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Die Zeitungs-Kritiken zu dieser Veranstaltung waren durchweg positiv
für Chor, Walter und eben das gesamte Konzept. Hier beschränke
ich mich also auf die Ausschnitte, die Walter betreffen, ohne damit die
Qualität der Chor-Leistung abwerten zu wollen :-)
Usinger Anzeiger, 28.09.03
[....] Im Rahmen der Deutsch-Russischen Kulturbegegnungen 2003/04
haben der von Thomas Hanelt dirigierte Motettenchor Frankfurt und der
Schauspieler Walter Sittler (ob dieser ambitionierte Künstler freilich
gut beraten ist, sich durch die Mitwirkung in einer Serie wie Girl
Friends zu profilieren, ist eine andere Frage) ein ebenso hochkarätiges
wie originelles Programm erarbeitet, das Kirchenmusik von Peter Iljitsch
Tschaikowsky und Sergej Rachmaninow mit Auszügen von Leo Tolstojs
später Novelle Vater Sergius kombinierte.[....] Auf gleichem
Niveau standen die zwischen den Chören platzierten Lesungen Walter
Sittlers, der mit prägnanter, klarer Aussprache, großer Subtilität
und insgesamt bemerkenswert unprätentiös die von den inneren
Kämpfen eines russischen Adligen handelnde, offenbar stark autobiographische
Tolstoj-Novelle vorlas zu Beginn beinahe im nüchternen Stil
eines Nachrichtensprechers, später, bei dialogischen Passagen, mit
kleinen Nuancen in der Betonung quasi die einzelnen Personen mehr andeutend
als verkörpernd. Kurzzeitig blitzte ein feiner Humor auf, dessen
Fragwürdigkeit jedoch bald offenbar wurde. Kurz, Sittlers in höchstem
Maß überzeugende, jederzeit ausgefeilte Gestaltung auch kleinster
Details, ohne jemals der Gefahr der Überzeichnung zu erliegen, trug
ebenso zum außergewöhnlichen Erfolg dieser Veranstaltung bei
wie der grandiose Auftritt des Motettenchors.
Taunus Zeitung, 30.09.03
[....] Walter Sittler als Sprecher ist es zu danken, dass er der Figur
des "Vater Sergius" eine warme Stimme Gestalt und Leben verliehen
hat. Ihm konnte man zuhören, ohne dass der Spannungsbogen abriss.
In sechs Lesesequenzen, die sich mit acht Gesangsvorträgen abwechselten,
wurde sowohl die Figur des Fürsten Stepan Kassatskij lebendig als
auch insbesondere die Stätten seines Wirkens als Pater Sergius
sei es das Kloster, die Eremitenhütte oder seine Flucht als Pilger,
die in der Verbannung endet. Der Vortrag war Stimme, die Gestik sparsam,
so dass dem Zuhörer die Konzentration auf Tolstojs Protagonisten
ungestört möglich war. Dessen Ringen um seine Verachtung gegenüber
dem Weltlichen, sein Wunsch, sich zu etwas Höherem zu erheben und
seine Verzweiflung, mit der er, Pater Sergius, zu Gott betete, schlug
die Brücke zur Musik. [....]
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