| Volle Kanne (11.10.07, ZDF) |
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Ingo Mommsen: Schönen guten Morgen, Walter Sittler. |
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I. Mommsen: Und da Sie nicht mit der Bahn unterwegs waren...
Das ist für mich die schönste Schlagzeile des Morgens heute:
"Niemand hat die Absicht, einen Bahnhof zu schließen"
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Walter: Ich hab meinen Kindern als sie klein
waren, Briefe geschrieben. Da war ich auf einer Theatertournee und
ich wollte ihnen irgendwie als Vater nah bleiben und ich dachte mir,
wenn ich ihnen irgendwas vom Münster Dom erzähle, ist das
irgendwie nicht so interessant.
Da hab ich eine Figur erfunden, die mich begleitet und hab alle zwei Tage an meine Kinder geschrieben und den Tag, wo ich nicht geschrieben habe, an meine Frau. Diese Briefe sind dann gebündelt, etwa 35 Stück und in dem Buch sind jetzt 25. Also wie das kleine Menschlein zu mir kommt und wie er auch wieder verschwindet. Ich musste ihn ja auch wieder verschwinden lassen. I. Mommsen: Ein kleines Fabelwesen, so eine Art Pumuckl? Walter: Ja, so was ähnliches und wir erleben verschiedene Abenteuer und er stellt mich auch auf verschiedene Proben, damit das funktioniert. |
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I. Mommsen: Jetzt ist das Buch aber vor Jahren entstanden und es hat dann doch ein paar Jährchen gedauert, bis es veröffentlicht wurde. War das von Anfang an sicher nicht geplant? |
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Walter: Nein, das war nicht geplant, das waren
einfach Briefe und eine sehr gute Freundin von uns, eine Buchhändlerin
hat das gelesen und hat gemeint: "Das musst du doch veröffentlichen!"
Dann haben wir das versucht, aber es hat kein Verlag angebissen und
dann dachte ich: "Ist doch auch egal, ist doch eh nur für
uns" und wollte es als Weihnachtsgeschenk für unsere Kinder
machen. |
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I. Mommsen: Das sollten Sie sich aber noch mal in Ruhe überlegen.
Es folgt ein Bericht über die ersten Fahrradpolizisten in Münster. I. Mommsen: Klasse. Aber Herr Sittler, war der der Polizist
nicht ohne Helm unterwegs auf dem Fahrrad? |
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Walter: Sehr gut, das machen sie gut.
I. Mommsen: Grad diese Fahrradklauer, ich hab schon zweimal ein Fahrrad verloren Walter: Wir schon mehrfach. Mit drei Kindern, die zur Schule gehen, gehen Fahrräder verloren, abgeschlossen am Bahnhof, das passiert. I. Mommsen: Aber da sind keine Fahrrad-Cops unterwegs in Stuttgart-Möhringen? Walter: Nein, Stuttgart ist eine der sichersten Städte sowieso, in der Bundesrepublik zumindest. |
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I. Mommsen: Jetzt kennen wir Sie als erfolgreichen Schauspieler,
aber wenn man in Ihrer Biographie blättert, sieht man, dass das
keine Strickleiter-Karriere war. Erstens war es eine sehr späte
und zweitens dann doch über ein paar Umwege, ne? |
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Walter: Also 11 anrechenbare Wartesemester, es geht nach dem
Abitur los. Und dann hatte ich immer noch keinen und da hab ich gedacht
:"So Leute, dann jetzt nicht." Insgesamt denke ich, jeder
hat viele Möglichkeiten in sich selber, es kommt drauf an, welche
am Ende zum Tragen kommt. Wenn man Glück hat, kommt die Richtige
zum Tragen, die Spaß macht. |
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I. Mommsen: Ja, ist auch heute noch so. Es folgen Ausschnitte aus den verschiedenen ZDF Filmen und Serien [....] I. Mommsen: Ja, er kann sich an alle Szenen noch erinnern. Das
ist nicht bei vielen Gästen so. An die "Girl Friends"
erinnern sich ja ganz ganz viele Gäste noch sehr sehr gerne. |
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I. Mommsen: Das hat sozusagen auch Ihre Rolle
als Frauenschwarm so ein bisschen etabliert. Haben Sie das auch in der
Fanpost gemerkt und auf der Straße?
Walter: Ja natürlich, weil man im Theater einem Publikum bekannt ist, das sind vielleicht 8 % der Stadt und plötzlich hat man 15 - 20 % der Fernsehzuschauer in der ganzen Republik. Man merkt das schon. Da wird gekuckt, dann gibt es Briefe, da muss man Bilder schicken, das ist nicht unangenehm. I. Mommsen: Ja, wollt ich gerade sagen, mit dem Image lässt sich doch sehr gerne leben, obwohl Sie ja eher der Western-Fan sind. Sie würden gerne mal so Clint Eastwood mäßig - bisschen was mit Hut haben wir im Einspieler schon gesehen, aber |
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Walter: Also das mit dem Western ist so eine Sache. Das schöne
am Western ist, dass viele äußere Einflüsse, die den
Film ablenken, wegfallen und man ist ganz nah am zentralen Thema und
deswegen gefallen mir gute Western so gut. |
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Walter: Nicht weil die Handlung simpel ist, sondern weil man
direkt beim Thema ist. Es geht um Liebe, Hoffnung, Tod und das sind
die Themen, die wir in allen anderen Filmen auch haben, aber dort ist
es purer. Und von dem Genre her könnte man sagen, gibt es auch
andere Filme, die so klar konstruiert sind. "Fahrstuhl zum Schafott"
zum Beispiel ist kein Western, natürlich nicht, aber es ist in
seiner Dichtheit und Klarheit und auch extremen Darstellung ganz nah
dabei. |
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I. Mommsen: Wie ist das mit Mariele Millowitsch? Sind Sie nach
wie vor privat befreundet. Sie haben ja viel zusammen gemacht: "Girl
Friends", "Nikola"... |
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I. Mommsen: Ja, das kann ich mir vorstellen.
Und dazu sind Sie ja in festen Händen. Sie haben sich mit 33 Hals
über Kopf in Ihre heutige Frau verliebt.
Walter: Ja, immer noch. I. Mommsen: War das wirklich Liebe auf den ersten Blick? Walter: Ich glaube, das war das, weil als ich sie das erste Mal sah in einem Publikum von 70 Leuten I. Mommsen: Sie war im Publikum |
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Walter: Ja, ich war auf der Bühne, ich sollte was erzählen
über einen ehemaligen Internatsleiter von Salem, wo ich zu einer
Runde eingeladen war, lang nachdem ich dort weg war. |
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I. Mommsen: Deswegen warte ich auf den neuen Harry Potter. Auf
Deutsch natürlich. In Chicago geboren, weil Ihr Vater war Amerikaner
- Ihre Mutter Deutsche. |
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Walter: Hätte ich auch, aber ich bin mit sechs nach Deutschland
gekommen und hab die ganze Schule und alles hier besucht. Also ich bin
soweit ich das beurteilen kann Deutscher. Wenn ich in Amerika bin, denk
ich: "Hier gehöre ich auch so ein bisschen hin." Aber
es ist unentschieden. |
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Walter: Nein, gar nicht. Ich habe Jerry Cotton
gelesen, das Heftchen kostete damals 70 Pfennig. Und wir wohnten bei
Traunstein in der Nähe und ich musste zur Chorprobe nach München
und das langte genau für die Fahrt nach München und zurück.
Das war ein Heftchen. Dann hab ich Kommissar X gelesen und dann hat
mein Vater mir mit 12 - 13 Dostojevski gegeben. Das hab ich auch gelesen,
aber ich fürchte, ich hab das damals nicht verstanden. Das war
unheimlich viel. Ich hab nichts verstanden, aber ich habe ein literarisch
wertvolles Buch gelesen.
I. Mommsen: Hat dann der Vater die Schauspielkarriere verstanden, waren die Eltern mit vollem Herzen dabei? |
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Walter: Mein Vater war da schon tot. Er ist 1975 gestorben und
deswegen hat er diese ganze Entwicklung überhaupt nicht mitbekommen.
Ich glaube auch durch das intellektuelle Schwergewicht durch meinen
Vater und auch meine Mutter war ich für die Unis verdorben. Ich
glaube, ich musste was ganz anderes machen, um mich aus diesem Schatten
- schöner Schatten, aber Schatten - zu befreien. Im Nachhinein
kann ich das sagen. |
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Walter: Ja, wir haben auch einen sehr guten Kameramann gehabt,
der Frank Pfeiffer, sehr gut. Das ist er! Meine Frau war insgesamt vier
oder fünf Mal da und sie hat dort bei der Inszenierung zu einer
2500-Jahr-Feier, bei der sie mitgemacht hat, diese Stelzengruppe getroffen.
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I. Mommsen: Sehr phantasievolles was da entsteht, aus was für
einem Material ist das, Schaumstoff? |
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I. Mommsen: Alien 3 für Kinder.
Walter: Ja. I. Mommsen: Für die Kinder ist das sicher auch nicht einfach, so ein großer Stelzenläufer, der dann plötzlich um die Ecke kommt. Walter: Ich glaub schon. I. Mommsen: Das ist ein neuer Schritt in eine ganz neue Richtung, wann kommt der Film heraus? |
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Walter: Ein ganz neuer Schritt ist das nicht, weil ich schon
immer mit meiner Frau gearbeitet habe bei ihren ganzen Musicals, die
sie gemacht hat. Wir haben 1996 schon eines verfilmt und jetzt, da sie
nicht mehr so viel choreographiert, also keine Bühnengeschichten
mehr erzählt, sondern mehr draußen, haben wir 2003 mit diesem
Film angefangen. 2005 haben wir's zu Ende gedreht und jetzt ist er fertig
und wir haben Ende Oktober Premiere in Stuttgart. Wir zeigen ihn aber
erstmal nur in Stuttgart, weil wir noch keinen Verleih haben und wir
sind auf drei Festivals eingeladen. Das ist sehr schön. |
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Walter: Einmal eine Herzensangelegenheit und auch weil meine
Frau ursprünglich Pädagogin ist und ich selber häng auch
sehr an Jugend- und Kindererziehung und Bildung find ich einfach ein
ganz wichtiges Thema. Das ist das Wichtigste überhaupt, die wichtigste
Investition, die wir machen können. Und mein Buch hängt auch
damit zusammen oder der Theaterabend, den wir jetzt machen. Es mag Zufall
sein, aber wenn ich das so anschaue, hat das alles einen roten Faden. |
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I. Mommsen: Und sie ist Ihre Frau, aber man merkt, dass sie
Ihre Frau immer noch so toll finden und das ist gut so. Drei Kindern,
die wollten doch zu Hause bestimmt früher auch immer was Vierbeiniges
haben, oder? |
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Off: Bitte recht freundlich für den neuen ZDF Krimi "Der
Kommissar und das Meer". Und haben Sie die sympathische Dame
links erkannt? Das ist Inger Nilsson, besser bekannt als Pippi Langstrumpf.
Einst war sie das stärkste Mädchen der Welt, nun gibt sie
eine Frau mit starken Nerven. Off: Schwiegermutters Lieblings-Schauspieler Walter Sittler gibt den Kommissar, der auf der schwedischen Insel Gotland mit ihrer Hilfe auf Mörderfang geht. |
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I. Mommsen: Die erste Folge ist gerade auch auf dem Filmfest
in Hamburg auch gelaufen, oder? |
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Walter: Ganz einfach, also wunderbar. Sie ist eine sehr aufmerksame
Kollegin und wir sprechen englisch miteinander, aber wenn wir drehen,
redet sie schwedisch und ich deutsch. |
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I. Mommsen: Haben Sie etwas Schwedisch gelernt? Es gibt ein Film über Buchmessen in den 70er [.....] I. Mommsen: Das waren noch Zeiten in den 70ern. 1972
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Walter: "Last exit Salem" und mein
Bruder und ich konnten das auch nur machen, weil wir ein Stipendium
bekamen und das war schulisch sehr gut.
I. Mommsen: Sie waren auch immerhin zu zweit, sonst ist Internat nicht so einfach, so weit weg von der Familie und Sie sind ja auch ein Familienmensch. Walter: Mein Patensohn, der auch auf Salem war, hat's wahnsinnig genossen. Es gibt Kinder oder Jugendliche für die ist das Internat ganz wunderbar und welche für die ist das Internat nicht das Richtige. I. Mommsen: Gibt's auf Salem jetzt Mädels oder nicht? Walter: Ja, klar, schon immer. Da war schon immer Koedukation. |
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I. Mommsen: Ach, die haben gewusst, wie man
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Walter: Ich bin privat da. Aber ich muss zugeben, das ist Kostüm
vom letzten Jahr. I. Mommsen: Kostüm? |
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Walter: Extra large, ja. Und dann muss das mit den Kragen stimmen
und die finden das und wenn es mir gefällt, dann kauf ich's. |
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I. Mommsen: Wie oft sind Sie heute noch in Amerika,
wie gut ist der Draht zur Verwandtschaft, das ist ja eine Riesen-Family?
Walter: Der Draht zur unmittelbaren Verwandtschaft ist gut, aber ich hab sehr viel Verwandtschaft über meinen Vater, über seine Geschwister und Cousins. Viele von denen ich zum Teil zwar weiß, wie sie heißen, aber sie noch nie gesehen habe, weil ich nicht so oft da war. Seit 2001 bin ich nicht hingefahren, weil es grad ungünstig war zum Zeitpunkt und ich war dieses Jahr seit acht Jahren das erste Mal wieder da. I. Mommsen: Das ZDF war mit Ihnen auf Ahnenforschung. Das haben viele begeistert gesehen, da waren Sie auch in Letmathe? |
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Walter: Ja, Letmathe ist in Westfalen, das ist einer der Ursprungsorte
meiner Mutters Seite, aber Amerika ist meines Vaters Seite und da haben
wir sehr interessante Sachen gesehen. Auch ein Friedhof, wo mein Ururgroßvater
und auch mein Urururgroßvater begraben ist. Das war sehr interessant,
das hat mir gut gefallen. |
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I. Mommsen: Muss man zurückkaufen, oder? I. Mommsen: Sind Sie jemand, der dann auch Wert auf Familientreffen
und so was legt? |
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Es folgt ein Film über Lieblingsbücher. |
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Walter: Was passiert, wenn's mir gefällt,
ist, da geht was - das ist ein bisschen pathetisch - in die Seele hinein
und setzt eine Bewegung in Gang, bei der andere Sachen, die draußen
sind, an Wichtigkeit verlieren.
I. Mommsen: Man muss ha erst das Buch finden. Gehen Sie da nach der Werbung, nach Kritiken, Empfehlung von Freunden? Walter: Empfehlung von Freunden und unserer Buchhändlerin zum Beispiel oder Sigrid bringt mir ein Buch oder ich kriege es geschenkt. Manchmal kriegt man Bücher geschenkt, die mach ich auf und denk mir: "Och nee, das gefällt mir nicht, das kommt dann erst mal zur Seite." Aber wenn ein Buch das erwischt hat, dann kann man nicht aufhören. |
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I. Mommsen: Sie haben eines da mitgebracht, das Sie erwischt
hat. |
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Walter: Würde draufkrümeln, ich weiß nicht (lacht) |
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I. Mommsen: Dass sie Frauen sind, ich find auch, manchmal reicht
das schon als Grundvoraussetzung. Demnächst kann man Sie noch näher
erleben, denn erstmals sind Sie nicht ganz allein, denn Sie haben ein
bisschen Unterstützung, aber Sie sind wieder auf der Bühne
unterwegs. |
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I. Mommsen: Können wir ein bisschen was
hören? Ein kurzer kleiner Kästner-Ausschnitt?
Walter: Ein kurzer kleiner, der das Verhältnis von ihm zu seiner Mutter ein bisschen näher erklärt [er spielt einen kurzen Ausschnitt aus dem Stück] Wer mehr hören will, muss in die Vorstellung kommen. I. Mommsen: Am 9. November geht's los im Admiralspalast in Berlin. Kästner auch ein klasse Autor, der eigentlich gar nicht so der klassische Kinderbuchautor ist, als den wir ihn immer im Hinterkopf haben. Der hat teilweise recht deftiges Zeug geschrieben. |
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Walter: Erstens deftiges Zeug, also auch kabarettmäßig
und er hat eine ganz klare Haltung. Und ich glaube, das mit dem Kinderautor
ist dadurch zustande gekommen, dass seine Bücher im Dritten Reich
verbrannt worden sind und man das im Nachhinein nicht rechtzeitig rehabilitieren
konnte, so dass die Erwachsenen es gar nicht gemerkt haben, was der
zu sagen hatte. Das ist ein ganz außerordentlich klarer Autor
auch mit einer klaren Haltung zur Welt und mit sehr großer Empathie
den Figuren gegenüber und er schreibt nur über Sachen, von
denen er wirklich viel versteht. I. Mommsen: Tolles Buch. Die Buchmesse... da hat sich aber viel getan in der Buchvermarktung. Mittlerweile sind Autoren richtige Superstars geworden, wenn man auch so Belletristik-Autoren, Stephen King etc. |
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Walter: Ja, einige. Das ist auch die Sucht nach Helden und Stars,
die wir in unserer Zeit haben. Aber die meisten arbeiten im Verborgenen
und müssen schauen, wo sie bleiben. |
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I. Mommsen: Drücken wir die Daumen für
"Malin", jetzt auf der Buchmesse veröffentlicht, und
haben Sie viel Spaß dort auf der Messe in Frankfurt. Zwei Fragen
noch ganz kurz mit der Bitte um kurze Antworten. Wann gibt's wieder
einen Kracher mit Ihnen und Mariele Millowitsch wollten ganz viele wissen.
Walter: Sobald wir ein brauchbares Drehbuch haben. I. Mommsen: Und dann wollten ganz ganz viele wissen, was Sie sich als nächste Rolle vorstellen könnten oder ist da schon was in trockenen Tüchern? Walter: Nein, da gibt's noch nichts. Im Theater könnt ich's Ihnen sagen. |
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I. Mommsen: Was wäre das? |