werden
soll, oder was ich glaubte, werden zu wollen? Christine: Was wärst du denn gern geworden? Walter: Also ich wollte alles Mögliche werden: Ich wollte Feuerwehrmann werden, klar. Ich wollte dann später mal Arzt werden, ich wollte Rennfahrer werden. Ich wollte alles Mögliche werden. Aber so ein Ding, wo man sagt "Das werde ich, wenn ich groß bin..." Christine: Hast du nicht gehabt. |
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| Walter: Nee, das hatte ich nicht. Ich
hab also nach dem Abitur auch nicht gewusst, was jetzt werden soll. Und
dann war ich ein Jahr in Lima bei meiner Schwester und dachte, dort würde
mir die Erleuchtung kommen. Ich kam zurück und wusste immer noch nichts.
Christine: Und dann warst du auf irgend 'ner Party der "Otto-Falckenberg-Schule", bei dieser berühmten Schauspielschule ... Walter: Ja, und dann dachte ich, ich muss wirklich was Ordentliches lernen jetzt und hab mich eingeschrieben für Philosophie und Geschichte an der Uni in München. Und ging also zur Vorlesung und das ging um irgendein... irgendwas. Und ich saß da drin und dachte ... Christine: Das ist es auch nicht, oder? Walter: ... das ist alles Quatsch, alles dummes Zeug. Und dann bin ich wieder raus und dann hat mich ein Freund eingeladen zu einer Weihnachtsfeier auf der "Falckenberg-Schule" und da dachte ich: YEAH! Christine: Hey, that's it! Walter: Ja, und dann hab ich das gemacht. Hab ich mich beworben ... Götz: Bist du Weihnachtsmann geworden, oder was? Walter: Sozusagen, ja. Ich bin jetzt in Verkleidung. Götz: Unter Umständen wär aus dir aber auch ein passabler Ersatz für Elvis Presley geworden. Walter: Das behauptet du jetzt. Götz: Das behaupte ich einfach, ohne dass ich es je gehört habe. In einem Vorgespräch hat's geheißen, du beherrschtest das Lied "Are you lonesame tonight" und wie in dieser Sendung üblich, meine Damen und Herren, ist es bisher noch nicht geprobt worden. Aber ich denke, da musst du einfach mal ran. |
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Walter: (leicht geschockt) Ja? Christine: Du hast ja immer noch kalte Hände! Walter: Ja, aber es wird besser. Götz: Es gibt ja eine deutsche Fassung "Bist du einsam heut Nacht", gesungen vom göttlichen Peter Alexander. Diese Version können wir leider nicht liefern. Walter: Nein, ich kann die englische liefern. Die deutsche kann ich nicht liefern, aber das gibt's in deutsch? |
| Götz: Ja genau. Words and Music by Roy Turk und Lou
Handman. Das muss deutsch sein. Walter: Nee, das ist alles englisch: Look mal. Götz: Gut. Will noch jemand mitsingen von Ihnen, meine Damen und Herren? Möchtest du vielleicht noch, Christine? Christine: Ich könnte mitsingen, ja. Götz: Hier ist der Text für dich. Es wird sich eingestimmt und nach etwas Hin und Her geht's los und Walter singt und es gibt viel Beifall aus dem Publikum |
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| Christine: Super! Götz: Ah, großartig! Das ist Rock'n'Roll! Meine Damen und Herren, ich fühl mich so gut, ich könnte mit Gummibärchen werfen! Christine: Wow, war das gut. Hör mal, das ist ja richtig klasse. Bist du Elvis-Presley-Fan oder? Walter: Elvis Presley war ein ganz wunderbarer Musiker, also wirklich toll. Götz: Zweifelsohne. Walter: In meinem Alter war er schon tot leider, na ja. |
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| Christine: Glaubst du eigentlich, dass du ein erotischer
Mann bist? Walter: Also (er windet sich) ... frag jemand anders. Christine: Ja, das weiß man doch, was man so für 'ne Wirkung auf Frauen hat. Walter: Ach, es ist ganz unterschiedlich. Es gibt solche und solche kann ich dir sagen. Christine: Ach ja? Walter: Ja, ja. Nee, es ist nicht so, dass man sagt, man ist so ein Womanizer. Nee, das glaub ich nicht. |
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| Christine: Glaubst du, dass Götz ein Womanizer ist?
Walter: Der Götz hat einen großen Vorteil. Christine: Der kann Klavier spielen. Walter: Ja, der Götz ist Pianist. Und er spielt Chopin, stimmt's und Mozart? Götz: Ja, Chopin und Mozart. Walter: Chopin - damit macht man die Frauen verliebt und mit Mozart hält man sie dabei. So ist das, so machst du das. Götz: Der alte Chopin-Mozart-Trick, meine Damen und Herren! Wir kommen nun zu einem der absoluten Höhepunkte in der Geschichte unser Sendung ‚Zimmer frei!' und diese Sendung ist wie alle anderen voll davon. Wir kommen zum ‚Zimmer frei!'-Bilderrätsel. Ja das Bilderrätsel, meine Damen und Herren, das ist eine kleine Installation, die wir jetzt herstellen werden. Und während ich sie herstelle, erkläre ich Ihnen schon mal, meine Damen und Herren, was Sie zu Hause selbstverständlich mitraten können. Aber da muss ich Sie bitten, dass, wenn der Gongschlag ertönt, Sie mal schön die Augen zumachen, weil wir dann nämlich des Rätsels Lösung am unteren Bildrand einblenden werden. Und wenn der Gong abermals ertönt, können Sie die Augen wieder aufmachen, denn wir sind ja nicht so. Dann werden wir die Einblendung natürlich wieder rückgängig machen. Ansonsten halten Sie die Augen auf. Walter, du bist gefragt, an dieser kleinen Rätsel-Installation mitzuwirken. Aber noch nicht. Christine: Ja Moment, bleib noch einen Moment hier. Götz: Noch nicht. Ich darf unseren Komparsen bitten, gucken Sie sich das mal an, meine Damen und Herren, was wir hier haben. So. Danke schön. Walter, würdest du so nett sein, Platz zu nehmen auf unserem Bild? Christine: (zu Walter) Denk mal an deinen Vornamen und was du da machst. |
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Götz: Es ist das erste Mal, dass unser Gast Teil des
Bilder-Rätsels ist. Hinsetzen, jetzt - nicht quatschen. Und keine Fraternisierung
mit den Vögeln. So. Christine: So, was ist das jetzt? Götz: Was, nee wer bist du? Die Frage, die wir in unserem Bilder-Rätsel stellen, ist: Wer bist du? Walter: Jemand, der mit Tieren irgendwie ... Götz: Wer bist du, Walter? |
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Walter: Ich bin... Götz: Kolportiert, Ja, danke. Bei welcher Gelegenheit war das?
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| Walter: Soll ich das machen, wo hier ... Götz: Ja, da steht schon so ein kleines Lesezeichen drin. Walter: Also, falls mein Deutschlehrer zuschaut: Wegschauen! (und dann rezitiert er ein Stück von Walther von der Vogelweide) Götz: Himmlisch, Walter Sittler war Walther von der Vogelweide, wunderbar. Christine: Walter, kommst du wieder ins Wohnzimmer? |
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| Götz: Das war toll, vielen Dank. Meine Damen und Herren,
so können Piepmätze sein, wenn sie atomgedüngt werden. Christine: Walter, du zeigst dich von deiner besten Seite. Wenn man deine Kinder fragen würde, deine drei, was die am meisten nervt an ihrem Vater, was würden die sagen? |
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Walter: Dass er so viel weg ist! Christine: Bist du ein liebevoller Vater, also kein strenger? Walter: Ich kann schon auch streng sein, aber im Prinzip denke ich, die Kinder müssen sich ja zu dem entwickeln, was sie sind und was sie können. Ich weiß das ja nicht unbedingt, ich sehe da ja nicht rein. Und deswegen kann ich ihnen nur helfen, dass sie das verwirklichen, was sie können und darum bemühen wir uns. Und die Strenge kommt dann immer, wenn das Leben insgesamt zusammen... also nicht gefährdet wird, aber wenn es schwierig wird. Es muss jeder seinen Platz haben. Dafür sind wir da und das machen wir. Und damit geleiten wir sie so langsam und lernen auch von ihnen ständig, wo es lang gehen soll für sie. |
| Christine: Deine älteste Tochter kommt jetzt irgendwann
in die Pubertät. Hast du Muffe, so ein bisschen? Walter: KOMMT in die Pubertät ist gut... Christine: Ist volle Kanne drin, oder was? Walter: Also nicht alle Hormone kämpfen auf ihrer Seite im Moment, aber es dauert nicht mehr lang. Nein, nicht wirklich. Ich bin in der Beziehung nicht ängstlich, nee. Christine: Wie warst du in der Pubertät? Walter: Ich glaub' ziemlich langweilig. War nix. Ich denke auch nicht so gerne daran zurück. Es war keine schöne Zeit insgesamt. Ich war nicht zu Hause; ich war im Internat. Und dann war man so... es passte alles nicht, die Hände sind zu groß... |
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| Christine: Hast du Pickel gehabt? Nee, ne? Walter: (grinst) Doch, ziemlich viele sogar. Ich hatte sehr viele. Nee und dann passt das alles nicht und die Hände sind zu groß und die gleichaltrigen Mädchen sind immer mit den Abiturienten weg.... so war das. Christine: Ihr seid auch arme Socken, ihr Jungs. Walter: Es war grauenvoll. Christine: (zu Götz) Ist mir dir jemand weggegangen früher? |
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| Walter: Ja seine Mutter, ne? Christine: Wir zeigen jetzt mal die Umfeldstory für Walter Sittler und wir zeigen eine Frau, die mal so ein bisschen erzählt, was sie so.... Götz: Sag mal Walter, hast du auch immer davon geträumt, dass eine große, schöne, reife Frau zu dir sagt: "Guck mal Kleiner was die Tante hier hat?" Und der Traum ist nie in Erfüllung gegangen? Walter: (nickt zustimmend) Nee. Ich habe mit 16 eine Geschichte drüber geschrieben - grauenvoll. Hab' ich versenkt. Aber ja genau so war das. Christine: Wie, hast du die noch? Walter: Nein, oh nein. Entweder man schreibt ein Drama oder man schreibt irgendeine unerfüllte Liebesgeschichte. Götz: (mit Blick auf Christine) Oder man moderiert Umfeldstorys an. Christine: Wie hieß deine erste Freundin? Wenn wir jetzt schon dabei sind muss ich das jetzt wissen. Walter: Wie meine erste Freundin hieß? Also die erste, die ich geküsst habe? Lydia. Christine: Ehrlich. Kennst du die noch? Walter: Nein. Christine: Die sieht dich jetzt im Fernsehen und fällt tot um. Walter: Bitte Lydia, fall nicht tot um. Bleib am Leben und melde dich lieber. Christine: Würdest du sie gerne wiedersehen? Walter: Ach es ist immer spannend zu sehen, was aus den Menschen wird, die mal so eng waren. Christine: Weißt du noch, wo du sie geküsst hast? |
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Walter: Wenn ich mich richtig erinnere, waren wir
mit der Schule weg. Es war eine Jungen-Schule und wir sind zu irgendeiner
Aufführung weggefahren, das war - glaube ich - im Bus auf der Rückfahrt
oder so. Ich weiß nicht mehr. Nichts äußerst romantisches. In der Zwischenzeit versucht der Regie-Assistent verzweifelt Christine drauf aufmerksam zu machen, dass die Umfeldstory anmoderiert werden soll, das Publikum fängt schon an zu lachen und Götz nimmt die Sache in die Hand. Es folgt die Umfeldstory mit Mannes Meckenstock und Christiane Ruff, die Produzentin von "Nikola" |
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Mannes: Eine gute Freundin von Walter Sittler und seine positiven Charaktereigenschaften. Christiane Ruff: Oh Gott, Walter ist sehr liebenswert, großzügig, ein wirklich netter Zeitgenosse. Er ist so perfekt, dass es eigentlich fast schon nicht wahr sein kann. Ein guter Familienmensch, ich denke, ein zauberhafter Ehemann, ein hinreißender Vater für seine drei Kinder und ein ganz toller Kollege. |
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| Mannes: Aber Nobody is perfect. Wie kommt man jetzt
dazu nur positive Charaktereigenschaften zu nennen? C. Ruff: Ja ich weiß nicht, wahrscheinlich liegt es in dieser Familie. Also, ich habe schon ein paar andere Familienmitglieder von Sittlers kennen gelernt und die sind alle so super nett und wahrscheinlich ist das gerade das Schlimme, dass man gar nichts Schlechtes über ihn sagen kann. Mannes: Ist er nicht ein bisschen kniepig, sparsam, auseinandersetzungsfreudig, das wären ja weniger positiv besetzte Attribute? |
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| C. Ruff: Also kniepig ist er überhaupt nicht. Ich
denke er ist ein guter Heimwerker. Vielleicht ist er ein bisschen überaktiv,
aber ich glaube, er muss sich immer beschäftigen, auch wenn er zu Hause
ist muss er immer was tun. Also sehr schön fand ich die Geschichte: Kaum
hat er frei, baut er mit seiner Familie eine Hütte im Garten; was ihn natürlich
aber auch zu einem zu einem Wohngemeinschafts- Kollegen per excellence macht.
Also der Mann weiß auch, wie man mit Hammer und Zange umgehen kann und schraubt auch zu Not mal hurtig was zusammen. Das ist natürlich auch ganz angenehm. Ich glaube er puzzelt immer. Vielleicht ist es manchmal seinen Kindern ein bisschen zu viel, aber ich denke mal die vermissen dann ihren Vater auch wenn er dreht, also von daher... Nee, ein Traummann. Mannes: Ein Traummann. Ist er denn eitel? C. Ruff: Konnte ich noch nicht feststellen, obwohl wir hatten mal so eine interessante Szene, wo er nackt gedreht hat und da haben wir doch allgemein festgestellt, er öffnet doch gern den Bademantel und zeigt was er hat. Nein, also Walter ist nicht eitel. Für meinen Geschmack ist er bisschen zu dünn, also ich finde, er könnte ein bisschen mehr futtern und ein bisschen mehr was auf die Rippen kriegen. Ich nenne ihn auch schon mal Spargel-Tarzan hier und da, aber richtig eitel ist er nicht. Da er selber aus einer Riesen-Familie kommt, ich glaube er hat sieben Geschwister oder sechs, also jedenfalls einen Haufen, also glaube ich, dass die ganze Sippe früh angehalten worden ist mit Hand anzulegen und zu helfen. Also einen tollen Sozialisierungsprozess hat er schon in frühester Jugend durchgemacht und von daher glaube ich: Klo schrubben ist ihm nicht fremd. Ich könnte mir auch vorstellen, dass er zu den Männern gehört, die sich beim Pinkeln hinsetzen, um da gleich Arbeit zu ersparen später. Mannes: Ja das ist ja sehr angenehm. Das heißt also, Sie können sich Walter Sittler als Mitglied einer WG vorstellen? C. Ruff: Na exzellent. Also wen, wenn nicht ihn? Würde ich mal sagen. Mannes: Ja, dem ist - glaube ich - nichts mehr hinzuzufügen. Götz: Es ist ja sehr interessant, meine Damen und Herren, wie viel Energie unser zuständiger Journalist Mannes Meckenstock darauf verwendet, herauszufinden ob sich unsere Gäste beim Pinkeln hinsetzen oder hinstellen, also vorzugsweise wenn es männlich Gäste sind. Interessiert dich [Christine] das auch? |
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Christine: Total. Götz: Dann frag doch einfach. Christine: Wolltest du doch machen. In der Probe hat er gesagt: "Lass mich das bitte fragen." Walter: Also wer fragt denn nun? Ich kann mich auch selber fragen. Setze ich mich beim Pinkeln hin? - Na klar, die Schüssel ist so weit weg, Mensch. Christine: Ach so, du pinkelst dann von der Tür in der Kölner Wohnung? (Gelächter) |
| Walter: Ja klar. (lacht) Nee, klar, sitzen ist viel
angenehmer. Christine: Wenn sie sagt du bist großzügig, heißt das, dass du keine Wünsche abschlagen kannst? Walter: Das kann ich schwer, ja. Wenn jemand an mich herantritt und was will - selbst wenn es mir nicht so gut gefällt - dann denke ich, ich muss es erstmal machen. Das ist auch was, was man so in der Familie hat, weil man einfach alle möglichen Sachen macht und sich auch anpassen kann. Götz: Gilt das auch für Situationen, wenn man das Gefühl hat, der Regisseur hat keine Ahnung und ich muss das trotzdem machen, was der sagt? Passiert ja in der Realität fast nie, aber .... Walter: (lacht) Es kommt auf die Situation drauf an, ganz ehrlich. Wenn es das wert ist, dass man sich dafür aus dem Fenster hängt, dann hänge ich mich aus dem Fenster. Wenn man denkt, das lohnt nicht, dann nicht. Christine: Sagst du dann schon mal, mit dem will ich nix mehr zu tun haben? Walter: Ja, klar. In unserem Beruf nützt es nichts, wenn man ein bisschen was gelernt hat. Wenn es mit dem Gegenüber nicht funktioniert... Christine: Stimmt! (zu Götz) Oder, Honey? Walter: ... dann braucht man überhaupt nichts machen, es ist sinnlos. Warum soll man das dann tun? Christine: Wer wäre denn deine Traumpartnerin - mal von Mariele Millowitsch abgesehen? Walter: Also ich kenne diese Fragen schon, ich finde das sehr schwer zu beantworten. Christine: Ach, jetzt habe ich mal EINE dieser blöden Fragen gestellt. |
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| Walter: Ja, ich kenne eine ganze Reihe guter Schauspielerinnen.
Es kommt darauf an, welche Rolle es ist. Man kann sagen z. B. wenn ich eine
ältere Kollegin nennen darf - Kollegin kann man kaum sagen, weil sie ein
richtiger Star ist - Jeanne Moreau zum Beispiel. Wenn ich mit der mal spielen
dürfte das wäre toll. Sie mag ich sehr. Christine: Gehst du oft in Kino? Walter: Nicht so oft, wie ich gerne würde. Christine: Weil du keine Zeit hast? |
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| Walter: Wenig Zeit, wenn ich dann zu Hause bin. Christine: Warst du richtig gut in der Schule? Walter: Es war okay. Ich hatte einen Hänger so mit 13. Götz: So jung schon? Walter: (grinst) Meinst du damit, du hast ihn jetzt noch? Nee, und dann wurde es ganz okay. Christine: Ich soll jetzt mit dir ins Zimmer hoch. Hast du Lust? Walter: (zum Publikum) Ciao Leute, es war schön mit euch. Ich gehe jetzt mit ihr hoch. |
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Christine: Guck mal, extra für dich. Magst du dich
hier hinsetzen? Qir haben uns das hier so gedacht, weil du gesagt hast,
dein schönstes Kindheitserlebnis war die Überfahrt von New York nach Bremerhaven,
als du mit deinen Eltern zurück gekommen bist aus... oder wart ihr da schon
zweimal hin und her oder wie war das? Walter: Nicht mit meinen Eltern, nur mit den Geschwistern. Christine: Wie, die haben euch alleine...? Walter: Ja. Meine Eltern blieben in Amerika, die wollten ein halbes Jahr länger bleiben und auch der älteste Bruder war nicht dabei, der war bei der amerikanischen Armee zu der Zeit und wir sind zu siebt rübergekommen. |
Christine: Warum war das das Schönste für dich, erzähl mal. Walter: Also es gab sehr viele schöne Sachen, aber auf so einem großen Schiff... ich war noch so klein, ich war noch nie auf einem Schiff und hatte noch nie das Meer gesehen und man konnte da rumlaufen, es waren viele Leute da, die waren auch alle sehr freundlich zu uns. Und es gab ein Schwimmbad auf dem Schiff und dann wurden wir durch die ganzen Innereien vom Schiff geführt, haben die Maschinen gesehen und haben diese riesigen Lagerräume gesehen, wo die ganzen Überseekoffer drin waren. Das ist alles riesenhaft. Und das Ganze dauerte sieben Tage und wir haben dauernd gespielt und sind rumgerast, das war schön. |
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| Christine: Ohne Eltern ist das wahrscheinlich
noch mal so schön. Walter: Ja, meine älteren Geschwister waren schon streng, das muss ich schon sagen. Als mein ältester Bruder dann in Deutschland war und auf uns aufpasste ab und zu, da habe ich dann das abbekommen, was er früher abbekommen hatte. |
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Christine: Du bist ein ganz glücklich verheirateter
Mann, das liest man in jedem Interview. Das war die Liebe auf den ersten
Blick und ist es immer noch. Wie geht das? Walter: Hingucken. Ich war damals 31, als ich die Sigrid kennen lernte und es war effektiv zu einer Zeit als ich dachte "ach mit den Frauen, das wird sowieso nichts." Ich hatte schon wie alle ein paar auf die Nase bekommen und dachte "die Guten sind eh alle weg und egal mir ist es wurscht, wenn's ist, ist gut und wenn nicht, ist auch gut." Da habe ich bei einer Veranstaltung der Schule, wo ich als Gast eingeladen war, da bin ich halt hin und da saß sie dann. Christine: Wie, du hast geguckt und hast es gespürt. Spürt man das? |
| Walter: Ja. Es ist ganz komisch, das kann
man nicht beschreiben. Es war so wie hier ungefähr, es waren ungefähr so
viel Leute, es war das ganze Kollegium. Ich war eingeladen als Gast, weil
ich den Schulleiter gut kannte. Der hatte 60. Geburtstag und ich sollte
Geschichten erzählen von früher. Wir waren hinter so einem Paravent und
dann wurden wir aufgerufen und ich kam rein, schaute so in Publikum - als
Theatermann guckt man erstmal wer so da ist - und denke "Oh, hey Moment
halt, halt, halt!" Christine: Alles anhalten. Walter: Ja und dann haben wir die Geschichten erzählt, immer wieder geguckt und danach gab es so eine Veranstaltung mit Kaffee und Kuchen, was immer dann so ist bei solchen Sachen. Und drei Tische weiter saß sie und wir blinzelten so von Tisch zu Tisch. Sie kannte meine Mutter, weil meine Mutter dort auch Lehrerin war ´ne Weile und sagte "du gehst nicht weg bevor du mir ihn nicht vorgestellt hast." Sagt sie "ja klar kein Problem." Und dann kommt man so ins Gespräch und sie sagte, sie kommt mal zu einer Vorstellung. Sag ich "ja mach das mal" und dann habe ich ihr die Daten gesagt und wusste das sagen viele, kommen tut keine. |
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| Christine: Warum hast du ihr nicht die Telefonnummer
statt irgendwelcher Daten gegeben? Walter: Keine Ahnung, ich weiß es nicht. Ich habe wahrscheinlich gedacht "Ach nee das wird sowieso nichts." Christine: Bist du schüchtern? Ich hätte wahrscheinlich gedacht, der Typ will nichts von mir, wenn der mir nicht seine Nummer gibt. Walter: Wir hatten uns fest verabredet für diese Vorstellung, die war zehn Tage später, und so nach drei Tagen dachte ich "Scheiße ich muss sie anrufen, ich muss jetzt mal Nägel mit Köpfen machen!" Ich hatte keine Adresse, es waren Ferien, sie war nicht zu Hause, die Eltern wussten nicht wo sie war. |
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| Christine: Aber sie ist zur Vorstellung gekommen?
Gute Frau. Walter: Und nie wieder weggegangen. Christine: Wollen wir wieder nach unten gehen? Also ich würde ja gerne mit dir länger über das Leben reden, aber ich darf nicht. Walter: Ach so die Sendung, ja stimmt, die Sendung hört ja auf. Christine: Scheiß Sendung. Walter: Wir können je ne Doppelsendung machen, Doppelvorstellung. Christine: Götz? Doppelzimmer frei. Walter: Na der ist schon eingeschlafen, wir müssen ihn jetzt aufwecken. Christine: Glaubst du eigentlich an Horoskope? Ich frage es anders, weil ich es schon weiß. Deine Frau glaubt an indianische Horoskope. Was ist das denn? Walter: Beim indianischen Horoskop ist das Jahr eingeteilt in zwölf verschiedene Tiere. Also es gibt dann Tiere, Bäume und Steine die dann jeweils zu einem Zeitraum gehören. Das ist sehr interessant, was die so über die einzelnen Menschen schreiben, weil sie das in Zusammenhang bringen mit den Jahreszeiten, wann man geboren ist und wo die Natur gerade steht. Christine: Deine Frau ist Schneegans, was bist du? Walter: Ich bin ein Waipiti-Hirsch.. Es läutet an der Tür und es kommt Annemie Hülschrath. Es folgt die allgemeine Begrüßung. Annemie: Ich wohne hier oben drüber, Tag Herr Sittler. Setzten Sie sich doch, ich setz' mich dann dazu. Walter: Bitte, Ladys first. |
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Annemie: Nee erst Sie, Sie waren ja zuerst hier. Walter: (mit verstellter Stimme) Gut, dann bin ich eine Frau jetzt. Annemie: Eigentlich machen Sie das richtig. Jetzt noch mal. Walter: Ja, ne? (er steht wieder auf) Also jetzt: bitte setzten Sie sich. Annemie: Ja dankeschön. (sie setzt sich) Da ist aber aufmerksam von Ihnen. Christine: Willst Du was trinken, Annemie? |
| Annemie: Was habt ihr denn? Christine: Wein von der Saar. Warte, ich hole dir ein Glas (sie geht in die Küche) Annemie: Ach, ich kann doch keinen Alkohol vertragen, der geht bei mir sofort in den Kopf. Walter: Das ist ein alkoholfreier Wein. Annemie: Alkoholfreier Wein? Ja, denn tu' mir mal einen Schluck hier rein. Von der Frau Westermann ist das [Glas hier]. Frau Westermann darf ich mal? Christine: Du darfst mal. Annemie: Ich bin ja nicht so lange hier. Ich habe jetzt keine Zeit zu warten bis das Glas da ist. |
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Götz: Das stimmt. Der Service war auch schon mal besser hier. (Christine kommt mit einem neuen Glas) Annemie: Oh, ist der süß. Das ist so wie wenn du Mumps hast, kennst du das? Walter: Nee, ich hatte noch nie Mumps. Annemie: Da geht hier so ne Drüse... Walter: (mit verschnupfter Stimme) Dann kann man nicht mehr sprechen, ne? |
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| Annemie: Nee, kennen Sie das doch auch.
Hören Sie, Sie bewundere ich ja, deswegen komme ich runter. Ich habe gefragt:
Wann ist der Herr Sittler denn man bei euch? Den Mann bewundere ich ja.
Sie haben ja diese Doppelbelastung mit den zwei Jobs, mit den zwei Chefposten;
Hotelchef und Klinikchef da, Chefarzt. Zwei Posten, zwei volle Jobs ...
Walter: ... und Familie. Annemie: Ja, und Familie. Einmal mit der einen und einmal noch mit ... das ist ja auch noch Doppelbelastung. Walter: Vierfach fast. Annemie: Ja, Sie haben praktisch eine Quattrobelastung. Walter: Mmh, Audi, ne? Annemie: Schlau, ne? Gucken Sie mal, ich habe auch eine Doppelbelastung. Ich haben den Walter und den Helmut. |
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Walter: Wer ist der Walter? Annemie: Walter ist mein Mann, wir sind schon ganz lange verheiratet, und Helmut ist unser Hund. Der ist jetzt 14 und ist in der Pubertät, das ist ganz schwierig gerade. Da drüber werde ich je schon manchmal bescheuert. Und Sie jetzt, wie machen Sie das? (Walter ringt nach einer Antwort) Bescheiden sind Sie auch noch. Bescheiden ist der Mann. Weißte, der ist wahrscheinlich nur am Arbeiten. Kommt von dem einen Job nach Hause, zack die anderen Klamotten an, zack zu dem nächsten Job. So stell ich mir das vor. Walter: Ja so ungefähr ist es auch. Ja so ist das, ich spiele einfach gerne. |
| Annemie: Und wenn Sie jemand fragt, wie Sie da machen,
dann haben sie einen Moment Zeit zum Nachdenken... Walter: ...und dann fällt mir nichts ein, ja genau. Annemie: Ja, das ist aber, wenn man so am Laufen ist, ich kenne das selber. Wenn ich nur am Machen bin, Essen für den Jungen, also für unseren Helmut, dann Essen für den Walter und ich muss mich selber ja auch mit versorgen, macht ja keiner. Muss ich alles alleine machen. Walter: Das muss ich ja auch, wenn ich außerhalb bin. Annemie: Da kommste ja nicht zum Nachdenken. Wenn dich mal einer fragt, z. B. meine Freundin Inge, wenn die schon mal sagt: "Mensch, Annemie wie schaffst du das alles?" Dann kommt so ein Moment - ich weiß es nicht. Insofern, das kenne ich. Walter: Ja, ne. |
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| Annemie: Fällt einem nix dazu ein. Aber jetzt wollte
ich Sie was fragen. Ich würde Sie bitten, wenn Sie hier gleich fertig sind,
dass Sie mal oben bei mir klingeln und sich meinen Walter mal angucken.
Sie heißen ja Walter, deswegen das ist auch gut, von Walter zu Walter mal.
Weil du hast jetzt die medizinische Vorbildung dafür. Ich kenne mich nicht
aus damit. Der Walter hat, wenn du von hier guckst, WO hat der Walter hier ungefähr an der Stelle ein ganz fieses faustgroßes Ekzem, am Nässen ist das auch. Herr Sittler, das muss der schon ganz lange haben, weil wochenlang sitzt der so, auch beim Fernsehen. Ich sage: "Walter was ist los?" - "Nee, nee lass mal." Kennst du ja, ne? Und irgendwann habe ich so lange insisteriert, äh inseriert und habe gesagt: "Walter, was ist?" Dann hat er mit das mal gezeigt, da war das schon faustgroß. Ich sag: "Walter das war doch nicht immer faustgroß, das hat doch bestimmt mal so angefangen, so klein." Jetzt ist das so groß geworden. |
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Walter: Ekzem, ne? Da muss er zur Praxis Bülowbogen,
hilft nichts. (großes Gelächter und Applaus vom Publikum) Da kann ich nichts
tun, ich bin Orthopäde. Annemie: Ja wo ist denn jetzt Bülowbogen? Ich habe gedacht, da habe ich den Sittler im Haus, da kann der mal eben hochgucken. Der Helmut hat das ja hier. Walter: Auch noch? Christine: Helmut ist der Hund. |
| Annemie: Ja, Helmut ist der Hund. Wenn du jetzt den
Helmut seine Faust nimmst, dann kannst du sagen ist das auch faustgroß.
Ja ist auch schon ziemlich groß. Ich weiß mir da auch nicht zu helfen. Die
Jungs lassen mich da ja auch nicht dran. Kann ich auch verstehen. Walter: Nee ist klar, tut ja auch weh. Annemie: Das muss fies weh tun, ja. Wie komme ich jetzt zu Bülowbogen, sag mal? Was ist denn da im Moment für ein Arzt? Walter: Bülowbogen, ich glaube die machen Karnevals-Ferien. Vielleicht sollte er lieber zum Alphateam gehen. Beim Alphateam ist immer jemand da, ganz viele Leute. |
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| Götz: Alphateam ist gut. Annemie: Alphateam. Alphateam, das klingt ja nach Science-Fiction. Walter: (lacht) Naja, "Science" nicht so. Annemie: Alphateam da gibt's doch den Mr. Spock, da geht der Mr. Spock noch an meinen Walter dran. Alphateam was ist das denn? Passen Sie auf, wenn Sie jetzt meinen Sie sind nicht der richtige Mann für das Ekzem, sowohl beim Walter als auch beim Helmut, dann kommen Sie gleich bitte trotzdem mal hoch und sprechen mal trotzdem als Walter so von Walter zu Walter mit meinem Walter und sagen dem: Nach Karneval gehst du zur Praxis Bülowbogen und sprichst mit dem Dr. Weißichwas, wie heißt der? |
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| Walter: Markus Merthin, oder wie die heißen, ich weiß es nicht genau. Annemie: Zu dem Dr. Markus Merthin, nee das ist eine andere Baustelle. Herr Sittler, du kommt gleich mal vorbei, das wäre sehr nett. Walter: Ich komme gleich vorbei. Annemie: (verabschiedet sich) Frau Westermann, Herr Alsmann. Götz: Annemie Hülschrath dargestellt von Cordula Stratmann, meine Damen und Herren. |
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Christine: Was hast du für Nachbarn? Gar keine, oder?
Walter: Doch doch, das sind größtenteils Schwaben. Es ist eine Eigentumsanlage, wo wir da wohnen. Wir sind die einzigen Mieter oben unterm Dach. Nette Schwaben, die alle ihre Kehrwoche machen und sehr freundlich sind zu uns. Wir haben sehr viel Glück. Christine: Kannst Du eigentlich Dialekte, muss man das als Schauspieler? Walter: Hah noi, Ich kann koi Schwäbisch. Ich kann ein bisschen bayrisch, weil ich sehr viel in Bayern gelebt habe und das mag ich sehr gern. (und er gibt eine Kostprobe sein bayrisch zum Besten.) |
| Christine: Aber ein bisschen mannheimerisch müsstest
du auch können, oder? Walter: Nicht so gut, meine Frau kann das besser. Aber da gibt's dann dieses "Ha jo, was soll isch denn da, da gibt's ja nix zu kaafe" |
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| Christine: Ha, ich bin da uffgewachse. Walter: Uffgewachse? In Mannem? In Mannem uffgewachse? Des is e schöne Stadt. Christine: Und ich kenn des National-Theater. Götz: Jetzt kommen wieder diese dieser Mannheimer Geschichten. In Mannheim, wo man sich noch nicht mal Straßennamen leisten kann, wo die Straßen 3K2R oder H2O heißen. Christine: Ich habe in M54 gewohnt. |
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| Walter: Ich bin nach Mannheim gekommen
als junger Schauspieler und dachte: "so ich lerne das jetzt mal, damit ich
die Sachen finde." und war ganz glücklich und hatte das gelernt. Dann kam
ein normaler Passant auf mich zu und fragte: "Wo ist bitte T3?" Ich - kein
Problem - "Gehen Sie da vor, zwei Straßen rechts und dann links." Ganz klar,
er geht los und ich drehe mich um und gehe ein paar Schritte und dachte:
"Nee, das war falsch." Da bin ich einfach schnell weg. Ich habe ihn irgendwie
nach U4 geschickt. Götz: Nach U4, das ist eine schöne Sache. Christine: Wir machen jetzt mal die ultimative Lobhudelei für Walter Sittler. |
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Mannes: Der wunderbare Walter will zu euch in die
WG? Arzt: Ja. Mannes: Dr. B. aus D. (52) unterstützt diesen Antrag? Arzt: Ja. Mannes: Weil er würde gerne die Rolle des Dr. Schmidt bei Nikola übernehmen. Arzt: Ja. |
| Mannes: Daher weiß er zu berichten, dass Walter Sittler
wirklich über sämtliche Fähigkeiten verfügt, die er von seinem Medizinberuf
im Fernsehen, also bei RTL auch ohne weiteres in Privatleben übertragen
kann. Arzt: Ja. Mannes: So verfügt Walter Sittler z. B. über sämtliche medizinischen Fachsprachen, wie Altmesopotanisch, Klingonisch, hat auch sogar das große Latrinum. Arzt: Ja. Mannes: Kann privat Quaddeln zur Ader lassen und sogar kathetrisieren. Arzt: Ja. Mannes: Und privat ist es ein wahnsinnig musikalischer Mensch. Er hat ein Musical geschrieben. Verfügt natürlich nur über sensationelle Charaktereigenschaften. Arzt: Ja. Mannes: Aber erlebt auf sehr großem Fuß, mit Schuhgröße 147. Aber genau das richtige für eure WG. Arzt: Ja. Mannes: Oder, um es auch mal mit einer kleinen Zote abzuschließen. Was sagt ein Frauenarzt, wenn er zu euch in die WG kommt? Endlich wieder Gesichter! Arzt: Ja ja. Mannes: Herzlichen Dank. |
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| Götz: Ja meine Damen und Herren und genau diese Gesichter
sollen jetzt eine Entscheidung treffen. Es geht natürlich wie immer am Schluss
von "Zimmer frei" um die Frage: Soll unser charmanter reizender Gast, Mitglied
in unserer Wohngemeinschaft werden oder nicht? Und hier im Studio meine Damen und Herren bereiten sich jetzt zahllose Gäste auf den entscheidenden kleinen Schritt vor, der da heißt: Ja = grün, nein = rot. Meine Damen und Herren, zeigen Sie uns was sie wollen, aber zeigen Sie es uns jetzt. |
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Und ich sehe eine überwältigende Flut an grünen Karten, das
kann nur eins bedeuten, unser Gast Walter Sittler ist in den allerengsten
Kreis der Bewerber für unser frei gewordenes WG-Zimmer mit aufgenommen.
Wir danken Ihnen meine Damen und Herren für's Zuschauen, aber ganz besonders danke wir: Walter Sittler! |
| © 1999 WDR Anm.d.W: Nach der Sendung habe ich Walter dann das erste mal getroffen - mehr oder weniger "inkognito" *g*, den Bericht dazu gibt's an dieser Stelle zu lesen. |
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