Wir in Bayern
(B3, 01.06.05)

Vielen Dank an Melli & Sonja R. fürs Abtippen!
   
Karin Schubert
Karin Schubert: Mein prominenter Gast heute, der hätte sicher auch das Zeug zum "Hochzeitslader". [Vorher lief ein Beitrag über "Hochzeitslader"] Allerdings bestünde dann doch oft die Gefahr, dass die Hochzeiten öfter mal abgesagt werden, weil die Braut dann lieber ihn heiraten würde als den Verlobten. Herzlich Willkommen: Walter Sittler. Grüß Sie Gott.

Walter: Hallo.

K. Schubert: Mit Rollen wie in "girl friends" oder "Nikola" beweisen Sie ja eigentlich immer wieder genau das, wozu Sie eine Frauenzeitschrift kürzlich kürte: "Der Traummann des deutschen Fernsehens." Wie lebt es sich mit so einem Titel?

Walter: Ach das ist schön. Das ist wie ein Preis, den man bekommt. Und es ist schön, wenn man das kriegt, aber beweisen muss ich das alles im Leben. So ist das.

K. Schubert: Ihrer Frau vor allen Dingen. Was sagt die dazu?

Walter: Ich glaube nicht, dass es ihr unangenehm ist. Gar nicht. Durch die Sachen und durch die Art wie wir das spielen, also die Mariele und ich jetzt in diesen beiden Fällen, ist es schön, dass die Menschen das so sehen.
Walter Sittler

K. Schubert: Sie haben jetzt gar keine Krawatte. Ein Traummann muss ja immer gut gekleidet sein. Aber ich habe mir sagen lassen, dass Sie über 85 Krawattenknoten binden können Ist das richtig?

Walter:
Sagen wir es so, ich hab ein Buch gesprochen, wo es darum geht, dass man 85 Knoten machen kann. Man kann auch mehr machen, aber dann werden die zu groß. Und von den 85 bleiben eigentlich nur 13 übrig, die man mit einer herkömmlichen Krawatte, wie wir sie da gesehen haben…
 
Walter Sittler

K. Schubert:
Wir haben nämlich gerade - da kommen sie - eine kleine Überraschung für Sie: ein paar Krawatten.

Walter:
Ja wunderbar. Denn es ist ja so: die Krawatte ist eine der wenigen Schmuckstücke, die wir Männer haben. Und es gibt verschiedene Hemdformen und verschiedene Dicken von Krawatten und da muss man verschiedene Knoten machen können. Auch um zu sagen: Heute fühle ich mich eher schräg oder heute fühle ich mich eher gerade, oder heute möchte ich ein bisschen verwegener sein. Und da ist es gut, wenn man...

K. Schubert: Wenn Sie sich schräg fühlen, welchen Krawattenknoten würden Sie dann machen?

Walter: Oh, da könnte man zum Beispiel einen ganz kleinen machen.

K. Schubert: Vorsicht, Ihr Mikrofon! Das ist jetzt die Kunst bei diesem Krawatten binden.

Walter: Da machen wir dann einfach den kleinsten Krawattenknoten, den es gibt. Den kann eigentlich keiner mehr, weil der so hakelig ist. (er macht es vor) Dann zieht man den hier so zu und dann hat man nur so ein ganz kleines Teil.

K. Schubert: Für mich schaut der jetzt aus, wie ein normaler Krawattenknoten.
Walter: Soll ich mal einen normalen machen? Aber so hat man einen kleinen schrägen.

K. Schubert: Ach der ist schräg? Stimmt.

Walter Sittler

Walter: Man kann einen größeren, geraden machen. Dann kann man einen langen machen, wo man unten zwei sich überkreuzende Teile sieht. Und solche Sachen kann man damit machen. Aber es bleiben letztendlich nur 13 übrig, die wirklich gut sind.

K. Schubert: Gehört das heute zum perfekten Mann? Möglichst viele Krawattenknoten binden zu können?

Walter: Sagen wir es so: es wäre gut, wenn es ein paar mehr könnten. Sonst machen immer alle denselben.

K. Schubert: Einen richtigen Casanova spielen Sie ja in dem Film "Ein Geschenk des Himmels". Der ist nächsten Freitag im Ersten zu sehen. Um was geht es denn da?
 
Walter Sittler
Walter: Ein unverbesserlicher Schürzenjäger, der deshalb immer in Geldnot ist, glaubt, dass er das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter erbt. Er geht dorthin, um das Erbe anzutreten und dann stellt sich heraus, dass das Haus an eine darin wohnende junge Witwe mit einem 10-jährigen Sohn vererbt worden ist. Aber er ist Rechtsanwalt und sagt sich dann "Moment mal, das kann nicht sein". Und er ficht das dann an.

K. Schubert: Und einen kleinen Ausschnitt gucken wir uns jetzt gleich mal an. Walter Sittler mal nicht sofort zum verlieben würde ich mal sagen. Schauen wir mal rein.

Es wird der Ausschnitt gezeigt, in dem Johnny die einstweilige Verfügung ans Haus nagelt


K. Schubert: Ganz schön fies Herr Sittler, meine Herren! Wir denn aus dem Saulus noch ein Paulus?

Walter: Dem 10-jährigen Sohn gefällt sein zukünftiger Stiefvater, den wir hier eben gesehen haben, nicht so ganz. Er hätte gerne den anderen Mann. Was natürlich schwierig ist, weil er und seine Mutter Pietisten sind. Und einer der so ein Schürzenjäger ist - ob das geht? Aber mehr verrate ich jetzt nicht.
 
K. Schubert: Das heißt dann also, dass Ihre große Liebe diese Pietistin wird. Was ist das dann für eine Frau?

Walter: Das ist eine ganz wunderbare Frau. Mit einer naiven - ich meine das jetzt nicht blöd - Klarheit, die die Menschen nicht einschachtelt. Die kann deshalb mit dem Jonny John, den ich spiele, klarkommen. Sie schaut durch ihn durch und das macht ihn völlig fertig, weil er das nicht gewohnt ist. Er ist es gewohnt eine Nummer zu machen, die dann auch funktioniert.

K. Schubert: Bei ihr ist denn dann ein bisschen anders. Wie stehen Sie selbst zur Religion?
Walter Sittler

Walter: Wir sind ja alle mit der Religion in Verbindung gekommen, durch die Schule, durch die Gesellschaft, in der wir leben. Und insgesamt ist die Religion eine gute Methode, Klarheit ins Leben zu bringen. Aber man muss sich dabei nicht an der Amtskirche orientieren. Da sind zu viele Fehler drin, finde ich. Man muss für sich selber entscheiden, was man davon mitnimmt und was nicht. Zum Beispiel, das man sagt, man soll den anderen mindestens so gut behandeln wie sich selbst. Das ist ein Grundsatz, der sehr gut ist. Wenn wir in unserer Gesellschaft davon mehr ausführen würden, dann hätten wir sehr viel weniger Probleme.

K. Schubert: Kann man das in der Branche überhaupt so leben, in der ja auch viele Ellenbogen eingesetzt werden?

Walter: Ich lebe ja nicht in der Branche. Die Branche ist Beruf. Es gibt noch das ganze Leben außen herum. Und es empfinde es auch nicht so für mich. Ich verwandle mich nicht in irgendeinen Wahnsinnigen, wenn ich in der Branche bin, sondern ich spiele meine Rollen und bin ansonsten ich selber. Ich versuche das da genauso, weil ich weiß, dass es nur im Team wirklich gut geht. Und Film ist Teamarbeit. Da kann man so viele Stars haben wie man will, ohne Team geht gar nichts.

K. Schubert: Ein ganz besonders gutes Team sind Sie ja mit Mariele Millowitsch mit der Sie ja schon einige Male auf der Bühne und vor allen Dingen vor der Kamera gestanden haben.

Walter: Auf der Bühne noch nie.

K. Schubert:
Auf der Bühne noch nie?

Walter: Nein, wir haben nie zusammen auf der Bühne gespielt. Wir haben aber…

K. Schubert: Die ZDF Serie "girl friends…"

Walter: Über 160 Folgen "girl friends" und "Nikola" zusammen.

K. Schubert: Und "Nikola", genau. Das ist ein tolles Team, oder?

Walter: Sehr gut! Ja, wir haben gleich, als wir uns kennen gelernt, gemerkt, dass das funktioniert. Wir haben einfach eine ähnliche Art zu spielen. Wir ticken ähnlich. So einfach ist das. Und es hat sich auch in den letzten elf Jahren nicht geändert. Im Gegenteil, es ist noch verfeinert, so dass wir noch feiner spüren was los ist beim anderen. Und das ist gut, sehr gut.

K. Schubert:
Sie haben ja schon einige Preise gewonnen. Den Grimme Preis, dann für die Rolle des Dr. Schmidt den deutschen Fernsehpreis."

Walter: Ja, 2003.

K. Schubert: Da sind Sie als bester Schauspieler "Comedy" ausgezeichnet worden.

Walter: Ja das hat mir sehr gefallen.

K. Schubert: Mögen Sie den Dr. Schmidt eigentlich?

Walter: Ja sehr. Der ist wunderbar, eigentlich. Er hat natürlich Macken, die ihn fast sozial unverträglich machen. Aber er ist einer von denen, der da ist, wenn es drauf ankommt, wenn es wirklich drauf ankommt. Dann steht er da. Und das ist doch das Entscheidende. Er nimmt sich dann merkwürdigerweise nicht mehr so wichtig wie er sich sonst überwichtig nimmt. Ich mag den gern. Das ist ein richtiger moderner, europäischer Mann. Ja klar.
 
Walter Sittler
K. Schubert: Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Wie ist der richtige moderne, europäische Mann?

Walter:
Also wenn man den reduzieren wollte - was man eigentlich nicht darf, weil es dann doch zu wenig ist - dann muss man versuchen was darzustellen. Die Rolle als Mann ist irgendwie aufgeweicht in der letzten Zeit. Also nimmt man Symbole, den Beruf zum Beispiel, wo er ja unschlagbar gut ist in dieser Rolle. Autos, irgendwas und die eigentliche männliche, sagen wir mal, Persönlichkeit, die hat im Moment einen schlechten Stellenwert. Das ist auch das Problem, weshalb viele Männer irgendwas als Ersatz brauchen. Was die Frauen eben nicht brauchen.

K. Schubert: Sie selbst wollten ja mal Arzt eigentlich werden. Warum ist da eigentlich nichts draus geworden? Das wäre doch auch ein schöner Beruf. Status hinter dem man sich dann auch verstecken kann.

Walter: Das ist deshalb nichts geworden, weil ich sehr lange keinen Studienplatz bekam, da mein Durchschnitt nicht schlecht, aber nicht gut genug war für sofort. Und im Laufe der Jahre, die ich dann im Krankenhaus gearbeitet habe - unter anderem in München in Großhadern - ist das untergegangen. Ich habe dann gesehen, wie es in der Uniklinik läuft und dachte, das kann ich nicht wollen. (es wird nebenstehendes Bild gezeigt.) Das ist aber lange vorher!

K. Schubert: Aber es war schon vorher? Da haben Sie sich noch nicht entschieden gehabt?
Walter Sittler

Walter: Nein stimmt gar nicht, das ist ein Bild, was die Vera Röhm (?) gemacht. Da war ich Schauspielschüler in Mannheim. Stimmt, das muss gewesen sein, 1981 oder 1982.

K. Schubert: Da hatten Sie sich also schon entschieden, Schauspieler zu werden. Wie kam das denn dann?

Walter: Ich wurde auf eine Feier von der Schauspielschule mitgenommen. Das gefiel mir und ich dachte, das ist doch viel schöner als alles andere. Ich habe mich beworben. An einer Schule nur, völlig wahsinnigerweise. Und die haben mich zum Glück genommen.

K. Schubert: Normalerweise ist das so, dass sich Hunderte bewerben…

Walter: Das waren auch Hunderte.
 
Walter Sittler
K. Schubert: Und kaum zehn werden genommen.

Walter:
Ich war erschüttert, als ich da ankam. Herrgott. Und die redeten alle von Hannover und Salzburg und Wien und wo sie überall waren. Und ich hatte keine Ahnung. Das war vielleicht auch das Glück.

K. Schubert: Für Sie ein Glück. Bereuen Sie es nicht manchmal, dass Sie nicht doch Arzt geworden sind?

Walter: Auf der Bühne jedes Mal kurz vor der Premiere. Da denke ich: "Hätte ich bloß auf meine Mutter gehört!" Oder: "Hätte ich bloß was Ordentliches gelernt!" Aber kaum ist der Vorhang auf... nein man muss schon die ersten paar Sätze gesagt haben und dann ist es ist ein Beruf, den ich nicht tauschen möchte.

K. Schubert: Sie sind eigentlich lange Bühnenschauspieler gewesen. Der Film kam sehr spät bei ihnen.

Walter: Ja, das ging los als ich 40, 42 war. Und davor habe ich 15 Jahre fast nur Theater gespielt. Das war sehr schön. Das war ganz wichtig für mich. (wieder ein Foto) Das ist in Mannheim in der Kantine.

K. Schubert: Kleist oder so was?

Walter: Kann sein. Was haben wir denn da gespielt? Das ist lang her, ich weiß es nicht mehr. Das muss auch 1984 oder so gewesen sein.

Walter Sittler

K. Schubert: Sie schlüpfen gerne in verschiedene Rollen, Sie wechseln gerne. Hat das vielleicht auch etwas damit zu tun, dass Sie als Kind sehr viel gereist sind und nie irgendwo ein zu Hause gefunden haben? Sie sind eigentlich in Amerika geboren.
 
Walter Sittler
Walter: Ja, ich bin gebürtiger Amerikaner. Wobei meine Mutter Deutsche ist, mein Vater ist Deutscher geworden. Ich habe das aber in der Form nie betrachtet. Das könnte schon sein. Aber ein Teil kommt auch daher, weil mich interessiert, wie die Menschen wirklich sind. Ich hätte natürlich auch Psychoanalytiker werden können oder so was. Aber das ist lange nicht so spaßig wie Schauspieler. Weil man dort damit beschäftigt ist, in den anderen Menschen reinzukriechen ohne dass man sich selber verlieren sollte. So geht es mir. Ich weiß, dass andere es anders machen. Aber ich habe das Gefühl, dass ich mir immer näher gekommen bin, je mehr ich gespielt habe.

K. Schubert:
Sie haben natürlich auch viel Erfahrung mit Menschen, weil Sie ja doch in einer relativ großen Familie aufgewachsen sind.

Walter: Ja, sieben Geschwister, Eltern und dann zig Partner von den Geschwistern und Kinder von denen.
 
K. Schubert: Das ist Ihre Familie hier auf dem Bild?

Walter: Genau. Da ist 1953. Ich bin der Kleine da ganz rechts.

K. Schubert: Der Jüngste?

Walter: Der Jüngste. Und dann kommen meine Eltern, dann der Karl, die Minnie, Wolf, Margie, Mark, Andy, Loring.

K. Schubert: Das ist ja erstaunlich.
Familie Sittler

Walter: Das ist nicht ganz die Altersreihenfolge. Karl ist der Älteste, dann kommt die Minnie, Wolf. Dann käme eigentlich die Andy, die sitzt falsch, dann kommt Mark, dann kommt Margie, die sitzt auch falsch. Und dann der Loring und dann ich.

K. Schubert: Das heißt, das Bild war noch in Amerika. Inzwischen sind Sie ja wirklich richtig heimisch geworden. Auch Bayern kennen Sie gut, nicht?

Walter: Ja ich habe viele Jahre in München gelebt. Ich habe ein paar Jahre in Siegsdorf gelebt, ich habe zwei Jahre in Berchtesgaden in der Schule gelebt, auf dem Obersalzberg. Und das hat mir schon gut gefallen da. Auch die bayerische Sprache, wenn ich die höre verstehe ich es fast immer. Beim Niederbayerischen kriege ich nicht immer alles mit. Aber sonst gefällt mir das schon.

K. Schubert: Sie haben im Vorgespräch erwähnt, Sie waren mal in Peru?

Walter: Ja.

K. Schubert: Also ich kenne ganz viele Menschen, die fahren nach Peru, um irgendwie sich so ein bisschen zu verinnerlichen - an einer Wende ihres Lebens. Wie war das für Sie? Was war der Grund, da hin zu fahren?

Walter: Also, ich hatte keine besonderen esoterischen Gründe, das war es nicht, sondern meine Schwester war dort verheiratet, hatte drei Kinder und war schon zehn Jahre dort. Und zwei Jahre nach dem Abitur wusste ich noch nicht, was ich machen sollte und dachte, wenn ich mal ein Jahr da hin gehe und was mache, wird mir vielleicht einfallen, was ich dann mit dem Rest meines Lebens machen soll. Und dann hab ich in verschiedenen Firmen gearbeitet, in der Textilindustrie und als Sekretär und hab's aber nicht rausgefunden und dann bin ich wieder gekommen und hab weiter gesucht.
 
Walter Sittler
K. Schubert: Und dann haben Sie ja doch irgendwann Ihr Ziel gefunden, die Schauspielerei - mehr durch einen Zufall dann eigentlich.

Walter: Ich würde sagen, eher reingestolpert, ja.

K. Schubert: Sie haben Ihrem Bauchgefühl getraut, haben Sie mal gesagt und Sie haben sich dann tatsächlich für die Schauspielerei entschieden. Sind Sie ein Mann, der sich auf sein Gefühl verlassen kann?

Walter:
Ja, und wenn ich das…

K. Schubert:
Immer?


Walter: Man muss halt schauen, dass der Kopf nicht zu viel reinpfuscht. Es gibt ja manchmal so Sachen, von denen man denkt, die muss man haben. Und dann denkt man so lang dran, dass man denkt, das ist das richtige Gefühl. Wenn man das aber unterscheiden kann, weil der Bauch... das ist keine Entscheidung, es ist ein Weg. Und man weiß, der ist es. Da gibt's kein Links, kein Rechts - es gäbe theoretisch links, rechts - und dann ist gut.

K. Schubert: War das bei Ihrer Frau auch so?

Walter: Ja.

K. Schubert: Als Sie sie kennen gelernt haben?
 
Walter: Ja, ich hab die da sitzen sehen, als ich als ehemaliger Schüler auf eine Schulveranstaltung kam. Und da saß sie im Kreis von 60 Leuten und ich komm auf die Bühne und denk: Halt! Moment! Halt, stehen bleiben! Moment Und dann nachher haben wir dann über…

K. Schubert: Das ist sie, ja?

Walter: Das ist sie. Da ist sie schon im 3. Monat schwanger mit der Jenny und da hat sie noch getanzt in einer Tanzgruppe. Hat auch noch unterrichtet und kurze Zeit später war sie dann in Mannheim bei mir. Und hat in der Schule gekündigt und hat dann weiter getanzt, aber war dann eben in Mannheim und dann kam die Jenny zur Welt und... mit Sigrid, das war ganz einfach.

Sigrid Klausmann Sittler

Sittler Hochzeit
K. Schubert: Dann kennen Sie sie ja schon enorm lange, eigentlich.

Walter:
Finden Sie?

K. Schubert: Ja, also…

Walter: Ich find's nicht so lang, es sind grade mal…

K. Schubert: Das ist das Hochzeitsfoto?

Walter: Das ist das Hochzeitsfoto. Das ist 1985. Also, wir sind dieses Jahr 20 Jahre verheiratet. 29.Mai war unser Hochzeitstag. 20 Jahre, das find ich, also… kann noch lang dauern.
   

K. Schubert: Aber viele schaffen das nicht. Also ich glaube, Sie wären doch geeignet für die Hochzeitsladerin oder als Hochzeitslader

Walter: Das könnte ich. Aber ich würde mich allerdings nicht scheuen zu sagen "Leute, ich glaube, was ihr da macht, ist nicht so gut!" Wenn ich's merken würde. Denn Hochzeit an sich ist ja nix Gutes, das ist was Gutes, wenn die Richtigen zusammen sind. Wenn aber man merkt, dass es eigentlich die Falschen sind, warum heiraten die dann?

K. Schubert: Das heißt, dann würden einige Ehen bei Ihnen zumindest nicht geschlossen werden?

Walter: Sagen wir so, ich würde vorher, wenn ich denken würde, es wäre falsch, würde ich das sagen. Wenn sie dennoch wollen…

K. Schubert: Woran kann man so was merken?

Walter: Am Ton zwischen den beiden. Der Ton ist es. Man hört den Ton und weiß: er strengt sich an, nett zu sein. Sie strengt sich an, so zu sein, wie er will. Das muss schief gehen. Nicht, dass sie sich unbedingt trennen müssen, aber sie werden nicht glücklich werden Man muss... nein, nicht man muss, aber gut ist es, wenn man mit dem Partner entspannt sein kann und nicht irgendwas darstellen muss, sondern, dass er einen liebt, so wie man ist. Und mal ist man fröhlich, mal ist man nicht fröhlich, aber wenn es diesen angestrengten Ton gibt, das ist eine falsche Voraussetzung.

K. Schubert: Das ist jetzt ein schönes Abschlusswort für unser Gespräch. Ich sage Dankeschön - wir könnten jetzt wohl noch stundenlang weiter reden…

K. Schubert: War sehr nett, vielleicht kommen Sie ja mal wieder, das wäre schön. Vielen Dank, alles Gute weiterhin.

Walter: Ja, ich komm gern wieder, Dankeschön.

K. Schubert: Und nicht vergessen, liebe Zuschauer, am Freitag 20.15 Uhr im Ersten "Ein Geschenk des Himmels" mit Walter Sittler.

© 2005 BR